Neujahr 2023

Böllern wieder nach Herzenslust: So steht es um die Branche

Nicolas Kandler im Nico-Lager, das nach zwei Jahren mit Verkaufsverbot gut gefüllt ist.
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Nicolas Kandler im Nico-Lager, das nach den Jahren mit Verkaufsverbot gut gefüllt ist.

Nach zwei schwierigen Jahren sind die Lager bei Nico Europe gefüllt.

Von Bernhard Romanowski

Bergisches Land. Böllern und Feuerwerk abbrennen nach Herzenslust – nach den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie ist das dieses Jahr im Rahmen wieder möglich. Das lässt nicht nur die Nutzer der pyrotechnischen Produkte jubeln, sondern auch die Hersteller solcher Artikel aufatmen.
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Nico Kandler vom Wuppertaler Unternehmen Nico Europe ist froh, dass das coronabedingte Abgabeverbot von Artikeln der Kategorie F2 nicht mehr gilt. „Zu den F2-Artikeln zählen zum Beispiel Raketen, Fontänen und Feuerwerks-Batterien“, zählt Kandler auf, dessen Firma neben Comet und Weco zu den drei großen Herstellerfirmen im Feuerwerksbereich zählt. Durch das Abgabeverbot konnten in den beiden Vorjahren nur Dinge wie Wunderkerzen von Nico und den anderen Herstellern verkauft werden. Deren guter Absatz ließ laut Kandler erkennen, wie sehr sich die Leute nach dieser Form sehnen, das Jahresende zu feiern. Jetzt sind die Lager entsprechend voll mit F2-Artikeln. Die Bestellungen der Discounter und Supermärkte können also bedient werden.

Feuerwerk: Corona und Ukraine-Krieg hinterlassen Spuren in der Branche

Allerdings hat die Liefer- und Energiekrise im Zuge des Ukrainekriegs auch die Feuerwerksbranche nicht unbehelligt gelassen. Deren Kosten haben sich insbesondere im Bereich Logistik vervielfacht. „Es handelt sich um Gefahrgut, für das besondere Auflagen beim Transport zu erfüllen sind. Zudem sind die Containerpreise zwischenzeitlich regelrecht explodiert“, sagt Prokurist und Marketingleiter Kandler.

Zum Kauf der Inhaltsstoffe für ihre Produkte kann Nico Europe nicht mal eben um die Ecke gehen. Die Basisprodukte der sogenannten Effektsätze ihrer Feuerwerkskörper, zu denen unter anderem das Schwarzpulver gehört, bezieht das Unternehmen aus Henan in China. „Und zwar genau aus der Region, in der das Schwarzpulver vor Jahrhunderten erfunden wurde“, wie Nico Kandler weiß.

Feuerwerk: So nachhaltig sind die Produkte von Nico

Doch auch den Belangen der heutigen Zeit verschließen sich die Feuerwerkshersteller nicht. „Im Bereich Nachhaltigkeit haben wir viel getan“, sagt Kandler und nennt die umweltfreundliche Nico-Produktreihe „Green Line“. „Hier verwenden wir bei den Raketen keine Plastikkappen für die Zündschnüre mehr“, erklärt Kandler. Die PVC-Beutel werden gegen eine recycelbare Pappschachtel ersetzt. Zudem gehören Raketen, Fontänen oder Vulkane, die leiser explodieren, zum Angebot.

Den Begriff „Böllern“ verwendet Nico Kandler im Übrigen nicht mehr, weil er sich auf die reinen Knaller bezieht, deren Verkauf in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur noch knapp vier Prozent des Geschäfts ausmache.

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