Podcast

Bergische Macher: IHK-Präsident erlebt einen turbulenten Start

Henner Pasch steht im Podcast „Bergische Macher“ Rede und Antwort.

Bergisches Land. Seit dem 8. Juni dieses Jahres muss Henner Pasch seinen Alltag noch ein bisschen besser organisieren als zuvor. An diesem Dienstag haben die Mitglieder der Vollversammlung der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) den Solinger zu ihrem Präsidenten gewählt. In seiner Heimatstadt ist der 40-Jährige geschäftsführender Gesellschafter der 2006 von ihm gegründeten Fourtexx GmbH. Außerdem ist er Geschäftsführer der Alina GmbH in Bad Oeynhausen – und zweifacher Familienvater. Wie sich diese und weitere Aufgaben miteinander vereinbaren lassen, darüber spricht Henner Pasch in der neuen Folge des Formats „Bergische Macher“. Im Wirtschaftspodcast von Remscheider General-Anzeiger und Solinger Tageblatt erklärt der 40-Jährige unter anderem seinen Weg zum Unternehmertum, warum er sich ehrenamtlich engagiert und welche Erwartungen er an die Politik hat. Es folgen Auszüge aus dem mehr als eineinhalb stündigen Gespräch.

Henner Pasch über . . .

. . . seinen Start als IHK-Präsident:

Bei der Amtsübergabe habe sein Vorgänger Thomas Meyer erklärt, der Sommer sei eine eher ruhige Zeit, die sich gut eigne, um sich mit den Aufgaben eines IHK-Präsidenten vertraut zu machen. „Das hat nicht so gut geklappt“, erzählt Henner Pasch schmunzelnd. Die Corona-Pandemie und das Hochwasser Mitte Juli mit seinen verheerenden Folgen hätten einem ruhigen Start verhindert. Mit dem Spendenkonto für von der Flut betroffene Unternehmen habe die Kammer auf diese Herausforderung allerdings schnell reagiert. Rund 360 000 Euro sind dort inzwischen eingegangen.

Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich Pasch mit seinen ersten zweieinhalb Monaten im Amt prinzipiell zufrieden. Zurücklehnen ist jedoch nicht angesagt: „Es gibt viele Dinge, mit denen wir uns beschäftigen müssen.“ Beispielhaft nennt der 40-Jährige die Bewältigung der Corona- und Hochwasser-Folgen, die Digitalisierung und die Dekarbonisierung der Wirtschaft. „So schnell wird uns die Arbeit nicht ausgehen.“

Seit dem 8. Juni ist Henner Pasch IHK-Präsident. Im Podcast „Bergische Macher“ spricht er unter anderem über den Start ins Amt.

. . . Veränderungen der Arbeitswelt:

Als Unternehmer beschäftigt sich Henner Pasch seit 15 Jahren mit Personal- und Zeitwirtschaft. Der 40-Jährige rechnet nicht damit, dass Automatisierung und Künstliche Intelligenz zu einem dramatischen Arbeitsplatzverlust führen. Auch eine drastische Reduzierung der Arbeitszeit hält er angesichts des demografischen Wandels derzeit für unwahrscheinlich. Dagegen erwartet er, dass sich die Arbeitszeitgestaltung massiv verändert, „weil es an vielen Stellen nicht mehr nötig ist“, klassisch von 9 bis 17 Uhr zu arbeiten.

. . . seine Erwartungen an die Politik:

Viele wichtige Themen warten nach der Bundestagswahl am 26. September auf die neue Bundesregierung. Zwei davon hält Henner Pasch neben dem Klimawandel für besonders zentral. Da ist zum einen die Frage, wer für die staatliche Unterstützung in der Corona-Pandemie und nach der Hochwasser-Katastrophe aufkommt. Hier fordert der IHK-Präsident klare Kante: „Dass wieder jemand hergeht und mutig Dinge angeht, die ihm vielleicht in der Nachbetrachtung negativ ausgelegt werden, die sich für unser Land, für unsere Bevölkerung, für unsere Volkswirtschaft aber positiv auswirken. Also mutig auch mal unbeliebte Entscheidungen zu treffen, die jetzt einfach sein müssen.“

Eine Lösung brauche es ebenfalls dringend für überschuldete Kommunen wie Remscheid, Solingen und Wuppertal. „Wir sehen ja zum Beispiel in so einer Hochwasser-Situation, wie wichtig es ist, dass wir eine gut ausgestattete Berufsfeuerwehr haben, dass wir gut ausgestattete Technische Betriebe haben, dass wir Möglichkeiten haben, schnell Hilfe zu leisten, dass eine funktionierende und gut organisierte Infrastruktur wichtig ist“, betont Pasch. Damit diese Voraussetzungen weiter gegeben sind, brauche es von Land und Bund Entlastung für die städtischen Haushalte. Die Situation werde durch die aktuellen Herausforderungen noch verschärft: „Wenn die wieder nur durch Schulden finanziert werden, stehen unsere kommunalen Haushalte ganz, ganz schnell vor dem Bankrott. Das wirkt sich unmittelbar auf die Wettbewerbssituation unserer Unternehmerinnen und Unternehmer aus und natürlich auch auf die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger.“ Deshalb ermutigt Pasch beide Gruppen, die Bundestagskandidaten im Wahlkampf nach ihren Lösungsvorschlägen für dieses Problem zu fragen.

. . . seine Ziele als IHK-Präsident:

Die Finanzsituation der IHK im Blick behalten, digitale Transformation, Reduzierung des CO2-Fußabdrucks, die hiesige Wirtschaft stärken – an Aufgaben für Henner Pasch mangelt es nicht. Gleichzeitig möchte der IHK-Präsident die Kammer noch viel mehr als Service-Gesellschaft für die Unternehmen der Region etablieren. Bis 2025 hat er mindestens dafür Zeit. Dann endet die aktuelle Wahlperiode.

Podcast

Henner Pasch ist in der neuen Folge des Podcasts „Bergische Macher“ der B. Boll Mediengruppe zu Gast. In der siebten Episode spricht der IHK-Präsident unter anderem über seinen Weg in die Selbstständigkeit, Herausforderungen für die bergische Wirtschaft und die schwierige Entscheidung, für welche Partei er bei der Bundestagswahl stimmt. Das Gespräch ist auf gängigen Plattformen wie Spotify, iTunes, Deezer und Youtube abrufbar.

Hier finden Sie weitere Podcasts der Reihe „Bergische Macher“: www.solinger-tageblatt.de/solingen/podcast.

Rubriklistenbild: © Christian Beier

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