Wirtschaft

Durchwachsene Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie

Die anhaltende Corona-Pandemie sowie die Lieferkettenprobleme machen sich bemerkbar.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. Die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie bleibt durchwachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Konjunkturumfrage des Verbandes Metall NRW. Ihre aktuelle Lage schätzen die Betriebe zwar überwiegend positiv ein. Die Aussichten für die kommenden Monate seien jedoch spürbar verhaltener. 18 Prozent der Unternehmen erwarten im kommenden Halbjahr rückläufige Geschäfte. 16 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Ursächlich dafür seien die anhaltende Corona-Pandemie und die Lieferkettenprobleme.

„Die Produktion der Unternehmen hat das Vorkrisenniveau immer noch nicht erreicht“, berichtet Markus von Dreusche. Er ist der Geschäftsführer des Remscheider Arbeitgeber-Verbands, der auch für Radevormwald, Wermelskirchen und Hückeswagen zuständig ist. Die hiesigen Betriebe der Metall- und Elektroindustrie leiden seiner Beobachtung nach unter „Long Covid“. Nur dank staatlicher Unterstützung mit Kurzarbeit seien sie „halbwegs glimpflich“ durch die vergangenen Monate gekommen.

Außerdem hat die Auftragslage innerhalb Deutschlands wieder angezogen. Sie bewerten 52 Prozent der Unternehmen als „gut“. Vor einem Jahr war der Wert nur etwa halb so hoch. Ein ähnliches Bild zeichnet sich mit Blick auf das Auslandsgeschäft ab.

Die Auftrags- und Ertragserwartungen schwächeln

Die Unternehmen gehen nicht davon aus, dass sich dieser positive Trend fortsetzt. Nur 17 Prozent der Betriebe rechnen bei den Inlandsaufträgen im neuen Jahr mit einer Verbesserung. 18 Prozent fürchten, dass sich die Lage verschlechtert. Im Auslandsgeschäft erwartet ein Fünftel eine wachsende Nachfrage, 16 Prozent stellen sich auf weniger Bestellungen ein. Diese pessemistische Haltung spiegelt sich in den Ertragserwartungen wider, die weniger positiv ausfallen als noch vor einem Jahr.

Markus von Dreusche fällt ein eher ernüchterndes Fazit: „Die Nebenwirkungen des Virus wird die Wirtschaft sicher noch lange spüren und das in Zeiten von anhaltendem Fachkräftemangel, Lieferkettenschwierigkeiten, Anstrengungen um die eigene Digitalisierung, rasant steigenden Rohstoff-, Energie-, Import- und Erzeugerpreisen sowie des Bestehens im internationalen Wettbewerb.“

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