Beim Impfnachweis nicht den Datenschutz vergessen

Vielerorts gehört die Kontrolle des Covid-19-Impfstatus inzwischen dazu. Verbraucherschützer mahnen dabei zur Vorsicht. Foto: Roland Keusch
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Vielerorts gehört die Kontrolle des Covid-19-Impfstatus inzwischen dazu. Verbraucherschützer mahnen dabei zur Vorsicht.

Verbraucherzentrale mahnt zur Vorsicht beim Umgang mit Gesundheitsdaten

Von Sven Schlickowey

BERGISCHES LAND Ob 3G oder 2G, wer ins Fitnessstudio, Kino oder Restaurant möchte, bekommt mit einem Impfnachweis leicht Zutritt. Dabei gebe man allerdings teils sensible persönliche Daten preis, mahnen die bergischen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale. Und raten deswegen zur Vorsicht.

Die im Hinblick auf den Datenschutz vermutlich risikoärmste Form sei die Sichtkontrolle am Eingang, weil dabei keine Daten gespeichert werden: „Dies kann über den Impfpass und das digitale Covid-Impfzertifikat der EU erfolgen - entweder in ausgedruckter Form oder digital abgespeichert in der Corona-Warn-App oder der CovPass-App.“ Der Vorteil der digitalen Lösung bestehe darin, dass dort nur die Informationen zur Covid-Impfung erfasst seien, nicht aber zu anderen Immunisierungen, sagen die Verbraucherschützer.

Theoretisch bestehe zwar auch beim digitalen Impfnachweis die Gefahr, dass Informationen durch installierte Spionage-Software in fremde Hände geraten. „Die Daten werden aber bei der CovPass- und der Corona-Warn-App ausschließlich auf dem Smartphone gespeichert und nicht an einen Cloud-Speicher oder Anbieter übermittelt.“ Das reduziere das Risiko.

Gerade Dienstleister mit einer Stammkundschaft würden den Check-In vereinfachen, indem sie den Impfstatus ihrer Kunden abspeichern, sagt die Verbraucherzentrale – und gibt zu bedenken: „Was auf den ersten Blick als kundenfreundliche Lösung erscheint, sollte jedoch mit Bedacht abgewogen werden.“

So sei die Speicherung von Gesundheitsdaten, und damit auch des Impfstatus, laut geltender Datenschutzgrundverordnung nur zulässig, wenn der Verbraucher dem ausdrücklich zustimme. Und dies wiederum setze eine wirkliche Wahlmöglichkeit voraus: „Wichtig ist hierbei, dass eine echte Wahl besteht, die Einwilligung auch zu verweigern. Müssten die Mitglieder eines Fitnessstudios ihren Impfstatus registrieren lassen, um überhaupt dort trainieren zu können, kann die Verarbeitung prinzipiell nicht auf eine Einwilligung gestützt werden.“ Erteile man seine Einwilligung, sei die zudem jederzeit widerrufbar.

Grundsätzlich sollten alle Verbraucher sparsam mit ihren Daten umgehen, raten die Verbraucherschützer. Das betreffe insbesondere sensible Gesundheitsdaten wie den Impfstatus: „Das Risiko von Datenmissbrauch kann nie ausgeschlossen werden.“ Deswegen müsse man als Kunde gut überlegen, ob die gesparte Wartezeit beim Einlass die Speicherung des Impfstatus auf dem Server des Anbieters oder gar in der Cloud wert ist.

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