Handwerk möchte bei der Stadtentwicklung berücksichtigt werden

Andreas Ehlert ist Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf. Archivfoto: Roland Keusch
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Andreas Ehlert ist Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf. Archivfoto: Roland Keusch

Umfrage zeigt: Verkehrsanbindung ist für Betriebe der wichtigste Standortfaktor

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land Die Belange des Handwerks sollen in der Stadtentwicklung Berücksichtigung finden. Das mahnt Andreas Ehlert an. „Das Handwerk ist das wertvollste Pfund eines ökologischen Stadtumbaus“, zeigt sich der Präsident der Handwerkskammer (HWK) überzeugt. Seine Forderungen beziehen sich auf die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage.

Die HWK hat Mitgliedsunternehmen in Mönchengladbach, Krefeld, Wuppertal, Solingen und Remscheid zu ihren Standortbedürfnissen und Gewerbeflächenbedarfen befragt. 14 434 Handwerksbetriebe gibt es in diesen Städten. 5612 davon wurden kontaktiert, 448 nahmen an der Erhebung unter dem Titel „Mehr Wohnraum für das Handwerk“ teil.

Hälfte der Betriebe bemängelt die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen

Für 68 Prozent der Befragten ist die Verkehrsanbindung der vorrangige Standortfaktor. Mehr als zwei Drittel zeigten sich diesbezüglich mit ihrer Situation zufrieden. Mehr als die Hälfte erachtet zudem das Parkplatzangebot und die digitale Infrastruktur als relevant.

Die Studienmacher haben regionale Unterschiede zwischen den untersuchten Städten herausgearbeitet. Die Remscheider Handwerker messen einer guten Verkehrsanbindung etwa einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert bei, in Solingen ist es umgekehrt. Dafür spielt die Kundenfrequenz für die Betriebe in der Klingenstadt eine höhere Rolle als in den übrigen Kommunen. Dieser Aspekt ist in Remscheid problematisch, zeigen die Antworten der dortigen Unternehmen: Nur 13,2 Prozent sind mit der Frequenz „hoch zufrieden“ – der Durchschnittswert liegt bei 19. „Ein Alarmsignal vor allem für die Zukunft konsumnaher Anbieter in den Lauflagen“, ordnet Andreas Ehlert ein.

Knapp die Hälfte aller befragter Betriebe zeigt sich unzufrieden mit der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen. Sieben Prozent suchen derzeit nach einem zusätzlichen Standort, 16 Prozent möchten ihr Unternehmen verlagern. Die wesentlichen Gründe dafür sind fehlende Erweiterungsmöglichkeiten am aktuellen Sitz (72 Prozent) sowie zu wenig Parkfläche (42 Prozent).

„Der Handlungsdruck ist für die Mehrheit der Standortunzufriedenen hoch“, erklärt Andreas Ehlert. Häufig seien kleine Flächenzuschnitte ausreichend, um den Bedarf zu decken. Um dies zu ermöglichen, bringt die HWK „Flächeneinsparungen durch effizientere Flächennutzung“ ins Gespräch. Beispielhaft führt die Kammer Nachverdichtung in Form von mehrstöckigen Gewerbeimmobilien an. 14 Prozent der Betriebe könnten sich zudem vorstellen, leerstehende Ladenlokale in Innenstadtlage zu beziehen.

Auf Grundlage der Ergebnisse richtet Andreas Ehlert einige Forderungen an die Stadtspitzen. Er betont, dass das Handwerk ein „unterschätzter Teil der lokalen Ökonomie“ sei. Dabei könne es auf dem Weg zu einer „produktiven, resilienten Stadt“ einiges beitragen. Dafür brauche es jedoch Flächenreserven – sowohl kleinere als auch größere Areale. Zudem sei es notwendig, Wohn- und Gewerbeflächenentwicklung zukünftig gemeinsam zu denken: „Auch die Wirtschaft muss irgendwo wohnen.“

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