Jubiläum

Einzelkämpfer möchte seine Erfahrungen weitergeben

Seit 25 Jahren ist Frank Siepen als Schlosser selbstständig. Er fertigt auch Kunsthandwerk an. Derzeit arbeitet er einer metallenen Version der Maus aus der „Sendung mit der Maus“. Foto: Michael Schütz
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Seit 25 Jahren ist Frank Siepen als Schlosser selbstständig. Er fertigt auch Kunsthandwerk an. Derzeit arbeitet er einer metallenen Version der Maus aus der „Sendung mit der Maus“.

Vor 25 Jahren hat sich Frank Siepen als Schlosser selbstständig gemacht

Von Manuel Böhnke

Solingen. Seine Mutter war von Frank Siepens Plänen wenig begeistert. Nach seiner Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der Deutschen Bahn und acht Jahren als angestellter Meister entschied sich der Solinger 1996 dennoch für die Selbstständigkeit. Bereut hat er diesen Schritt in den vergangenen 25 Jahren nie. „Mich erfüllt mein Beruf zutiefst“, betont der 58-Jährige.

In seiner kleinen Werkstatt an der Beethovenstraße in Solingen schlägt sich Siepen seit einem Vierteljahrhundert als Einzelkämpfer durch. Natürlich, sagt er, hätte er den Betrieb größer aufziehen, zusätzliche Mitarbeiter einstellen können. Doch das würde nicht zu seiner Philosophie passen: „Ich reite lieber ein Pony und habe beide Beine auf dem Boden als ein Rennpferd.“

Neben Privatleuten und Unternehmen gehört auch die öffentliche Hand zu Siepens Kunden. Hoch im Kurs stehen derzeit Gitter zum Einbruchschutz, Treppengeländer und Tore. Ein weiteres Thema ist Kunsthandwerk. Aktuell arbeitet er etwa an einer metallenen Version der Maus aus der „Sendung mit der Maus“. Sie soll einen Platz neben dem Elefanten aus alten Autoreifen erhalten, der an der Einfahrt zum Firmengelände steht. Seit 2009 hat die kleine Schlosserei dort ihren Sitz. Zuvor war sie in Haan zu finden. In den ersten Jahren nach der Gründung war Frank Siepen Untermieter in der Mathildenhütte in Solingen-Ohligs.

Der 58-Jährige hat vor, noch sieben bis zehn Jahre weiterzuarbeiten. Trotzdem macht er sich bereits Gedanken darüber, wie eine mögliche Nachfolgeregelung aussehen könnte. „Ich möchte, dass das Unternehmen auch ohne mich weiter besteht“, skizziert er sein Ziel. Sein Wunsch ist es, einen Lehrling zu finden, dem er in den kommenden Jahren sein Fachwissen weitergeben kann – und seinen Betrieb.

Einen passenden Nachfolger auszumachen, wird nicht einfach. Davon ist Frank Siepen überzeugt. Zu seinem Bedauern müsse er feststellen, dass das Handwerk bei vielen jungen Leuten nicht mehr besonders beliebt sei. Und das, obwohl die Branche vermutlich so gute Perspektiven biete wie niemals zuvor.

Um der Entwicklung entgegenzuwirken, wünscht sich der Solinger finanzielle Anreize. Der Besuch der Meisterschule müsse kostenlos sein und allen Absolventen eine Prämie winken. Zudem sei es nötig, noch intensiver in den Schulen für das Handwerk zu werben. Die Stärken liegen für Frank Siepen auf der Hand: „Der Job wird nie langweilig.“

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