Mobilfunk

5G-Ausbau sorgt für Goldgräberstimmung

Antennen wie diese installieren Carsten Trost und seine Kollegen regelmäßig – im vergangenen Jahr unter anderem im Bergfried von Schloss Burg. Die bis zu 40 Kilogramm schweren Geräte sind für die Mobilfunkstandards UMTS, LTE und 5G ausgelegt. Foto: Christian Beier
+
Antennen wie diese installieren Carsten Trost und seine Kollegen regelmäßig – im vergangenen Jahr unter anderem im Bergfried von Schloss Burg. Die bis zu 40 Kilogramm schweren Geräte sind für die Mobilfunkstandards UMTS, LTE und 5G ausgelegt.

Die Carsten Trost Objektservice GmbH hat sich auf den Bereich Mobilfunk spezialisiert

Von Manuel Böhnke

Solingen. Teilweise fühlt sich Carsten Trost ins Jahr 2004 zurückversetzt. „Damals herrschte eine ähnliche Goldgräberstimmung wie im Moment“, erzählt der Solinger. Seinerzeit setzte der neue Mobilfunkstandard UMTS („Universal Mobile Telecommunications System“) seine Branche in Aufruhr. 17 Jahre später ist es die 5G-Technologie. „Das Geschäft brummt“, bestätigt der 49-Jährige.

Er ist Geschäftsführer der Carsten Trost Objektservice GmbH. Das Unternehmen hat sich als Dienstleister auf Projekte im Bereich Mobilfunk spezialisiert. Konkret geht es bundesweit um die Installation neuer Anlagen, Mastneubauten, Reparatur und Service. „Wir realisieren die komplette Infrastruktur von der Maststellung über den Kabelwegausbau bis hin zur Verkehrswegesicherung“, erläutert Trost. Ist die Systemtechnik aufgebaut, müssen die Mobilfunkunternehmen dafür sorgen, dass die neue Antenne ans Netz geht.

„Spektakuläre Höhen sind für uns Tagesgeschäft.“

Carsten Trost, Geschäftsführer der Carsten Trost Objektservice GmbH

Dabei arbeitet der Betrieb mit Generalunternehmern der großen Anbieter zusammen. Aktuell werden vorwiegend Aufträge der Telekom abgewickelt. Häufig geht es darum, die bis zu 40 Kilogramm schweren Antennen zu installieren. Diese sind nicht auf einen Mobilfunkstandard limitiert und dementsprechend komplex. „Die modernen Geräte können UMTS, LTE und 5G“, erläutert Trost. Gleich acht dieser weißen, rechteckigen Kästen haben der Geschäftsführer und seine Kollegen im August des vergangenen Jahres im Inneren des Bergfrieds von Schloss Burg installiert.

Für einen gebürtigen Klingenstädter sei das ein besonderer Auftrag gewesen, bekennt der 49-Jährige. Ebenfalls in Erinnerung bleiben wird ihm der rund 40 Meter hohe Funkmast, den seine Firma Anfang des Jahres an der Friedenstraße in Solingen-Aufderhöhe abgerissen hat. „Spektakulären Höhen sind für uns Tagesgeschäft“, betont Trost.

Die sieben Angestellten und vier Freiberufler, die für ihn im Einsatz sind, müssen dementsprechend schwindelfrei sein. Zumal die Bedeutung des Themas Mastneubau steigt. Einerseits sinke die Zahl der Dachflächen, die den Betreibern zum Mieten zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite erfordert die noch junge 5G-Technologie eine größere Zahl Antennen, um eine ausreichende Netzabdeckung zu gewährleisten. Trost erklärt: „Je höher die Frequenz, desto geringer die Reichweite.“

Der 49-jährige Solinger kennt das Geschäft seit mehr als 20 Jahren – auch die weniger glanzvollen Seiten. 1999 heuerte der gelernte Industriekaufmann im Innendienst einer Mobilfunkfirma an. Nachdem das Unternehmen und sein Nachfolgebetrieb Insolvenz anmelden mussten, hat er sich 2007 selbstständig gemacht. Zunächst lag der Fokus auf kleineren Aufträgen wie Entstörungen – die heimische Garage diente als Lager. Der Boom, den Carsten Trost seit rund zwei Jahren erlebt, war damals noch nicht abzusehen. Und ein Abschwung ist nicht in Sicht. Bis Ende dieses Jahres sollen 30 Prozent der Deutschen mit 5G versorgt sein. Ein bundesweites Netz bis 2025 ist das Ziel. Doch was kommt für Trost und seine Kollegen danach? Der Geschäftsführer bleibt gelassen: „In den 1990er Jahren dachten wir, der GSM-Mobilfunkstandard würde für immer das Maß aller Dinge bleiben.“ Doch es ist anders gekommen. Und die Forschung an 6G läuft bereits.

Vielmehr sorgt sich der gebürtige Solinger darum, nicht alle Aufträge annehmen zu können. Es fehlt Personal, neue Mitarbeiter sind kaum zu finden. Nötig sei eine handwerkliche Ausbildung – ein Problem mit Höhe dagegen kontraproduktiv.

Mobilfunk

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit bezeichnet 5G als „neuen technischen Standard für Mobilfunknetze der fünften Generation“. Die Technologie sei die Weiterentwicklung der früheren Standards GSM, UMTS und LTE. Ein wesentlicher Vorteil von 5G sei die Möglichkeit, Datenraten von 10 Gigabit pro Sekunde zu erzielen – mindestens zehnmal so viel wie bei 4G. Dadurch werde das Anwendungsspektrum deutlich erhöht.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Graue Kästen werden zu Werbeflächen
Graue Kästen werden zu Werbeflächen
Graue Kästen werden zu Werbeflächen
Schmiede feiert 125-jähriges Bestehen
Schmiede feiert 125-jähriges Bestehen
Schmiede feiert 125-jähriges Bestehen
Fahrschule begann mit Totalschaden
Fahrschule begann mit Totalschaden
Fahrschule begann mit Totalschaden
Solinger ist der Beste seines Jahrgangs
Solinger ist der Beste seines Jahrgangs
Solinger ist der Beste seines Jahrgangs

Kommentare