Wir dürfen mutig und stolz sein

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Von Melissa Wienzek

Dürfen wir den heutigen Internationalen Frauentag angesichts des Ukraine-Kriegs – ja, ich nenne ihn beim Namen! – überhaupt in den Mittelpunkt rücken? Ich persönlich fühle mich seit Ausbruch dieses persönlichen Feldzuges eines einzigen Despoten schuldig. Schuldig, wenn ich lache, wenn ich im Auto zu „Jenny from the Block“ mitsinge oder wenn ich am Herd stehe und koche. Dann rüge ich mich in Gedanken selbst. Denn so viele andere Menschen, so viele Frauen, Männer und Kinder, die nur zwei Flugstunden entfernt sind, haben alles verloren. Ich fühle mich hilflos, machtlos. Das Damoklesschwert hängt über dem Alltag. Der Krieg begleitet beim Aufstehen und beim Einschlafen. Und oft auch im Traum. Daher noch mal die Frage: Darf der Internationale Frauentag heute in den Fokus? Ich finde: Er muss. Denn niemand, und erst recht kein Gewaltherrscher, darf unser Geschlecht instrumentalisieren, darf uns zum Schweigen bringen. Dafür müssen wir jeden Tag einstehen – und den Mund aufmachen. Und müssen uns auch nicht auf den Schlips getreten fühlen (ja, Schlips, auch Frauen dürfen den tragen, wenn sie wollen, genauso wie Jungs Rosa tragen dürfen), wenn kein * oder : bei einer Aufzählung vorkommt. Da stehen wir drüber. Auch über Klischees („Können Sie denn überhaupt rückwärts einparken, junges Fräulein?“) oder die Reduzierung aufs Äußere. Neues Selbstbewusstsein, neuer Mut – und ja, wir dürfen auch stolz sein. Und das auch sagen.

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