Wirtschaft

Er erlebte drei Eigentümer und sieben Geschäftsführer

Geschäftsleiter Lutz Nippes (l.) und Vertriebsleiterin Julia Nippes verabschiedeten Dieter Jungblut.
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Geschäftsleiter Lutz Nippes (l.) und Vertriebsleiterin Julia Nippes verabschiedeten Dieter Jungblut.

Nach fast 50 Jahren im Unternehmen hat die Pfeilringwerk Produktions GmbH Dieter Jungblut in den Ruhestand verabschiedet.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Im Grunde war Dieter Jungbluts Weg vorgezeichnet. Sein Vater arbeitete für Pfeilring, seine Tante und sein Onkel ebenfalls. Wegen seiner praktischen Veranlagung stellte auch er sich bei dem Solinger Traditionsbetrieb vor. Mit Erfolg: Die Ausbildung startete am 1. August 1973. Und damit ein Berufsleben, wie es immer seltener wird. Denn Jungblut ist seinem Arbeitgeber treu geblieben. Nun tritt er nach fast 50 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand ein.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat der Solinger alle Aufs und Abs des Herstellers von Instrumenten aus den Bereichen Maniküre, Pediküre und Nagelpflege miterlebt. „Drei Eigentümer, fünf Betriebsleiter, sieben Geschäftsführer, zweimal Kurzarbeit, eine Insolvenz“, zählt er auf.

2018 rutschte das Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit. Schön sei das nicht gewesen, erinnert sich Jungblut. Große Sorgen habe er sich aber nicht gemacht: „Das legt man nach so langer Zeit ab, weil es nichts bringt: Entweder man muss gehen oder kann bleiben. Dazwischen gibt es nichts.“

Pfeilring zählt viele langjährige Beschäftigte

In den fast 50 Jahren an der Sudetenstraße hat der gelernte Teilezurichter und Scherenmonteur nicht nur technische Neuerungen erlebt, sondern auch mehrere Stationen durchlaufen. Er war als Scherenmonteur und in der Scherenvorbereitung ebenso tätig wie in der Pinzetten-Abteilung. Einige Zeit half er Nachwuchskräften bei der Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer.

Viele jüngere Kollegen könnten sich eine Scheibe von Dieter Jungbluts Einstellung zur Arbeit abschneiden, findet Lutz Nippes. Er ist der Geschäftsleiter der Pfeilringwerk Produktions GmbH. Die Firma zähle einige langjährige Beschäftigte. Dass Mitarbeiter beinahe 50 Jahre für das Unternehmen tätig sind, komme jedoch nicht häufig vor. „Mein Eindruck ist, dass die meisten hier gerne arbeiten“, betont Nippes. Für Dieter Jungblut gilt das auf jeden Fall. Er habe nie ernsthaft überlegt, dem Betrieb vorzeitig den Rücken zu kehren: „Dafür gab es keinen Grund – auch nicht in schlechten Zeiten.“

Sein Job war ein wichtiger Bestandteil im Leben des 63-Jährigen. Dabei ging es jedoch nicht nur um Pflichterfüllung: „Eine Menge Spaß hatten wir auch.“ Jungblut betreute in den 80er-und 90er-Jahren die Betriebsfußballer der Firma. Die zweite Liga habe das Team ebenso gewonnen wie zwei Stadtmeistertitel und einen Pokalsieg. Bei Firmenfeiern engagierte er sich als Fotograf.

Die Kamera war früher sein Hobby. Heute sind es Radfahren und seine Modelleisenbahn, die Dieter Jungblut bei schlechtem Wetter durch seine Wohnung fahren lässt. Dazu hat er zukünftig deutlich mehr Zeit. Wie er den Ruhestand darüber hinaus nutzen möchte, lasse er nun auf sich zukommen. Er scherzt: „Vielleicht ruft ja die Firma an.“

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