Rasspe-Gelände

Wirtschaft feiert auf der Brache

Mit weiß gedeckten Tischen und einer gastronomischen Meile wird das Schraubenlager zur Partyzone. (V. l.) Lisa Schulze, Gabi Quittmann und Andrea Häusgen kümmerten sich gestern Nachmittag um die letzte Deko. Foto: Uli Preuss
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Mit weiß gedeckten Tischen und einer gastronomischen Meile wird das Schraubenlager zur Partyzone. (V. l.) Lisa Schulze, Gabi Quittmann und Andrea Häusgen kümmerten sich Am Nachmittag um die letzte Deko.

Förderung nutzt die einmalige Chance, die Fete auf dem Rasspe-Gelände auszurichten. Und will für neue Nutzung werben.

Von Kathrin Schüller

Wo früher auf über 3000 Quadratmetern unzählige Schrauben lagerten, können es sich am Samstagabend 550 Gäste aus Wirtschaft und Politik gut gehenlassen. Die Wirtschaftsförderung lädt zur achten Solingen Party ein. Nicht wie in den Jahren zuvor in die alte Maschinenhalle am Gründer- und Technologiezentrum, sondern auf das Areal des früheren Unternehmens P.D. Rasspe Söhne in Stöcken.

Seit einer Woche laufen dort die Vorbereitungen, um den Standort in eine Partyzone zu verwandeln. Ohne den Charme des Verfallenen zu verbergen. Alte Schriftzüge und Malereien waren ohnehin schon an den Wänden und den Oberlichtern. Am Samstagabend zeigen neu hinzugekommene Graffiti den Weg zum Eingang, zu den verschiedenen Ess-Stationen, zum WC. Vorhandenes stimmig zu ergänzen, das war das Ziel von Projektleiterin Lisa Schulze.

Wasser- und Stromleitungen wurden verlegt und an allen Ecken und Enden Strahler platziert. Feuerwehr und Ordnungsamt kontrollierten, ob in Sachen Brandschutz alles stimmt. Drei Fluchtwege sind ausgewiesen. Feuerlöscher stehen griffbereit.

Solinger Betriebe kümmern sich um die gastronomische Meile: mit Roastbeef, Currywurst, Burgern oder spanischer Küche. Am Freitag ging es vor allem darum, Tische und Stühle zu platzieren, weiße Tischdecken aufzulegen, Kerzen aufzustellen. „Wir arbeiten mit verschiedenen Lieferanten zusammen“, erklärte Schulze zur Logistik, beim Gespräch auf einem schwarz ummantelten flachen Podest. Hier treten am Samstagabend Jan & Jascha auf. Ihr Lied „Heimat“ singen sie oft mit großen Chören. „Wir hoffen, dass die Gäste der Solingen Party zum größten Chor werden, der die beiden je begleitete“, sagte Schulze. Am späten Abend legt ein DJ nebenan in der früheren Lackiererei auf.

Untern den Gästen ist Deutschlands schönster Mann

„Am frühen Sonntagmorgen soll es hunderte Solinger geben, die nicht nur von der Party begeistert sind, sondern auch von dem Standort und den Zukunftsplänen für das Rasspe-Areal“, sagte Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Das zwanglose Treffen, das alle zwei Jahre stattfindet, dieses Mal nach Stöcken zu verlegen, war seine Idee. Denn bei der Party kämen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammen. Hier würden Netzwerke geknüpft. Balkenhols Ziel: Möglichst viele zu finden, die das Konzept des Gewerbegebietes mittragen.

Unter dem Arbeitstitel „Industrie 4.0“ soll durch zwölf Firmen ein kleines Silicon Valley entstehen – mit Unternehmen, die auf das digitale Zeitalter setzen.

Auf der Gästeliste steht Ernst-Robert Nouvertné, der Senior-Chef des gleichnamigen Autohauses. Er freut sich auf die Party. „Das ist einmal etwas anderes“, meint er mit Blick auf den Veranstaltungsort und das Motto „Nicht schick, aber eben einzigartig“. Damit die Gäste bequem zur Brache kommen, fährt vom Parkplatz des Autohauses ein Shuttlebus zur Party.

RASSPE-AREAL

STÖCKEN 17 Um den industriehistorischen Charakter des Areals um den Werksinnenhof zu erhalten, sollen bestehende Gebäude möglichst erhalten bleiben – auf jeden Fall die prominenten vorderen Gebäude im Eingangsbereich. ZEITPLAN 2018 soll mit den Abbruch- und Sanierungsarbeiten begonnen werden. Für neue Nutzer soll das Gelände 2019 zur Verfügung stehen. Erst wenn exakte Termine feststehen, will die Wirtschaftsförderung damit beginnen, potenzielle Interessenten anzusprechen. www.stoecken17.de

Gespannt ist auch Florian Molzahn, Gräfrather und seit Ende vergangenen Jahres „Deutschlands schönster Mann“. „Es ist das erste Mal, dass ich eingeladen werde“, meinte er. Das Partygelände ist ihm gut vertraut. „Ich habe früher als Elektriker bei Rasspe gearbeitet“, erzählte er dem ST. Und dass er den Komplex mit den Backsteingebäuden immer schon toll gefunden habe.

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