Speiseöl

Der Remscheider Ölpapst stemmt sich gegen die Ölknappheit

Ölpapst: Tobias und Jochen Wilcke. Archivfoto: Roland Keusch 
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Ölpapst: Tobias und Jochen Wilcke.

Der rasante Preisanstieg erreicht die Spitzengastronomie.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Der Krieg in der Ukraine, das Land ist der größte Export von Sonnenblumenöl weltweit, hat auch Auswirkungen auf den Remscheider Ölpapst. „Wir merken das deutlich auf der Lieferantenseite“, sagt Tobias Wilcke, der zusammen mit seinem Vater Jochen unter dem Namen Ölpapst einen Handel für hochwertige Essige und Speiseöle betreibt. „Die Preise haben sich zum Teil verdoppelt.“

Dabei haben die beiden mit der zeitweise ausverkauften Supermarkt-Ware wenig zu tun. Das einzige Sonnenblumenöl im Sortiment ist ein kaltgepresstes, viel zu schade für Pfanne oder Fritteuse. Sie sind aber genauso von den Verwerfungen auf dem Markt betroffen. „Es war eine Zeit lang gar nicht mehr lieferbar, dann stieg der Preis extrem“, berichtet Tobias Wilcke. Inzwischen kostet der halbe Liter beim Ölpapst 13 Euro. „Wir wollen das aber weiterhin anbieten, mal sehen, wie die Kunden das annehmen.“

Bergischer Mittelstand blickt verunsichert in die Zukunft

Auch bei anderen Ölen wirkt sich der Krieg aus. Weil die Sonnenblumenernte ausfiel, wichen immer mehr Nutzer auf andere Produkte aus. Das trieb die Preise für Raps- und Olivenöle nach oben. Mit Auswirkungen bis in die Spitzengastronomie.

Denn die beliefert der Ölpapst überwiegend. Vor über 15 Jahren begann Jochen Wilcke mit einem Kürbiskernöl aus der Steiermark, inzwischen sind rund 30 Produkte im Angebot. Zuletzt kam ein Sesamöl hinzu. Zur Akquise verschickt Wilcke vor allem Proben an Spitzenköche. „Ich schau mir im Internet die Speisekarte an, dann weiß ich, welche Produkte passen.“ Der Rest sei vergleichsweise leicht. Seine Referenzen - von Dieter Müller bis Joachim Wissler - würden ihm die Tür öffnen, berichtet er. Und wenn der Koch probiere, habe er ohnehin meist schon gewonnen.

Während die Restaurants direkt beliefert werden und viele Privatkunden aus dem ganzen Bundesgebiet im Online-Shop bestellen, gibt es für bergische Öl- und Essig-Fans auch den Laden an der Remscheider Hindenburgstraße. Und hier gibt es ab sofort exklusiv ein neues Produkt - auch als Reaktion auf die derzeitige Ölknappheit. „Wir haben für begrenzte Zeit ein Rapsöl aus Zweitpressung aufgenommen“, sagt Tobias Wilcke. „Das ist dann auch für die Pfanne geeignet.“ Die Qualität sei Ölpapst-typisch, verspricht Wilcke. Der Preis ist es auch: Ein halber Liter kostet fünf Euro.

Lesen Sie auch: Umfrage im Bergischen: Atomkraft und Kohle sollen bleiben

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