Bergische Marktführer

Die Arbeiten von Östling sind unverwüstlich

Geschäftsführer Rolf Östling und Adam Karl Rduch führen der Kundschaft in diesem Raum Produktentwicklungen vor. Foto: Daniela Tobias
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Geschäftsführer Rolf Östling und Adam Karl Rduch führen der Kundschaft in diesem Raum Produktentwicklungen vor.

Mit Nadelprägern und Lasern aus Solingen werden verschiedene Metallteile für die Ewigkeit beschriftet.

Von Jennifer Preuß

Kaum ein Gebrauchsgegenstand kommt ohne sie aus: QR-Codes, Barcodes und Zahlenkombinationen. Auch im Auto sind sie wichtig, beispielsweise am Fahrgestell oder am Motorblock. „Sie dienen der Rückverfolgbarkeit“, erklärt Adam Rduch, kaufmännischer Leiter der Firma Östling Markiersysteme. „Im Zweifelsfall muss man wissen, was versagt hat und wo.“ Mit den Markierungen lässt sich nachvollziehen, wie alt das Produkt bereits ist, zu welcher Charge es gehört und wo es hergestellt wurde. Das ist im Garantiefall wichtig.

Die Firma Östling mit Hauptsitz in Solingen stellt Geräte her, mit denen man genau diese Erkennungszeichen auf Fahrzeugteilen, aber auch vielen anderen Gegenständen einprägen kann. Die Kunden kommen vor allem aus der Automobil- und Stahlwarenindustrie. Aber auch Medizintechnik, Schneidwarenindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Lohnbeschriftungen sind stark vertreten.

Im firmeneigenen Labor an der Broßhauser Straße wird an neuen Anwendungsmöglichkeiten und Technologien getüftelt. „Hier werden Ideen geboren“, so Adam Rduch. Das neuste Produkt aus dem Hause Östling ist der „Aio“, ein diodengepumpter Laser, der sich noch leichter in Produktionsketten integrieren lässt als seine Vorgänger.

Wie aber bekommt man die Codes beispielsweise auf massive Stahlteile? Es gibt vier Möglichkeiten: Die Codes lassen sich nadelprägen, ritzen oder lasern. Bei Gegenständen, die nicht stark beansprucht werden, ist das elektrolytische Verfahren das Mittel der Wahl. Dabei läuft ein chemischer Prozess ab, bei dem mittels Strom das Abbild einer Schablone auf das Metall geätzt wird. „Sehr effizient und kostengünstig“, sagt Adam Rduch.

Lasertechnik kann für das Auge sehr gefährlich werden

Das teuerste Verfahren ist das Markieren mit Laser. Die Technik ist ausgefeilt, auf die Sicherheit wird höchsten Wert gelegt. „Laser kann fürs Auge sehr gefährlich werden. Wir sind mit unseren Richtlinien sehr streng.“ Eine ganze Bandbreite von Maschinen präsentiert Östling im Showroom. Markiersysteme gibt es sowohl als stationäre Maschinen, die in Produktionsketten integriert werden, als auch als mobile Handgeräte für schwer zugängliche Bereiche oder größere Teile.

Sind die Markierungen erst einmal vorgenommen, halten sie für die Ewigkeit und sind unverwüstlich. Das ist vor allem dann so, wenn Metall nadelgeprägt wurde, was in der Automobilindustrie genutzt wird. Selbst dann, wenn ein Auto komplett ausbrennt, sind die Codes auf dem Motorblock noch lesbar. Sind die Metallteile arg beschädigt, kann notfalls ein Ultraschallgerät die Markierungen wieder sichtbar machen. Gelaserte und elektrolytische Markierungen dagegen können, wenn auch mit viel Aufwand, abgetragen beziehungsweise unlesbar gemacht werden, weil sie nicht in die Tiefe des Materials gehen.

Das Unternehmen Östling gehört in Solingen zu den alteingesessenen Unternehmen. Gründer Rolf Östling, der in den siebziger Jahren mit seiner Geschäftsidee von Schweden nach Deutschland einwanderte, überwacht von Ohligs aus die Geschäfte in aller Welt. Östling unterhält Niederlassungen in Worthington (USA), Shenzhen (China), Saltsjö-Boo (Schweden), Stafford (Großbritannien) und Singapur. Einen Umsatz von sechs Millionen Euro erwartet der Geschäftsführer für dieses Jahr. „Wir bieten ein großes Spektrum an Markiersystemen an. Alles aus einer Hand“, sagt Adam Rduch. „Das ist unser Erfolgsrezept.“

Der Text entstammt dem Buch „Weltklasse – Bergische Marktführer“ (192 Seiten, 7,95 Euro) Das Buch ist erhältlich beim ST an der Mummstraße und in den Buchhandlungen Bücherwald und Kiekenap.

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