Pandemie

„Masken werden nicht mehr aus dem Straßenbild verschwinden“

Ein Remscheider Team produziert Masken in Wuppertal (v. l.): Jörg Blaschke, Felix Blaschke, Christian Vorbau und Fabian Blaschke. Foto: Sentias
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Ein Remscheider Team produziert Masken in Wuppertal (v. l.): Jörg Blaschke, Felix Blaschke, Christian Vorbau und Fabian Blaschke. 

Christian Vorbau und Felix Blaschke gründeten im Frühjahr 2020 ihre Firma Sentias, die auch nach der Pandemie bestehen soll.

Von Katharina Rüth

Wuppertal/Remscheid. Mit ihrer Firmengründung vor bald einem Jahr reagierten Christian Vorbau und Felix Blaschke auf einen durch die Corona-Pandemie entstandenen Bedarf: den nach FFP2-Masken von guter Qualität. Doch die Sentias GmbH und Co. KG soll sich auch nach der Pandemie behaupten. Geschäftsführer Christian Vorbau blickt optimistisch in die Zukunft.

Der Veranstaltungstechniker reagierte auf die Flaute in seiner Branche, indem er sich eine neue Aufgabe suchte: die Beschaffung begehrter Atemschutzmasken. Felix Blaschke, der im Consulting arbeitete, konnte mit Kontakten nach China helfen. Als es immer schwieriger wurde, qualitätvolle Masken aufzutreiben, entschlossen sie sich, diese selbst herzustellen.

Seitdem produziert das Remscheider Team in Cronenberg die weißen Vliesstoffmasken. 600 000 Stück fallen pro Woche insgesamt aus den drei Produktionsmaschinen, 25 Mitarbeiter hat die Firma. Begonnen haben sie mit einer Maschine, die sie nach chinesischem Vorbild in Osteuropa bauen ließen. Geholfen hat ihnen, dass auch Bruder Fabian Blaschke und Vater Jörg Blaschke sowie ein weiterer Mitstreiter ihre Expertise unter anderem in Maschinenbau beisteuerten, sie zudem Geldgeber fanden.

„Wir haben bis heute keinen Business-Plan“, räumt Vorbau ein. „Uns haben einfach einige Leute vertraut. Das ist eine schöne Erfahrung.“ Das Vertrauen war offenbar berechtigt, denn das Unternehmen lief gut an. Dabei war nicht ihr Ziel, schnell Geld zu verdienen. „Wir wollten es seriös machen, betont Vorbau. Ziel sei eine Maske gewesen, „die keine Frage offenlässt“. Und von Anfang an hätten sie langfristig geplant. Dabei hätten sie sich in vieles neu einarbeiten müssen: „Die Lernkurve war steil – so steil wie noch nie in meinem Leben“, sagt Vorbau.

Unter anderem hätten sie sich in die Struktur des Gesundheitsbereichs einarbeiten müssen. Und natürlich in die Produktion von Masken. Die bestehen aus Kunststoff-Vlies, bei Sentias sind es vier Lagen. „Die wichtigste ist der „Meltblown-Vlies“, das die Aerosole filtert. Weitere Lagen nehmen die Feuchtigkeit auf. Ein besonderer Erfolg sei gewesen, das Meltblown-Vlies eines bestimmten Herstellers zu bekommen, das besonders effektiv filtert – obwohl der eigentlich schon genug Kunden hatte. „Felix Blaschke hat das geschafft mit Energie und Überzeugungskraft“, lobt Vorbau seinen Mitgeschäftsführer. Auch bei den weiteren Lagen legen sie Wert auf Qualität und dass diese sich gut anfühlen, „damit man sie gern trägt“.

Krankenhäuser und Pflegedienste zählen zu den Sentias-Kunden

Die Wellen der Pandemie bedeuteten auch für Sentias ein Auf und Ab. Um auch nach der Pandemie bestehen zu können, verkaufen sie Masken etwa an Krankenhäuser, Pflegedienste und Kassenärztliche Vereinigungen. „Das sind Kunden, die Wert auf Qualität legen.“ Wenn der Wettbewerb über den Preis läuft, ist Sentias raus. Das sei leider bei öffentlichen Ausschreibungen so. Große Konkurrenz gebe es da weiterhin aus Asien.

Für die Zukunft arbeiten sie an Verbesserungen und Varianten der Maske, etwa durch eine Beschichtung und eine neue Form. Auch Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema; sie hoffen, dass eine Möglichkeit zum Recycling gefunden wird, vielleicht nachwachsende Rohstoffe wie Bambus Verwendung finden können. Christian Vorbau verweist auf die in Asien übliche Praxis, bei Erkältungen Masken zu tragen. „Wir glauben, dass die Maske auch bei uns nicht mehr aus dem Straßenbild verschwinden wird.“

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