In Lüttringhausen

Gemütliche Möbel sind ihr Steckenpferd

Heidi Uppenkamp (l.) und Irina Ramburger hauchen Polstern neues Leben ein.
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Heidi Uppenkamp (l.) und Irina Ramburger hauchen Polstern neues Leben ein.

Die Remscheider Wohnwolke Caravan und Stoffe GmbH ist auf Polster spezialisiert.

Von Peter Klohns

Remscheid. Wer für seinen Wohnwagen, das Wohnmobil, den Fahrersitz oder das Boot neue Polster benötigt, wer seinem Lieblingssessel optisch neues Leben einhauchen oder seine Wohnung neu gestalten möchte, ist bei der Wohnwolke Caravan und Stoffe GmbH an der richtigen Stelle. Heidi Uppenkamp führt das Familienunternehmen seit 2003 als GmbH und beschäftigt zur Zeit vier Mitarbeitende.

In den 400 Quadratmeter großen Räumlichkeiten des Unternehmens an der Kreuzbergstraße in Lüttringhausen fallen zuerst die Stoffproben auf, die schier überall stehen, hängen oder liegen. Ein Etagenbett ist zu sehen, diverse Schaumstoffe, an zwei rund zwei mal vier Meter großen Arbeitstischen darf sich Schneiderin Irina Ramburger kreativ ausleben, da gibt es Reißverschlüsse in großen Mengen, inmitten all dessen eine stilisierte Micky-Maus-Figur aus schwarzem Holz.

„Irina ist viel mehr als unsere Schneiderin“, sagt Heidi Uppenkamp. „Sie ist die gute Seele unseres Geschäfts. Und arbeitstechnisch eine Allzweckwaffe.“ Das bestätigt auch Heidis Ehemann Hermann, der im beinahe 20 Jahren alten Familienunternehmen die organisatorischen Fäden zusammenhält. „Meine Frau ist wichtig“, sagt er, „ich bin nur der hier und da helfende Familienangehörige.“

Wohlwolke Caravan und Stoffe GmbH: Weg des Unternehmens war nicht einfach

Der Weg des Unternehmens war nicht immer einfach. Nachdem die Wohnwolke Berghaus in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm die Wohnwolke Caravan und Stoffe GmbH einen Teil des Unternehmens und verschlankte es auf jetzige Größe.

Waren zuvor die führenden deutschen Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller Zielkunden, wurde jetzt der private, individuelle Ersatz- und Renovierungsbedarf in den Fokus genommen. Der Standort wurde von der Ritterstraße an die Kreuzbergstraße verlegt, was sich als Glücksgriff herausstellte. „Seitdem wir hier sind, der Umzug war 2007, fühle ich mich sehr wohl“, sagt die Chefin. „Das hier ist schon mein Baby. Aber ich liebe es vielseitig.“ Weshalb die ehemalige Sekretärin des Arbeitgeberverbandes in Köln, die auch 20 Jahre als Model gearbeitet hat, mehreren Tätigkeiten nachgeht. Sie unterhält mit MSD einen Messe- und Dienstleistungsservice. Als Freelancerin ist sie dazu im Film-Catering tätig.

Aber zurück zum „Baby“: Nicht nur Wohnmobil- oder Schiffsbesitzer schätzen ihre Expertise und Arbeit, sondern ebenso Seniorenheime, Arztpraxen und Privatpersonen, die ihr Wohnzimmer durch neue Stoffe etwas heller und freundlicher gestalten wollen. „Vor kurzem haben wir noch für ein Seniorenheim ein Sonnensegel hergestellt. Oder für eine Kinderarztpraxis die Liegen aufgepolstert.“ Die Bandbreite ist weit gestreut.

Die Geschäfte gehen gut. Vor allem in der Corona-Zeit. Die Beratung der Chefin ist kompetent, humorvoll und stets kundenorientiert. Ein Kunde findet die Polster seines Wohnmobils zu hart. Heidi Uppenkamp prüft das, findet, dass der Kunde recht hat und bietet sofort ein neues Polster zum Probesitzen an. Der Kunde ist begeistert. Ein neues, wenn auch kleineres Geschäft in nicht mal fünf Minuten.

Heidi Uppenkamp: Besitzerin hat drei Jobs und viele Hobbys

Sie ist jetzt etwas über 60 Jahre alt und hat drei Jobs. Soll das so bleiben? „Ja klar“, sagt Heidi Uppenkamp. „Nichts tun, kann ich nicht. Wer rastet, der rostet.“ Bemerkenswerterweise findet die ehemalige Senioren-Europameisterin im Schwimmen noch Zeit für Freizeit und Hobby. „Mein Mann und ich wandern regelmäßig größere Touren“, erzählt sie. „Oder wir fahren Kanu. Oder Fahrrad.“

Einerseits, so die Unternehmerin, vermute sie, dass der Run auf neue Stoffe eines Tages nachlassen wird. „Aber andererseits“, fügt die lächelnd hinzu, „auch wieder nicht.“

Und wendet sich einem neuen Kunden zu, der mit einem großen Sitzpolster mit einem Riss hereingekommen ist und eine Lösung sucht. Heidi Uppenkamp braucht keine zehn Sekunden, dann hat sie die Lösung gefunden.

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