Coronavirus

Unternehmen lehnen gesetzliche Homeoffice-Pflicht mehrheitlich ab

Das Arbeiten von zu Hause aus ist in der Pandemie für viele Menschen zum Alltag geworden. Archivfoto: Christian Beier
+
Das Arbeiten von zu Hause aus ist in der Pandemie für viele Menschen zum Alltag geworden.

IHK-Umfrage zeigt: Das Arbeiten von zu Hause aus wird nach Ende der Pandemie weiterhin eine Rolle spielen.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen im Bergischen will auch nach der Pandemie verstärkt auf Homeoffice setzen. Eine gesetzliche Pflicht dazu, wie von Teilen der Politik angedacht, lehnen die meisten Firmen aber ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK).

Bei der hatten 62 Prozent der teilnehmenden Unternehmen angegeben, dass für sie das Homeoffice auch in Zukunft eine stärkere Rolle spielen wird. Etwa drei Viertel davon favorisieren allerdings hybride Arbeitsformen, um auch die persönlichen Kommunikation im Unternehmen weiter zu fördern. Ein Viertel der Firmen will sogar in Zukunft stark auf das Thema Homeoffice setzen. Nur 22 Prozent der befragten Firmen gaben an, ihre Mitarbeiter nach Auslauf der derzeit gültigen Homeoffice-Pflicht wieder verstärkt in die Unternehmen zurückholen zu wollen.

In manchen Bereichen hat Präsenzarbeit Vorteile

So sehr die meisten die Bedeutung des Themas erkennen, vorschreiben lassen wollen sie es sich offenbar nicht: Über zwei Drittel aller Umfrageteilnehmer lehnen eine dauerhafte Pflicht, Homeoffice wo möglich anzubieten, ab. Nur rund 18 Prozent würden eine gesetzliche Regelung begrüßen, sechs Prozent plädieren für eine solche Regelung deutlich nach Ende der Pandemie. Insgesamt beteiligten sich fast 400 Firmen aus Remscheid, Solingen und Wuppertal an der online durchgeführten Umfrage.

Die spiegelt ein Meinungsbild wider, das sich zuletzt immer deutlicher in der hiesigen Wirtschaft abzeichnete. „Die Arbeitgeber wollen die Entscheidungshoheit“, hatte zum Beispiel Michael Schwunk, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Solingen, schon früher zum Thema erklärt. Auch weil Präsenzarbeit in manchen Bereichen Vorteile habe. Vor allem aber weil ein Gesetz kaum die betriebliche Realität komplett abbilden könne. Egal, wie es formuliert sei, müsse man in jedem Einzelfall schauen, für welchen Arbeitsplatz es greife und für welchen nicht, befürchtete Schwunk: „Und wir haben keine Lust, das bei den Arbeitsgerichten auszudiskutieren.“

Gegen eine Pflicht spreche auch, dass sich viele Firmen, wie in der aktuellen Umfrage, offen für das Thema zeigen, argumentieren Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände zudem. Corona habe gezeigt, dass sich die Arbeit im Homeoffice in vielen Betrieben gut integrieren lasse. Das entspricht auch den Beobachtungen der Bergischen IHK, wie Thomas Wängler, bei der IHK Geschäftsführer für Standortpolitik, schon früher berichtet: „Nach unserer Beobachtung ist das Instrument Homeoffice bei vielen Unternehmen mittlerweile im Betriebsalltag angekommen und wird entsprechend genutzt.“

Alle Corona-Regeln im Bergischen finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

NGG in Solingen hat eine neue Chefin
NGG in Solingen hat eine neue Chefin
NGG in Solingen hat eine neue Chefin

Kommentare