Jubiläum

Kuli Hebezeuge: „Ganz oben“ - und das schon seit 100 Jahren

Geschäftsführer Oliver Kempkes, Exportleiter Oliver Riese und Arndt Reuter, Mitarbeiter für Vertrieb und Marketing, zeigen ein Kransystem mit 35 Meter Spannweite.
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Geschäftsführer Oliver Kempkes, Exportleiter Oliver Riese und Arndt Reuter, Mitarbeiter für Vertrieb und Marketing, zeigen ein Kransystem mit 35 Meter Spannweite.

Einhundert Jahre – das ist für ein mittelständisches Unternehmen wie die Kuli Hebezeuge - Helmut Kempkes GmbH kein Pappenstiel, sondern eher eine Gelegenheit, die Geschichte des Unternehmens zu reflektieren und sich seiner Verantwortung bewusst zu sein.

Von Peter Klohs

Remscheid. So sieht es der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, Dr. Oliver Kempkes. „Die Wurzeln von Kuli reichen noch viel weiter zurück“, weiß er zu berichten und erwähnt die Unternehmen Wilhelm Tillmanns, die Düsseldorfer Kranbaugesellschaft sowie die Schenk & Liebe-Hartkort AG, die als Grundsteine des heutigen Kuli-Werkes angesehen werden dürfen. Aus den Anfängen der Hebezeugproduktion liegt Dr. Kempkes eine Patentschrift vor, die im Jahr 1879 ausgestellt wurde. „Um ein paar Ecken war auch die Familie Mannesmann an der Entwicklung unseres Unternehmens beteiligt“, fügt er an.

Vor einhundert Jahren stellte das Vorgängerunternehmen den ersten elektrisch betriebenen Flaschenzug in Remscheid her. „Das ist das Jubiläum, das wir dieses Jahr feiern“, erläutert der Geschäftsführer. „Da die Gründung der Firma Helmut Kempkes im Jahr 1947 erfolgte, wird also genau betrachtet die Marke Kuli 100 Jahre alt.“ 1957 erfolgte der Kauf der Fertigung an der jetzigen Kipperstraße. Da der väterliche Zweig der Familie aus Duisburg stammt, wo das erste Werk entstanden war, legte man 1959 beide Werke am Standort in Remscheid zusammen. 1962 entstand bei Kuli der erste Kran mit Funksteuerung („Der Bediener sah aus wie ein Marsmensch“.), ab 1979 konnte man auf ein zweites Werk im Industriegebiet Großhülsberg hinweisen. Etwas später, es war im Jahr 2005, stellte das Unternehmen einen Weltrekord auf: Die stärkste Einschienen-Kurvenkatze der Welt mit einer Tragfähigkeit von 192 Tonnen wurde der staunenden Fachwelt vorgestellt. Kuli ist bestrebt, nach wie vor die Innovationen auf dem Markt der Hebezeuge voranzutreiben. „Wir sind nicht nur dabei“, sagt Dr. Kempkes, „sondern gestalten mit.“

Zur beeindruckenden Lieferpalette gehören außer Kranen in jeglicher denkbaren Größe und Tragkraft auch Elektroseilzüge, Krankomponenten, Arbeitsbühnen und Sonderanfertigungen. Das Motto des Unternehmens spiegelt gleichermaßen die Arbeit wie das Bestreben des Mittelständlers wider: „Ganz oben, auch bei Qualität und Service.“

„Wir können Krane mit einer Spannweite bis zu 70 Metern fertigen“, sagt der Geschäftsführer. „Außerdem solche, die eine Last von 200 Tonnen tragen können.“ Und das werde weitergehen: „Wir streben an, uns zu erweitern, die Leistungsfähigkeit unserer Krane weiter zu erhöhen und noch digitaler und damit anpassungsfähiger zu werden.“

Der Weg von Oliver Kempkes, dessen Familie schon lange in verschiedenen Institutionen ehrenamtlich tätig ist, war ihm früh klar. „Ich wollte etwas mit Technik machen“, erzählt er. „Ich vermute, dass den Grundstein dafür bereits mein Großvater legte, der mich schon im Kindesalter für technisches Spielzeug zu begeistern wusste.“ Direkt nach dem Abi fragte Vater Heinz Helmut Kempkes beim Filius nach, ob er sich denn vorstellen könne, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Wie der heutige Geschäftsführer schildert, hat er die Entscheidung, genau dies zu tun, nie bereut. „Dazu kommt, dass ich kein Mensch bin, der jeden Tag das Gleiche arbeiten muss. Hier bei Kuli ist – auch aufgrund der enormen Fertigungstiefe und weltweiten Verbindungen - wirklich jeder Tag spannend und anders.“ Auch Kuli spürt die Auswirkungen der Krisen, die aktuell das allgemeine Leben erschweren. „Es ist viel passiert“, zieht Oliver Kempkes Bilanz, „von Corona über die Lieferkettenprobleme hin zum Ukraine-Krieg. Wenn sich quasi über Nacht die Stahlpreise mal eben verdoppeln bis verdreifachen, dann haben auch wir daran zu schlucken.“ Als Folge des Ukraine-Kriegs hat Kuli alle Geschäftsbeziehungen zu Russland und Belarus auf Eis gelegt.

Im Oktober wird es anlässlich des Jubiläums ein Mitarbeiterfest geben. „Wir hoffen, dass uns Corona das Fest gestattet.“

Hintergrund

Die Kuli Hebezeuge - Helmut Kempkes GmbH stellt auf insgesamt rund 17 000 Quadratmetern Industriefläche mit 100 Mitarbeitern Krane und andere Hebezeuge her. In mittlerweile über 120 Ländern auf allen Kontinenten inklusive der Antarktis kommen die Produkte zum Einsatz. Kunden schätzen die einzigartige Fertigungstiefe des Remscheider Unternehmens, das offene Stellen für Fachkräfte bietet und an der Bauma, der größten Messe der Welt, im Oktober 2022 in München teilnehmen wird.

Dr. Oliver Kempkes, geschäftsführender Gesellschafter, wurde 1975 geboren, wuchs in Remscheid auf und besuchte das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium.

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