Breuer & Schmitz setzt Modernisierung fort

Viele Mitarbeiter und ihre Angehörigen kamen zum Richtfest von Breuer & Schmitz an der Monhofer Straße. Foto: Christian Beier
+
Viele Mitarbeiter und ihre Angehörigen kamen zum Richtfest von Breuer & Schmitz an der Monhofer Straße.

Solinger Beschlaghersteller bezieht 2022 Neubau an der Monhofer Straße

Von Manuel Böhnke

Solingen Die Geschichte der Breuer & Schmitz GmbH & Co. KG ist eng mit der Locher Straße in Solingen-Wald verbunden. 1883 wurde der Beschlaghersteller dort gegründet. Das sukzessive erweiterte Firmengelände zeichnet ein Bild der Entwicklung, die das Familienunternehmen in den vergangenen 138 Jahren genommen hat. 2022 wird ein neues Kapitel aufgeschlagen: Im Frühjahr ist der Umzug des Betriebs an die Monhofer Straße vorgesehen. Im dortigen Gewerbegebiet entsteht derzeit ein Neubau mit knapp 5000 Quadratmetern Grundfläche. Gestern fand das Richtfest statt.

„Dieser Schritt ist das sichtbare Zeichen unseres Modernisierungsprozesses“, erklärte Geschäftsführer Markus Müller. Die Entwicklung begann vor mehr als 20 Jahren. 2000 übernahmen Gerd Schütz und seine Schwester Rosemarie Müller den Betrieb. Sie legten den Grundstein für das Unternehmen in seiner aktuellen Form.

„Was die Politik fordert, setzt die Industrie längst um.“

Patrick Müller, Geschäftsführer Breuer & Schmitz

Die Brüder Patrick und Markus Müller sind seit vielen Jahren für das operative Geschäft verantwortlich. Letzterer kann sich an schwierige Zeiten erinnern, unter anderem in Folge der weltweiten Finanzkrise 2008. Seit einigen Jahren seien die Auftragsbücher allerdings voll, der Pfeil kenne nur noch eine Richtung: nach oben. „Neben unseren Mitarbeitern ist die technologische Weiterentwicklung ausschlaggebend dafür, wie das Unternehmen heute dasteht.“

Bereits vor mehr als 15 Jahren sei klar geworden, dass das Entwicklungspotenzial am aktuellen Standort begrenzt ist. Das knapp 13 000 Quadratmeter große Grundstück sei schlicht zu weitläufig, das Fabrikgebäude zu verwinkelt für optimierte Abläufe und Prozesse. Hinzu kommen ausufernde Energiekosten, um die teils mehr als 100 Jahren alten Fabrikhallen zu heizen. „Eine Sanierung wäre betriebswirtschaftlicher Unsinn und im laufenden Betrieb nicht machbar gewesen“, erklärte Prokurist David Hinz. Mit seinem Cousin Moritz Müller, ebenfalls Prokurist, verkörpert er die nächste Generation bei Breuer & Schmitz.

An der Monhofer Straße entsteht ein Neubau nach den Vorstellungen der Verantwortlichen. Für diesen Schritt sei „jetzt der absolut richtige Zeitpunkt, um die Firma für die nächsten Generationen aufzustellen“, betonte Markus Müller gestern. Auf der Baustelle machten sich viele Mitarbeiter und ihre Familien ein Bild vom Stand des Projektes.

Bald kann der Innenausbau starten. Mit externen Partnern wurden die Hallen geplant, um einen optimalen Produktionsablauf zu ermöglichen. Hinzu kommen eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und eine moderne Heizung. Alleine durch diese Schritte erhofft sich Patrick Müller jährliche CO2-Einsparungen von bis zu 700 Tonnen. „Was die Politik fordert, setzt die Industrie längst um“, betonte der Geschäftsführer.

Anfang März 2022 soll der Neubau fertig sein, der Umzug unmittelbar im Anschluss erfolgen. Nicht nur die Maschinen von Breuer & Schmitz werden von Wald nach Ohligs verlagert, sondern auch die knapp 70 Mitarbeiter. Dass sie den neuen Standort gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können, sei ein Argument für die Monhofer Straße gewesen. Und ein Grund, Solingen nicht den Rücken zu kehren, sind sich David Hinz und Moritz Müller einig.

Dementsprechend zufrieden zeigten sich die Verantwortlichen, in guter Zusammenarbeit mit der Stadt ein passendes Grundstück gefunden zu haben. „Dort haben wir die Möglichkeit, gesund zu wachsen“, gab Moritz Müller die Marschroute für die kommenden Jahre aus. In unmittelbarer Nachbarschaft lässt derzeit die Aricon Kunststoffwerk GmbH einen Neubau errichten. Auch für das verbliebene Grundstück befinde man sich in konkreten Gesprächen mit einem Solinger Unternehmen, verriet Wirtschaftsförderer Frank Balkenhol. Prokurist Elmar Jünemann ergänzte: „Wir sind froh, mit Breuer & Schmitz diese Lösung gefunden zu haben. So viele freie Flächen gibt es in der Stadt ja leider nicht mehr.“

Auf dem Gelände an der Locher Straße entsteht derweil Wohnraum. Der Investor Kondor Wessels plant dort, 167 Wohnungen zu errichten. „Wir wollen direkt nach dem Umzug von Breuer & Schmitz mit den Rückbauarbeiten beginnen“, verrieten Projektleiter Philipp Köster und Emilio Bertarelli, Geschäftsführer Kondor Wessels NRW GmbH, am Rande des Richtfests. Diese werden rund ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Unmittelbar daran sollen sich die Erd- und Hochbauarbeiten anschließen. „Wir möchten zeitliche Lücken vermeiden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Schmiede feiert 125-jähriges Bestehen
Schmiede feiert 125-jähriges Bestehen
Schmiede feiert 125-jähriges Bestehen
BIA: Solinger Automobilzulieferer informiert bei einem Online-Forum
BIA: Solinger Automobilzulieferer informiert bei einem Online-Forum
BIA: Solinger Automobilzulieferer informiert bei einem Online-Forum
Evertzberg setzt auf Feel-Good-Managerinnen
Evertzberg setzt auf Feel-Good-Managerinnen
Evertzberg setzt auf Feel-Good-Managerinnen
Messer fürs Schlachten und Zerlegen
Messer fürs Schlachten und Zerlegen
Messer fürs Schlachten und Zerlegen

Kommentare