Agentur für Arbeit

Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist kritisch

Martin Klebe leitet die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Er rät Jugendlichen, sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen – und Betrieben, die entsprechenden Angebote bereitzuhalten. Archivfoto: Uli Preuss
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Martin Klebe leitet die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Er rät Jugendlichen, sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen – und Betrieben, die entsprechenden Angebote bereitzuhalten. (Archivfoto)

Die Zahl der Bewerber sinkt laut Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal stark.

Bergisches Land. Zur Halbzeit des aktuellen Ausbildungsjahres zieht die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal eine durchwachsene Zwischenbilanz. Einbrüche gab es vor allem auf der Arbeitnehmerseite. In Remscheid sank die Zahl der gemeldeten Bewerber im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent – in Solingen beträgt der Rückgang 21,5 Prozent. „Mit dieser Bewerberentwicklung steuert der Ausbildungsmarkt 2021 auf eine außerordentlich kritische Situation zu“, warnt Martin Klebe.

Der Leiter der hiesigen Arbeitsagentur sendet deshalb einen Appell an diesjährige Schulabgänger und ihre Eltern: „Schauen Sie nach vorne über die Pandemie hinaus und nutzen Sie das Angebot an Ausbildungsstellen.“ Gleichzeitig rät er noch unentschlossenen Betrieben im Bergischen, weiterhin „ihre Ausbildungsbemühungen fortzusetzen“.

Der Ausbildungsmarkt steuert auf eine außerordentlich kritische Situation zu.

Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal

Von Oktober 2020 bis März 2021 wurden im bergischen Städtedreieck 5,9 Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahreszeitraum. 1613 Ausbildungsplätze sind in Remscheid, Solingen und Wuppertal derzeit noch unbesetzt. Besonders viele offene Stellen gibt es in den Berufsgruppen Verkauf, Handel sowie Arzt- und Praxishilfe. Demgegenüber stehen 1553 unversorgte Bewerber.

Um beide Gruppen zusammenzubringen, verweist die Agentur für Arbeit auf das „Bergische Azubi-Dating: Voll digital“. Noch bis zum 31. Juli bietet die Online-Plattform Schülern die Möglichkeit, unkompliziert Kontakt zu Arbeitgebern aufzunehmen. Wer bislang kein Glück bei der Ausbildungsplatzsuche hatte, dem rät Martin Klebe dringend, nach Alternativen zu suchen und sich beraten zu lassen: „Grundsätzlich sollten Jugendliche nicht alle Hoffnung auf eine Karte setzen, sondern sich frühzeitig nach einer alternativen Ausbildung umsehen, um einen Plan B zu haben. Häufig gibt es Optionen, die dem Wunschberuf ähnlich sind.“

Um die Zahl der Ausbildungsplätze zu stabilisieren, gibt es seit August 2020 das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“. Dieses sieht unter anderem eine Prämie für Unternehmen vor, die ihr Ausbildungsniveau halten oder erhöhen, obwohl sie von der Corona-Krise wirtschaftlich stark betroffen sind. 207 Anträge darauf wurden im Bergischen seit dem vergangenen Jahr bewilligt, 39 davon in Remscheid, 76 in Solingen. Die Arbeitsagentur erklärt, dass das Bundeskabinett die Verlängerung und Weiterentwicklung von „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen hat.

Nicht nur aktuelle Werte zum Ausbildungsmarkt wurden gestern veröffentlicht, sondern auch die aktuellen Arbeitslosenzahlen. „Trotz der weiter spürbaren Pandemie-Auswirkungen ist die Arbeitslosigkeit erneut gesunken. Die übliche Frühjahrsbelebung bleibt mit Blick auf den im Vergleich zum Vormonat überwiegend rückläufigen Stellenzugang jedoch sehr verhalten“, fasst Klebe die Entwicklung zusammen.

In Remscheid beträgt die Arbeitslosenquote derzeit acht Prozent. 4747 Personen sind arbeitslos gemeldet. Das sind zwar 102 weniger als im Vormonat, allerdings 353 mehr als im März 2020. Ähnlich ist die Lage in Solingen. Auch in der Klingenstadt beträgt die Arbeitslosenquote acht Prozent. 6958 Solinger sind arbeitslos gemeldet. Im Februar lag die Zahl noch um 30 höher. Im Vergleich zum März vor einem Jahr ist jedoch ein Zuwachs um 700 Personen zu erkennen.

Ein weiterer Effekt der Krise: Weil es weniger Beschäftigungsmöglichkeiten gibt, hat die Langzeitarbeitslosigkeit deutlich zugenommen. Demnach sind 43,6 Prozent aller Arbeitslosen im Städtedreieck seit mehr als einem Jahr arbeitslos. Dass die Zahlen nicht noch schlechter sind, führt die Agentur für Arbeit vor allem auf einen Faktor zurück: „Ungeachtet aller überwiegend kritischen Entwicklungen bleibt die Kurzarbeit der stabilisierende Faktor im regionalen Arbeitsmarktgeschehen.“

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