Maske statt Maßhemd: Remscheider stellt Produktion um

Christoph Schwalm verkauft Gesichtsmasken statt Maßhemden. Fotos: Michael Schütz
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Christoph Schwalm verkauft Gesichtsmasken statt Maßhemden. Fotos: Michael Schütz

Damit will Christoph Schwalm Arbeitsplätze sichern. Normalerweise vertreibt er Kleidung. Der Gewinn geht an eine Essener Stiftung.

Von Sven Schlickowey

REMSCHEID Gesichtsmasken passend zum Hemd? Was auf den ersten Blick recht kurios wirkt, hat einen ernsten Hintergrund. Denn Christoph Schwalm, der sein Geld sonst mit dem Vertrieb von maßgeschneiderten Hemden verdient, verkauft seit kurzem auch Masken, die in Zeiten von Corona die eigene Gesundheit und die der anderen schützen sollen. Und weil die aus dem gleichen Stoff gefertigt werden wie bisher die Hemden, könnte man beides passend aufeinander abgestimmt tragen. Muss man aber nicht.

Denn das Ziel sei ein anderes, sagt Schwalm: „Wir wollen die Produktion aufrechterhalten und gleichzeitig den Menschen helfen, sich zu schützen.“ Das Unternehmen, für das er tätig ist, beschäftige in Bangkok rund 160 Näher. „Festangestellt und übertariflich bezahlt“, wie er betont. Doch seit Corona haben die Mitarbeiter nichts mehr zu tun. Denn bevor in Thailand die Nähmaschine angeschmissen wird, müssen Christoph Schwalm und seine Kollegen erst mal Maß beim Kunden nehmen. Und das fällt aktuell wegen Corona aus.

Mit dem Erlös soll die Forschung gegen das Virus unterstützt werden

Stattdessen hat man also nun auf Gesichtsmasken umgestellt. „Die Idee dazu kam von den Nähern“, berichtet Schwalm. Im asiatischen Raum sei es ohnehin weit verbreitet, solche Masken zu tragen. „Nicht, um sich selber zu schützen, sondern aus Respekt vor dem Gegenüber.“ Dabei handele es sich nicht um medizinische Schutzmasken, betont Schwalm. „Sie sind aus mehrlagigem Stoff genäht“, beschreibt er die Masken. So könnten Speicheltröpfchen, die potenziell das Virus übertragen könnten, zurückgehalten werden.

Schwalm lässt die Masken auf Bestellung in Bangkok fertigen, nachdem der Kunde das Stoffmuster ausgewählt hat. „Wir haben Lieferzeiten von fünf bis zehn Tagen.“ Die Masken kämen per Flugzeug aus Asien, zwei- bis dreimal die Woche. Zudem hat Schwalm einige fertige Exemplare kommen lassen, die man unter anderem bei Optiker Frank Berghoff an der Alleestraße besichtigen und bestellen kann. Zudem arbeite man gerade an einem Online-Shop. Ein Exemplar kostet 11,90 Euro.

Alle Gewinne aus dem Verkauf der Masken würden an die Stiftung „Universitätsmedizin Essen“ zur Forschung gegen das Coronavirus gespendet, sagt Christoph Schwalm: „In dieser Woche wird bereits der erste Scheck über 10 000 Euro überreicht.“

Der Remscheider Unternehmer will die Menschen überzeugen, sich und andere mit den Gesichtsmasken zu schützen. In Österreich ist das Tragen solcher Masken seit dieser Woche übrigens Pflicht, wenn man einen Supermarkt betreten will. Und auch die Stadt Jena und der Landkreis Nordhausen arbeiten an ähnlichen Regeln. Masken gehören mittlerweile zum Alltag. „Wenn im Supermarkt jeder so etwas tragen würde, würden sich doch alle direkt sicher fühlen“, sagt Christoph Schwalm. „Auch die Mitarbeiter.“

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