IHK

IHK-Präsident Henner Pasch freut sich auf Herausforderungen

Seit dieser Woche ist der Solinger Henner Pasch Präsident der Bergischen IHK. Foto: Michael Schütz
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Seit dieser Woche ist der Solinger Henner Pasch Präsident der Bergischen IHK.

Der Solinger Henner Pasch möchte den Teamgedanken in der Kammer fördern.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land Lange hatte Henner Pasch nicht Zeit, den Dienstagabend sacken zu lassen. „Ich nutze die Fahrt, um wenigstens ein bisschen zu reflektieren, was passiert ist“, erzählt der 40-Jährige am Telefon am Tag nach der IHK-Vollversammlung. Während des Gesprächs befindet er sich auf dem Weg nach Berlin zum Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Es ist der erste Termin des gebürtigen Solingers als Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK).

„Der Wahlabend war aufregend. Ich bin noch immer überwältigt von der breiten Unterstützung“, erzählt der Unternehmer. Das Kopf-an-Kopf-Rennen, das er erwartet hatte, blieb aus. Mit 58 von 80 möglichen Stimmen sprachen sich die Mitglieder der Vollversammlung in der Historischen Stadthalle Wuppertal für Pasch aus. Sein Mitbewerber Jörg Heynkes hatte das Nachsehen. Nach der Entscheidung beglückwünschte der Wuppertaler Unternehmer den neuen Präsidenten in einem Facebook-Beitrag: „Ich wünsche ihm eine gute Hand und bitte alle im Präsidium und in der Vollversammlung, ihn loyal zu unterstützen.“

Pasch hofft seinerseits auch zukünftig auf Jörg Heynkes’ Vorstöße als Mitglied der 80-köpfigen Vollversammlung: „Er ist ein fantastischer Impulsgeber. Wir brauchen Menschen, die sich mit Zukunftsthemen auseinandersetzen und auch mal unbequem sein können.“ Überhaupt sei es ihm wichtig, auf den Teamgedanken und das Know-how der Vollversammlung, Ausschüsse sieben Vizepräsidenten und hauptamtlichen Kräfte der Kammer zu setzen. „Da ist so viel Expertise vorhanden, die wir zukünftig noch stärker nutzen müssen“, betont der 40-Jährige. Dies sei notwendig, um der Geschwindigkeit und Komplexität der aktuellen Transformationsprozesse gerecht zu werden.

Denn auf die bergische Wirtschaft warten vielfältige Herausforderungen. Angefangen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die die Verantwortlichen noch einige Zeit begleiten dürften. Hinzu kommen Entwicklungen wie der Klimawandel und die Digitalisierung. Die knapp 100 Tage bis zur nächsten Vollversammlung möchte Pasch nutzen, um den Kontakt zu den Unternehmen in der Region zu suchen. „Ich möchte wissen, welche Themen für sie entscheidend sind, um sie angemessen vertreten zu können.“ Der Solinger plant, die übrigen Mitglieder des Präsidiums in diesen Prozess einzubinden.

„Ich habe mir nicht den leichtesten Job ausgesucht.“

Henner Pasch, IHK-Präsident

Die sieben Vizepräsidentinnen und -präsidenten bringen Erfahrung in unterschiedlichen Branchen mit. Die Remscheiderin Bärbel Beck (Modehaus Johann) kommt aus dem Einzelhandel. Dr. Roman Diederichs (Karl Diederichs GmbH & Co. KG) und Dr. Andreas Groß (Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG) vertreten die Industrie. Der Solinger Jan Peter Coblenz (Brangs + Heinrich) und Christina Kaut-Antos (Alfred Kaut GmbH & Co. Elektrizitätsgesellschaft) gehören der Wahlgruppe 2 – Groß- und Außenhandel/Vermittlergewerbe – an. Katrin Becker (ECE Projektmanagement) und Peter Krämer (WPK Beratung GmbH) sind Vertreter der sonstigen Dienstleistungen.

Auch sie zählten am Dienstagabend zu den Gewinnern: Für die sieben verbliebenen Plätze im Präsidium gab es 16 Bewerber. Dass sich zudem zum ersten Mal in der Geschichte der Bergischen IHK zwei Anwärter für das Präsidentenamt zur Wahl stellten, freut Henner Pasch besonders. „Dass die Vollversammlung eine echte Auswahl hat, darf gerne zur Tradition werden.“

Der 40-Jährige ist der bisher jüngste Präsident der Kammer im Städtedreieck. Laut Informationen der hiesigen IHK gibt es sogar bundesweit aktuell keinen jüngeren – und wohl kaum einen längeren. Pasch misst 2,05 Meter.

„Ich habe mir nicht den leichtesten Job ausgesucht“, sagt der gebürtige Solinger schmunzelnd mit Blick auf sein neues Amt. In den kommenden Wochen und Monaten möchte er sich nicht nur mit den Unternehmen im Bergischen vertraut machen, sondern auch den Kontakt zu Politik und Entscheidungsträgern suchen. Gleichzeitig muss sich der zweifache Vater um seine Familie kümmern und seine Unternehmen im Blick behalten.

Er ist geschäftsführender Gesellschafter der von ihm 2006 gegründeten Solinger Fourtexx GmbH und Geschäftsführer der Alina GmbH in Bad Oeynhausen. Beide Unternehmen entwickeln Komplettlösungen mit Software für die Personal- und Zeitwirtschaft sowie individuelle Sicherheits- und Zutrittskonzepte. Insgesamt sind dort 50 Mitarbeiter beschäftigt. Bei der aktuellen Nachfrage könnten es Ende des Jahres 70 sein.

Die anstehenden Herausforderungen schrecken Henner Pasch nicht ab. „Man wächst an seinen Herausforderungen.“ Er freue sich darauf, Neues zu lernen.

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