Neuer Standort

Coolconcept baut im Gewerbegebiet Fürkeltrath

Freuen sich auf das neue Projekt im Gräfrather Gewerbegebiet Fürkeltrath 1 (v. l.): Frank Balkenhol von der Wirtschaftsförderung, Coolconcept-Geschäftsführer Tibor-Sebastian Hargitai, Prokurist Matthias Fings und Marketingleiter Tobias Heinrichs. Foto: Christian Beier
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Freuen sich auf das neue Projekt im Gräfrather Gewerbegebiet Fürkeltrath 1 (v. l.): Frank Balkenhol von der Wirtschaftsförderung, Coolconcept-Geschäftsführer Tibor-Sebastian Hargitai, Prokurist Matthias Fings und Marketingleiter Tobias Heinrichs.

Neuer Standort soll bei der Suche nach Fachkräften helfen.

Von Manuel Böhnke

Solingen Zwei Jahre lang hat Tibor-Sebastian Hargitai einen neuen Standort für seine Coolconcept GmbH gesucht. Das Fazit des 40-jährigen geschäftsführenden Gesellschafters ist ernüchternd: „Auf dem Markt sind eigentlich nur teure Schrottimmobilien.“ Deswegen geht er nun einen anderen Weg. Der Fachbetrieb für Kälte- und Klimatechnik verlagert seinen Firmensitz von Aufderhöhe nach Gräfrath. Für mehr als vier Millionen Euro entsteht im Gewerbegebiet Fürkeltrath 1 ein Neubau.

Damit bezieht die zweite Firma das 38 500 Quadratmeter große Areal. Im Sommer nahm die Blechcon GmbH & Co. KG dort als Ankermieter ihren Betrieb auf. Oberhalb des Start-up-Unternehmens hat sich Coolconcept ein 7700 Quadratmeter großes Grundstück gesichert. Geplant ist ein zweigeschossiger Neubau mit 600 Quadratmetern Bürofläche und einer 1500 Quadratmeter großen Halle.

„Auf dem Markt sind eigentlich nur teure Schrottimmobilien.“
Tibor-Sebastian Hargitai, geschäftsführender Gesellschafter der Coolconcept GmbH

Seit acht Jahren hat Coolconcept seinen Sitz im Gewerbegebiet An den Eichen. In Köln und Düsseldorf gibt es Lager. Hargitai, der Meister für Kälteanlagenbau ist, gründete das Unternehmen 2001. Seitdem wächst es stetig. Zwischen 2012 und 2020 hat sich der Umsatz verfünffacht. In diesem Jahr liegt er bei fünf Millionen Euro.

Und auch die Mitarbeiterzahl entwickelt sich sukzessive nach oben. Aktuell sind es knapp 50. „Vor acht Jahren dachte ich, der Platz in Aufderhöhe reicht für immer aus“, er-berichtet der Solinger. Doch trotz zweifacher Erweiterung innerhalb des Gebäudes wird es allmählich eng. Deshalb nahm Hargitai von der Idee, die Immobilie zu kaufen, Abstand.

Ein weiteres Argument dagegen: die mittelmäßige Autobahnanbindung. Der neue Standort im Gewerbegebiet Fürkeltrath liegt dagegen direkt an der A 46. Das ist nicht nur für den Weg zu Kunden ein Vorteil, betont Hargitai. Vielmehr soll die günstigere Lage auch neue Mitarbeiter locken.

Denn Mechatroniker für Kältetechnik sind gefragt. Um für eigenen Nachwuchs zu sorgen, zählt Coolconcept derzeit 13 Auszubildende, betreibt eine eigene Lehrwerkstatt. „In der Berufsschule hängen Jobangebote anderer Firmen“, sagt Hargitai. Wer die Lehre besteht, könne sich den Arbeitgeber aussuchen. Und genau da könnten eine gute Anbindung und ein modernes Gebäude echte Argumente sein, ist der 40-Jährige überzeugt. In dem Neubau sind neben modernen Büros und Werkstätten auch gemütliche Aufenthaltsmöglichkeiten geplant. „Man soll nach Feierabend auch mal zusammen ein Bier trinken können.“

Bis es so weit ist, dauert es aber noch. Hargitai rechnet mit zehn Monaten Bauzeit. Die soll starten, sobald alle Genehmigungen vorliegen. Er hofft, den neuen Standort in zwölf bis 24 Monaten eröffnen zu können. Die Arbeiten übernimmt ein Leichlinger Generalbauunternehmen, das bereits das Blechcon-Gebäude errichtete.

Frank Balkenhol begrüßt die Neuansiedlung in Fürkeltrath. Coolconcept habe sich im „Wachstumssegment Raumklima gut ausgerichtet“ und am neuen Standort die Möglichkeiten, weitere Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Das freut den Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung besonders, da Coolconcept Lieferant vieler wichtiger Solinger Firmen sei. In der Tat sind Coolconcept-Produkte unter anderem bei „Deutschlands größtem Süßwarenhersteller“, einem „großen Automobilzulieferer“ sowie „allen namhaften Klingenhersteller, die in Solingen ansässig sind“, im Einsatz.

An großen Anlagen hat Hargitai besonderen Spaß. Rund 50 Prozent des Umsatzes machen die Sparten Industrie- und Gewerbekälte sowie Kühltürme aus. In diesem Bereich hat Coolconcept die Auswirkungen der Krise deutlich gespürt. Trotzdem steht Hargitai zufolge 2020 ein Umsatzplus von knapp 30 Prozent.

Das ist auf das zweite Standbein des Unternehmens zurückzuführen: Klimatechnik. „Da lief es in diesem Jahr unglaublich.“ Statt in den Urlaub zu fahren, investierten die Menschen in ihre Immobilien. Klimaanlagen stehen bei vielen nach zuletzt heißen Sommern hoch im Kurs. „Das Wetter macht Werbung für uns“, sagt Hargitai. Er vermutet, dass sich dieser Trend fortsetzt. Gleichzeitig rechnet er mittelfristig auch bei den Industrie- und Gewerbekunden wieder mit einer höheren Investitionsbereitschaft. Dementsprechend optimistisch blickt der 40-Jährige in die Zukunft.

In den kommenden fünf Jahren möchte Tibor-Sebastian Hargitai die Mitarbeiterzahl seines Unternehmens auf 80 steigern: „Unser Ziel ist gesundes Wachstum.“ Am neuen Standort besteht dazu die Möglichkeit: Coolconcept hat die Option, weitere 1300 Quadratmeter des Grundstücks zu bebauen.

Fürkeltrath I

38 500 Quadratmeter ist Fürkeltrath I groß. 17 000 befinden sich Frank Balkenhol zufolge noch in der Vermarktung. Seit der Ansiedlung der Blechcon GmbH habe das Interesse an dem Gewerbegebiet „deutlich zugenommen“. Die Wirtschaftsförderung befinde sich mit Bestands-und externen Unternehmen im Gespräch.

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