Technik

Auch das Pepper-Aus kann Entrance Robotics nicht stoppen

Firmengründer Jörg Heynkes war viel mit Pepper unterwegs, hier bei einer Talkshow im Remscheider Teo Otto Theater. Archivfoto: Roland Keusch
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Firmengründer Jörg Heynkes war viel mit Pepper unterwegs, hier bei einer Talkshow im Remscheider Teo Otto Theater.

Wuppertaler Firma setzt weiterhin auf Roboter als Assistenten für Menschen.

Von Tanja Heil

Wuppertal. Eines der bekanntesten Gesichter der Robotik geht in den Ruhestand: Pepper, der kindlich-süß aussehende humanoide Roboter aus Japan, der im deutschsprachigen Raum von Wuppertal aus vertrieben wird, wird nicht weiter produziert. Das hat die Herstellerfirma bekannt gegeben. Grund sei die zu geringe Nachfrage, heißt es. Ein Argument, das Marc Schmidt nicht ganz nachvollziehen kann.

Schmidt ist Geschäftsführer der Wuppertaler Firma Entrance Robotics, die Pepper und seinen kleinen Bruder Nao seit 2016 in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreibt. „Wir konnten in den letzten Jahren in allen Branchen Erfolge durch zielführende Integrationen von Service-Robotik verbuchen“, sagt Schmidt. Er sieht die Branche jedoch im Umbruch und versteht deshalb, dass der Hersteller das Projekt auf Eis gelegt hat – hofft allerdings auch, dass bereits begonnene Entwicklung einer neuen Pepper-Generation irgendwann wieder aufgegriffen wird.

Entrance Robotics hat in den vergangenen Jahren die Software der menschenähnlichen Roboter stark weiterentwickelt. Denn jeder Roboter ist nur so gut wie seine Programmierung. Zuletzt haben sich Wuppertaler dabei zunehmend auf Senioren konzentriert. „Pepper kann demenzkranke Menschen beschäftigen, er singt mit ihnen und motiviert sie, sich zu bewegen“, erzählt Firmengründer Jörg Heynkes. Der Roboter sorge für „Social Happiness“.

Marc Schmidt sieht Pepper und Co. als Schlüsselfaktor für eine alternde Gesellschaft: „Wir haben aktuell schon mehr als 30 Standorte in Deutschland, welche Pepper zur Unterstützung in der Altenpflege nutzen, und es werden stetig mehr.“ 2018 begann Entrance Robotics ein Modellprojekt mit der Caritas. Seitdem wurde Pepper immer mehr an die Bedürfnisse in der Pflege angepasst.

Doch auch nach dem Pepper-Aus rechnet das Wuppertaler Unternehmen damit, dass Robotik in Zukunft eine noch größere Rolle spielen wird. Schon jetzt seien die Service-Roboter ökonomisch ein sehr erfolgreiches Projekt: „Humanoide Roboter werden sich mehr und mehr als ideale Assistenten für uns Menschen in allen Bereichen beweisen und in Kombination mit spezialisierten Robotern – etwa Reinigungs- oder Logistikrobotern – eine zentrale Kommunikationsschnittstelle zur Nutzung von Services bilden.“

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