Gut vorbereitet für die Sommerferien

Das kleine Einmaleins der Urlaubsplanung

Aktuell werden bereits die ersten Urlaubsanträge für das kommende Jahr eingereicht. Dabei gibt es einiges zu beachten.
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Aktuell werden bereits die ersten Urlaubsanträge für das kommende Jahr eingereicht. Dabei gibt es einiges zu beachten.

Dauer, Zeitpunkt, Hinderungsgründe: Regeln für den Urlaub – nicht nur für Schicht-Arbeiter.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Die Winterferien stehen vor der Tür – da denken viele Beschäftigte in der bergischen Industrie schon an ihren Sommerurlaub im kommenden Jahr. Tatsächlich müssten viele Schicht-Arbeiter bereits jetzt schon ihre Urlaubsplanung für 2023 angehen, berichtet Zayde Torun von der Gewerkschaft NGG: „Schichtarbeit funktioniert wie ein Uhrwerk: Wenn tagsüber und nachts produziert wird, greifen die Arbeitszeiten der Beschäftigten wie Zahnräder ineinander.“ Deshalb sei die Planung wichtig.

Dabei gebe es viel zu beachten, betont die Geschäftsführerin der NGG-Region Düsseldorf-Wuppertal. Zum Beispiel bei der Länge. „Grundsätzlich sind zwei Wochen Urlaub am Stück immer drin“, sagt Torun. Das sei gesetzlich vorgeschrieben. „So ist pro Jahr eine längere Erholungsphase garantiert und damit auch die Chance, mindestens einmal ordentlich abzuschalten.“

Urlaubswünsche müssen berücksichtigt werden, aber es gibt Ausnahmen

Das Bundesurlaubsgesetz schreibt zudem vor, dass „die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen“ seien, solange dem keine „dringende betriebliche Belange“ entgegenstehen. Dies können besondere Auftragslagen sein, zum Beispiel im Saisongeschäft. Daneben gilt es soziale Aspekte abzuwägen: In der Regel haben Eltern schulpflichtiger Kinder in den Ferien Vorrang. Auch religiöse Gründe oder gesundheitliche, zum Beispiel bei der Pflege von Familienangehörigen, können eine Rolle spielen. In vielen Betrieben gibt es Betriebsvereinbarungen, die das regeln.

Einen Teil des Urlaubs, der Bundesgerichtshof hält vier Fünftel für angemessen, darf der Arbeitgeber auch in Form von Betriebsferien vorgeben, Dies muss den Mitarbeitern aber frühzeitig angekündigt werden, die Rechtssprechung geht meisten von sechs Monaten aus.

Grundsätzlich sei es auch möglich, Resturlaub mit ins neue Jahr zu nehmen, sagt Zayde Torun: „Das gilt zum Beispiel, wenn drängende Aufträge und damit das Arbeitspensum im Betrieb oder Erkrankungen bei Beschäftigten Urlaub unmöglich machen.“ Diese Urlaubstage müssten dann in der Regel bis Ende März genommen werden. Es sei dabei Sache der Arbeitgeber, ihre Beschäftigten aufzufordern, Urlaub zu nehmen und ihnen auch die Möglichkeit dafür einzuräumen, so die Gewerkschafterin: „Macht der Chef das nicht, bleibt das Recht auf den nicht genommenen Urlaub auch über das erste Quartal hinaus im nächsten Jahr bestehen.“
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