Werkzeuge

Werkzeugkoffer aus Remscheid für namhafte Kunden

Jürgen Sterzings Werkzeugkoffer sind auch bei namhaften Kunden gefragt.
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Jürgen Sterzings Werkzeugkoffer sind auch bei namhaften Kunden gefragt.

Die Werkzeugkoffer der Lenneper Lederwarenfabrik Sterzing sind gefragt. Jürgen Sterzing ist ein Einzelkämpfer.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der Werkzeugkoffer ist aus schwarzem Leder gefertigt. Er verfügt über zahlreiche Spezialtaschen und ist extrem geräumig. Die Verarbeitung ist hochwertig. Das Leder macht auch haptisch den Eindruck, dass es unbeschädigt leicht bis zur nächsten Eiszeit aushalten kann. „So soll es ein“, sagt der Hersteller dieses mehr als stabilen Werkzeugkoffers, Jürgen Sterzing. „Schon mein Vater hat den Leitspruch unseres Unternehmens geprägt: gute Qualität zu günstigen Preisen.“

Die Lederwarenfabrik Harry Sterzing in Remscheid-Lennep existiert seit dem September des Jahres 1949, das 75. Bestehen ist also bereits am Horizont zu sehen. Harry Sterzing, Jürgens Vater, starb 1999. Seit mehr als 22 Jahren führt Jürgen Sterzing die Lederwarenfabrik als Einzelunternehmer weiter. „Oder besser als Einzelkämpfer“, sagt er.

Dabei war sein Mitwirken in der väterlichen Fabrik lange gar nicht klar. Der Filius schloss eine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann ab und bereiste die ganze Welt. „Weil ich einige Sprachen beherrsche, fiel mir das recht leicht“, sagt Sterzing heute. Aber Bekannte seines Vaters stichelten immer wieder mal: „Sag mal, Harry, will dein Sohn nicht in deine Fußstapfen treten?“ Das wirkte auf Dauer. Am 2. Januar 1985 fing Jürgen im elterlichen Betrieb an.

Jürgen Sterzing hat mit seiner Firma viele Krisen gemeistert

Der Vater entpuppte sich als streng. „Mehr als einmal habe ich mich mit ihm gefetzt“, erinnert sich Sterzing. „Und wenn er nicht weiterwusste, kam dann immer ein: ‚Wenn es dir hier nicht passt – da ist die Tür‘.“ Aber Jürgen Sterzing hat sich durchgekämpft, durch die Bankenkrise, durch so manche Marktdelle, durch die Probleme der heutigen Zeit. Er hat nach wie vor gut zu tun. „Ach ja“, sagt er bescheiden, „ich habe mein Auskommen.“

Das Herzstück des Unternehmens besteht aus einer großen Werkstatt, in der die Werkzeugkoffer, die Messkoffer für Schornsteinfeger und viele Sonderanfertigungen hergestellt werden. Das Leder stammt von Rindern aus Süddeutschland und den Niederlanden. Wenn die Lagerhaltung für einen Auftrag nicht ausreicht, kann Jürgen Sterzing schnell neues Leder ordern. Schablonen werden angelegt, das Ledermesser schneidet Konturen aus, wichtige Kofferteile wie Griffe sind vorbestimmt, sie werden ausgestanzt, ebenso wie die Extra-Fächer für das Werkzeug, die Separationen.

Zahlreiches Spezialwerkzeug, von dem man nicht alle Namen kennt, werden eingesetzt: Als Beispiel kann die Glasbrecherzange dienen. Anschließend werden die Klebearbeiten sowie das Nähen (auf einer antiken Adler-Nähmaschine) durchgeführt, die Außenteile werden verklebt – und dann sieht das in Form gebrachte Leder tatsächlich wie das aus, was es ist: ein hochwertiger Werkzeugkoffer. Wie lange Jürgen Sterzing an einem Koffer arbeitet, bevor dieser verkauft wird, kann oder möchte er nicht beantworten. „Das ist von den Wünschen der Kunden abhängig.“

Das sind die namhaften Kunden von Sterzing

Die Kunden sind teils nicht unbekannt: Evonik zählt dazu, Continental, die Deutschen Edelstahlwerke, diverse Verkehrsunternehmen. „Bei der Vielzahl meiner Kunden fallen besonders viele Sonderanfertigungen an“, berichtet Sterzing. „Und trotz Corona und den anderen Problemen unserer Zeit: Es kommen immer wieder neue Kunden hinzu, obwohl ich so gut wie keine Werbung mache. Man kennt mich inzwischen.“ Nur die Buchhaltung lässt Sterzing außer Haus erledigen. „Ich habe einen sehr guten Steuerberater“, verrät der Lederfabrikant.

Jürgen Sterzing, der im August 2022 50 Jahre im Arbeitsleben stand, hält sich mit Tischtennis und Schwimmen fit. „Normalerweise wäre ich schon zwei Jahre berentet“, erzählt er. „Aber das 75-jährige Bestehen würde ich gerne noch mitnehmen.“

www.sterzing-werkzeugtaschen.de

Hintergrund

Jürgen Sterzing wurde 1954 in Wuppertal geboren und schloss beim Unternehmen F. C. Tillmanns seine Lehre ab. Die Lederwarenfabrik Harry Sterzing hatte vor Jahren mehr als ein halbes Dutzend Mitarbeiter. „Das lohnt heutzutage nicht mehr“, sagt Jürgen Sterzing. Dem Einzelunternehmer – und auch den Kunden, wie er sagt – würde es gefallen, wenn er das Geschäft noch ein paar Jahre weiterführen würde.

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