Serienproduktion in Mexiko

BIA: Solinger Automobilzulieferer informiert bei einem Online-Forum

Jörg Püttbach ist geschäftsführender Gesellschafter bei BIA.Archivfoto: Michael Schütz
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Jörg Püttbach ist geschäftsführender Gesellschafter bei BIA.

Ein neuer Standort, ein neuer Technical Managers Automotive, eine neue Lackieranlage – bei BIA tut sich auch in Zeiten von Corona einiges.

Von Sven Schlickowey

Solingen. Der Automobilzulieferer, einer der größten Arbeitgeber in Solingen, hatte zu einem Online-Forum geladen, um Kunden und Partner über die aktuellen Entwicklungen innerhalb der Firmengruppe zu informieren.

Inklusive eines kurzen virtuellen Ausflugs nach Mexiko, wo BIA in der 750 000-Einwohner-Stadt San Luis Potosí ein neues Werk errichtet. „Ein spannendes Projekt“, wie es der geschäftsführender Gesellschafter Jörg Püttbach formulierte. Mit dem klaren Ziel, weitere Märkte zu erobern: „Wir wollen die guten BIA-Oberflächen auch der amerikanischen und mexikanischen Automobilindustrie zur Verfügung stellen.“

Im April des kommenden Jahres soll die Serienproduktion in Mexiko starten, mit zehn Spritzgussmaschinen, einer Galvaniklinie und rund 200 Mitarbeitern, die zu einem großen Teil bereits gefunden seien. Damit sei das Unternehmen dann an drei Standorten in Europa, einem in China und eben einem in Mittelamerika vertreten, sagte Püttbach, der aber auch klarstellte: „Das Herz von BIA schlägt in Solingen.“

Von der Klingenstadt aus wird zukünftig auch Dr. Markus Häp agieren – allerdings weltweit. Der promovierte Chemiker ist Anfang November als Technical Managers Automotive bei BIA eingestiegen. Als eine Art Bindeglied zwischen der Solinger Firma und ihren Kunden.

Seit dem Sommer ist eine Lackieranlage in Betrieb

Beschäftigen wird ihn – wie das ganze Unternehmen – die veränderte Rechtslage mit Chromtrioxid, dessen Verwendung von der EU inzwischen deutlich eingeschränkt wird. Geschäftsführer Dr. Markus Dahlhaus nutzte das Online-Forum, um über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren.

Vor allem die Umstellung in der laufenden Serienproduktion sei herausfordernd, so Dahlhaus, der aber nicht damit rechnet, dass im Zuge dieser Entwicklung verchromte Oberflächen aus dem Automobilbau verschwinden: „Man kann Chrom nicht ersetzen.“ Vor allem bei hochpreisigen Fahrzeugen und auf dem asiatischen Markt. Trotzdem setzt BIA längst auf weitere Techniken, wie die im Sommer in Betrieb genommene Lackieranlage zeigt. 3,5 Millionen Euro investierte das Unternehmen in Solingen, um sich neue Marktsegmente zu erschließen. „Mit dem Einstieg in die Produktion lackierter Oberflächen reagieren wir auf die Nachfrage am Automobilmarkt, die neben unseren galvanisierten Echtmetalloberflächen eben auch lackierte Kunststoffbauteile wünscht“, hatte Dr. Felix Heinzler, Leiter der Entwicklung und Prozesstechnik, dazu im Juli erklärt. Beim Online-Forum ließ er durchblicken, dass die Kunden das neue Angebot durchaus nutzen: „Anfragetechnisch ist das schon mal ganz spannend.“

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