Handel

Artgerechte Ernährung für Hunde und Katzen

Von Burscheid aus werden 650 Geschäfte beliefert.
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Von Burscheid aus werden 650 Geschäfte beliefert.

Burscheider Unternehmen Dibo stellt besonderes Tierfutter her.

Von Stephan Eppinger

Barfen liegt im Trend, berichtet Dibo-Geschäftsführer Remi Selbach.

BURSCHEID Die Abkürzung „BARF“ steht für „Biologisch Artgerechte Rohfütterung“. Und „Barfen“ liegt voll im Trend, wie der Geschäftsführer des Burscheider Tierfutterhersteller Dibo, Remi Selbach (39), berichtet. Das Unternehmen im Ortsteil Massiefen hatte sein Vater im Jahr 1988 übernommen. „Begonnen haben wir mit Tiefkühlware, als artgerechte Ernährung für Hunde aus Fleisch.“ Dazu habe man sich vorab intensiv mit Hundehaltern, Jägern, Tierärzten und Züchtern ausgetauscht, sagt Selbach, der seit 15 Jahren das Familienunternehmen leitet: „Hunde sind von Natur aus Fleischfresser und bevorzugen die nahrhaften Innereien von Rind, Lamm, Wild oder Geflügel.“ Später seien dann noch natürliche Knabberartikel aus getrocknetem Pansen oder Schweineohren, die sogenannten Naturcosmics, dazugekommen.

Der Schwerpunkt der Produktion am „alten Burscheider Schlachthof“, einer ehemaligen Fleischwarenfabrik, liegt noch immer auf der Tiefkühlware für Hunde und Katzen, die aus frischer Rohware vom Geflügel, Rind, Lamm oder auch aus Wild ohne Konservierungs-, Geschmacks- oder Farbstoffe hergestellt wird. Auch die Naturcosmics werden aus Rohware hergestellt, die das Unternehmen vor allem aus Deutschland bezieht.

„Schon die Wölfe haben ihre Nahrung gejagt, gerissen und roh gefressen.“

Remi Selbach, Dibo-Geschäftsführer

Dazu kommt schonend zubereitetes Dosenfutter und für das Barfen wichtige Nahrungsergänzungsmittel wie Kartoffelflocken oder Lachsöl. Am zweiten Burscheider Standort an der Industriestraße werden die Produkte verpackt und bundesweit versendet. „Unser Futter gibt es bei Baumarktketten und Raiffeisen-Märkten genauso wie im Fachhandel wie zum Beispiel bei Fressnapf“, erklärt Selbach.

Sein Burscheider Unternehmen, bei dem knapp 40 Mitarbeiter beschäftigt sind, gehört zur Voff-Holding, die ihren Sitz in Stockholm hat. Vier Standorte finden sich in Deutschland, drei weitere in Großbritannien und Finnland, die sich wie Dibo auf die artgerechte, natürliche Tierernährung spezialisiert haben. Von Burscheid aus werden bundesweit insgesamt mehr als 650 Fachgeschäfte sowie europaweit acht Großhändler beliefert.

„Der Vorteil beim Barfen liegt darin, dass die von uns hergestellten Produkte der natürlichen Ernährung von Hunden und Katzen entsprechen“, erklärt Selbach. „Schon die Wölfe haben ihre Nahrung gejagt, gerissen und roh gefressen.“ Nahrung abzukochen, wie das andere Hersteller machen, sei dagegen unnatürlich. „Vieles beim Trocken- und Dosenfutter entspricht dem, was wir beim Menschen als Convenience oder als Fertiggerichte bezeichnen.“ Enthalten sei zum Beispiel oft Fleischmehl und Getreide. „Das kann bei Tieren auch Allergien auslösen.“

Der Dibo-Standort in Massiefen.

Vor allem deshalb sei Barfen ein stetig wachsender Trend, sagt Demi Selbach: „In Europa werden derzeit etwa zehn Prozent der Hunde gebarft.“ Während bei den Hunden gerne noch Gemüse, Reis, Kartoffelflocken oder Lachsöl zum Rohfleisch hinzugegeben werden, sind Katzen laut Selbach fast reine Fleischfresser, die normalerweise keine Ergänzungen brauchen.

Zu den aktuellen Herausforderungen für den Tierfutter-Hersteller gehört die anhaltende Corona-Pandemie. „Der Absatz ist für uns kein Problem, aber auch bei uns sind die Lieferketten gestört.“

Das gelte für Rohstoffe wie für Verpackungsmaterial. „Alles ist sehr teuer geworden. Dazu kommen die hohen Energiepreise.“ Die Trockenkammer würden mit Gas betrieben, und auch für die Kühlhäuser bräuchten sie Strom, berichtet Selbach: „Ich habe es in unserer gesamten Firmengeschichte noch nicht erlebt, dass wir zweimal in einem Jahr die Preise anpassen mussten.“

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