Empfindliche Hologramm-Folie in guten Händen

Remscheider Know-how für Süd-Korea: Ralf Schnöring (li.) und Thorsten Wachsmuth entwickeln eine Maschine, auf der hochrealistische 3-D-Hologramme hergestellt werden. Foto: Michael Schütz
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Remscheider Know-how für Süd-Korea: Ralf Schnöring (li.) und Thorsten Wachsmuth entwickeln eine Maschine, auf der hochrealistische 3-D-Hologramme hergestellt werden. Foto: Michael Schütz

Robust aus Remscheid entwickelt und baut eine Spezial-Maschine für eine Uni in Süd-Korea

Von Sven Schlickowey

REMSCHEID Wenn an einer Uni in Süd-Korea in wenigen Monaten hochrealistische 3-D-Hologramme zu sehen sind, dann ist das auch einer Firma aus Remscheid zu verdanken. Denn mitten in der Corona-Zeit hat der Sondermaschinenspezialist Robust einen entsprechenden Auftrag erhalten. Zusammen mit einem französischen Unternehmen entwickeln und bauen die Remscheider in den nächsten vier Monaten eine Maschine, die zukünftig Hologramm-Porträts auf eine Folie übertragen wird.

Wofür genau das neue Gerät zukünftig eingesetzt wird, weiß Ralf Schnöring, geschäftsführender Gesellschafter bei Robust, noch nicht einmal. „Vermutlich zu Werbezwecken oder in der Präsentationstechnik“, mutmaßt er. Wichtiger sei ihm, dass Robust seine Vorreiterrolle im Bereich der Hologramm-Folien ausbauen kann. Und dass es auch in der Krise Aufträge für seine Firma gibt.

„Wir waren wirklich überrascht, dass aus einem Kontakt von vor ein paar Wochen so schnell ein Auftrag entstanden ist“, sagt Schnöring. Zumal nahezu zeitgleich noch zwei weitere Aufträge reinkamen – aus Italien und den USA, also Ländern, die von Corona besonders hart betroffen sind.

„Da darf nichts drankommen.“

Projektleiter Thorsten Wachsmuth über die Empfindlichkeit der Folie

Rund 50 Mitarbeiter fertigen bei Robust Sondermaschinen, die in der Regel etwas auf- oder abwickeln und es dabei bei Bedarf auch gleich schneiden. Eingesetzt werden diese zum Beispiel bei der Produktion von technischen Folien oder im Carbon-Leichtbau zum Abwickeln der Fasern.

Vor einigen Jahren noch habe das Unternehmen einen Großteil seines Umsatzes in der Solar-Produktion gemacht, berichtet Schnöring. Dort wickelten und schnitten Robust-Maschinen die Folien für Photovoltaik-Module. „Aber dieser Umsatz ist uns einfach weggebrochen.“ Also habe man sich auf die Suche nach Alternativen gemacht – und diese unter anderem in der Batterie-Herstellung für E-Autos gefunden, wo empfindliche Anoden- und Kathodenfolien abgewickelt und zugeschnitten werden.

Dass man sich daneben zu einer festen Größe im Bereich Hologramm-Folien entwickelt, sei eigentlich gar nicht geplant gewesen, gibt Ralf Schnöring zu. „Durch Zufall haben wir vor sechs, sieben Jahren eine Maschine gebaut, der Kunde hat uns aber gar nicht gesagt, wofür die ist“, berichtet der Geschäftsführer. Später stellte sich heraus: Darauf werden Folien für VR-Brillen produziert.

Seither ist Robust in diesem Segment unterwegs, inklusive guter Kontakte zum Leverkusener Werkstoffhersteller Covestro. Das 2014 von Bayer abgespaltene Unternehmen stellt unter anderem eine Folie her, mit der Cockpit-Informationen direkt in die Windschutzscheibe eines Autos projiziert werden können. Dabei kümmert sich Robust in erster Linie um das Handling der Folie, der Rest ist Sache anderer Spezialisten. Bei dem Auftrag für Süd-Korea steuern die Franzosen zum Beispiel die Laser-Technik bei, die aus der Folie schließlich das Hologramm macht. Aufgabe der Remscheider ist es, dafür zu sorgen, dass dies reibungslos funktioniert.

Und das ist recht komplex: „Zum Übertragen des Hologramms muss die Folie absolut blasenfrei auf einen Träger aufkaschiert werden“, beschreibt Projektleiter Thorsten Wachsmuth eine der Herausforderungen. Nach dem Übertrag wiederum sei die Unterseite der Folie extrem empfindlich. „Da darf nichts drankommen, bis eine Schutzfolie aufgebracht wird.“ Zudem müsse die Führung der Folie sehr präzise und nahezu vibrationsfrei erfolgen. „Und natürlich kann man da auch nicht beliebig fest dran ziehen.“

Alles Probleme, die Robust in den kommenden Wochen lösen muss. Anschließend, so ist es geplant, kommen die französischen Partner und die koreanischen Kunden in Remscheid vorbei, um die Maschine zusammenzufügen. Trotz aller Erfahrung im Unternehmen kein einfaches Unterfangen, sagt Projektleiter Wachsmuth. Aber eines, das machbar sei. „Sonst dürften wir uns ja nicht Sondermaschinenbauer nennen.“

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