Videospiele

Bergischer Unternehmer möchte ein Vorreiter sein

Werner Edwin Tuzar ist der Gründer von Zartu Games.
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So soll die Oberfläche von „World of Pirates“ aussehen, wenn das Spiel offiziell an den Start geht.

Werner Edwin Tuzar entwickelt Videospiele, in denen sogenannte NFTs eine wichtige Rolle spielen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Für Werner Edwin Tuzar ist die aktuelle Situation mit den frühen 2000er Jahren vergleichbar. Damalige Prophezeiungen, das Internet werde sich nicht dauerhaft durchsetzen, wirken aus heutiger Sicht unfreiwillig komisch. Ähnlich verhält es sich in den Augen des 33-Jährigen mit Aussagen, Kryptowährungen und NFTs erleben momentan einen vorübergehenden Hype. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt der gebürtige Rumäne. Und er möchte von Solingen aus zu den Vorreitern gehören – mit Videospielen.

„Am Ende ist es ein Videospiel.“

Werner Edwin Tuzar über seine Vision für „World of Pirates“

Zartu Games heißt sein Unternehmen. Mit der Gründung hat Tuzar mehrere Interessen verbunden. „Ich zocke gerne“, sagt er lachend. Das sei schon in Rumänien so gewesen, wo er Cybernetics studierte. Tuzars Vater hat deutsche Wurzeln, Teile der Verwandtschaft leben hier. Deswegen zog es ihn für das Master-Studium nach Kaiserslautern. An der dortigen Technischen Universität machte er seinen Abschluss im Bereich Softwareentwicklung.

Werner Edwin Tuzar ist der Gründer von Zartu Games.

Nach einer Zeit als wissenschaftliche Hilfskraft am Frauenhofer-Institut fand er eine Anstellung bei der Creditreform in Neuss, ehe es ihn zu Prodyna zog. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Eschborn und mehreren Niederlassungen, unter anderem in Düsseldorf, ist auf IT-Beratung und -Entwicklung spezialisiert. „Seit zwei, drei Jahren habe ich mich verstärkt mit Kryptowährungen beschäftigt“, sagt der in Solingen lebende Vater einer kleinen Tochter. Zartu Games vereint dieses Interesse mit seiner Leidenschaft für Gaming.

Die Vision klingt simpel: „Am Ende ist es ein Videospiel.“ Vorgesehen sind bei „World of Pirates“ zunächst zwei Modi. Einerseits eine Art Schach mit verschiedenen Fantasy-Figuren. Zum anderen ein Battle Royale. Dabei treten die Charaktere in einer digitalen Welt gegeneinander an. Alle starten mit den gleichen Voraussetzungen. Die Hilfsmittel, um den Kampf zu gewinnen, müssen die Spieler auf der Karte einsammeln.

Der Clou von „World of Pirates“ ist weniger die Spielidee, sondern vielmehr die Technologie dahinter. Bei den Spielkarten, auf denen die unterschiedlichen Charaktere abgebildet sind, handelt es sich um sogenannte NFTs. An dieser Stelle wird es für Laien etwas kompliziert. Das Akronym steht für „Non-Fungible Token“. Stark vereinfacht ausgedrückt sind das nicht austauschbare, digitale, handelbare Güter. Wie Kryptowährungen basieren sie auf der Blockchain-Technologie, einer dezentralen Datenbank (| Kasten). Diese ermöglicht es, zu jeder Zeit zu erkennen, wer der tatsächliche Eigentümer eines NFTs ist. Das Kopieren wird unattraktiv. Konkret nutzt Zartu Games die Cardano-Blockchain.

Doch welcher Vorteil ergibt sich für die Spieler? Zunächst ein Anspruch auf Exklusivität. Zwar ist nicht jeder Charakter einmalig, dafür aber die digitalen Karten, auf denen sie abgebildet sind. Zudem ist es nicht möglich, dass die Karten gelöscht werden, wenn jemand den Zugriff auf seinen Account verliert. Darüber hinaus kann leichter mit den Charakteren gehandelt werden als bei anderen Videospielen.

Noch ist Werner Edwin Tuzars Vision allerdings Zukunftsmusik. Zwar ist der erste NFT bereits erhältlich. Bis gespielt werden kann, braucht es jedoch noch Zeit und Geld. Der 33-Jährige hofft, im nächsten Jahr aus unterschiedlichen Programmen einen sechsstelligen Betrag sammeln zu können. Sein aktueller Plan sieht vor, dass ab Ende 2022 erste Testversuche starten können. Anfang 2024 soll dann die Vollversion von „World of Pirates“ zur Verfügung stehen. Übrigens kostenfrei – die Wertschöpfung ist über Käufe der Nutzer im Spiel vorgesehen, etwa für ein bestimmtes Aussehen ihres Charakters. Gleichzeitig sollen die Gamer die Möglichkeit haben, die Weiterentwicklung des Konzepts maßgeblich zu beeinflussen.

Fünf Technologieexperten aus der ganzen Welt unterstützen Tuzar derzeit, ohne angestellt zu sein. Zudem hat er an einem Förderprogramm für Start-ups teilgenommen. Er selbst treibt das Vorhaben inzwischen in Vollzeit voran. Und schaut dabei nach links und rechts: „NFTs und Kryptowährungen sind auch für viele andere Projekte interessant.“

www.zartugames.com

www.worldofpirates.io

Blockchain

Blockchain-Definition der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: „Blockchains sind fälschungssichere, verteilte Datenstrukturen, in denen Transaktionen in der Zeitfolge protokolliert, nachvollziehbar, unveränderlich und ohne zentrale Instanz abgebildet sind. Mit der Technologie lassen sich Eigentumsverhältnisse direkter und effizienter als bislang sichern und regeln.“ Dafür bilde eine lückenlose und unveränderliche Datenaufzeichnung die Grundlage.

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