Problem länger bekannt

Südpark: Wilder Müll gefährdet Open Air

Pfand ist nicht in allen Kreisen eine Währung. Da wird dann eine Bierflasche lieber zerschlagen. Fotos: Christian Beier
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Pfand ist nicht in allen Kreisen eine Währung. Da wird dann eine Bierflasche lieber zerschlagen.

Gastronom Steinhaus beklagt Party-Rückstände – Stadt reagiert mit Sonderreinigung.

Von Philipp Müller

Solingen. Thorsten Steinhaus hat die berühmten Faxen dicke. Der Betreiber des Steinhaus-Restaurants im Alten Bahnhof im Südpark sieht die Ausrichtung des Cobra-Kinos am Freitag auf der Freifläche gefährdet. Der Zustand des Platzes lasse die Durchführung der Veranstaltung nicht zu. Glasscherben auf dem Platz und Unmengen an Müll auf der Treppe hinter dem Forum Produktdesign und dem Platz bis zum ungenutzten Bahndamm führte er gestern als Beispiele an. Die Stadt erklärte dazu: Das Problem sei schon länger bekannt. Zugleich kündigte Stadtsprecherin Stefanie Mergehenn eine Sonderreinigung der Open-Air-Fläche voraussichtlich für Freitagmorgen an.

Leere Flaschen für hochprozentige Schnäpse werden im Südpark zum ungewollten Müll-Skulpturenpark.

Das Tageblatt schaute sich vor Ort um. Tatsächlich übertreiben Thorsten Steinhaus und seine Frau Andrea nicht. Sie wirkten verzweifelt. Von den aufgestellten Mülleimern existieren nur noch die Gehäuse. In einem steht eine leere Flasche Kräuterlikör. Sicher im Dutzend finden sich weitere Flaschen. Dazu Verpackungen für Fast Food, Utensilien für Drogenkonsum, ungezählte Zigarettenkippen und noch mehr Glasscherben auf dem ganzen Platz. Sogar ein Tisch vom Sperrmüll wurde vor eine Sitzbank gestellt – am Morgen nach der Party im Südpark war er voller Müll.

Jeden Abend kämen zumeist junge Männer „mit dicken Autos“ und würden bis tief in die Nacht feiern. Bereits im Juni hatte Thorsten Steinhaus die Stadt angeschrieben und diese Situation geschildert. Auch fehlten die Poller, mit denen der Platz für Autos gesperrt werden kann. Die frischen Reifenspuren zeugen von Drehmanövern auf dem Platz, wilden Starts und Kurvenfahrten.

Gastonomen-Ehepaar räumt oft selbst den Bereich auf

Sie seien gegen den Müll nicht untätig, berichtete Andrea Steinhaus. Täglich würden sie ihr Bestes geben. „Mein 80-jähriger Vater war bisher kaum zu bremsen“, erzählte sie. Doch sie und ihr Mann versuchen gerade auch mit langen Arbeitszeiten das durch die Corona-Pandemie angeschlagene Restaurant zu retten und über Wasser zu halten.

Die Stadt hatte im Juni geantwortet, dass der Platz regelmäßig wegen der Partys vom Ordnungsamt kontrolliert werde. Man wolle auch prüfen, wer vonseiten der Technischen Betriebe für die Entfernung des Mülls zuständig sei.

Keine Tische vor den Bänken? Dann werden sie von den abendlichen Partygästen eben mitgebracht – aber auch stehengelassen.

Am Dienstag war es mit der Geduld der Gastronomen Steinhaus dann vorbei. Sie schrieben erneut an die Stadt: „Da sich die Zustände immer weiter verschlimmern, bitten wir um eine sofortige Sperrung der Freiflächen am Alten Bahnsteig des alten Solinger Hauptbahnhofs für die Öffentlichkeit. Ebenso erwarten wir ein Alkoholverbot auf den angrenzenden Flächen.“ Zugleich machen sie darauf aufmerksam, dass die geplanten Kulturveranstaltungen sonst abgesagt werden müssten.

Als Begründung führt Thorsten Steinhaus an: „Herausgerissene Gehwegplatten, Glasscherben, scharfe Metallecken durch umgebogene Metallabdeckungen, defekte abgerissene Regenrinnen und anderes bieten einen gravierenden Verletzungsfaktor.“

Mit Gewalt wurde versucht, die Türe zum Aufgang der Fahrgastbrücken aufzubrechen. Die Kanten bedeuten hohe Verletzungsgefahr.

Eine solche Sperrung sei nicht möglich, sagt Stadtsprecherin Mergehenn. Denn der Südpark sei eine für die Öffentlichkeit zugänglich zu haltende Freifläche. „Da können wir nicht einfach Bauzäune aufstellen.“

Aber sie kündigte eine Gesprächsrunde mit dem Ehepaar Steinhaus an. An dem sollen neben den Technischen Betrieben auch das Ordnungsamt und das Gebäudemanagement der Stadt teilnehmen. Ziel: Probleme künftig schneller und besser abgesprochen anzugehen.

Open Airs

Freitag, 14. August: Ausverkauft ist bereits die Kino-Veranstaltung des Cobra Vereins ab 22 Uhr.

Donnerstag, 20. August: Wolf Codera lädt zu seiner „Session Possible“ ein. Das ST stellt sie am Samstag ausführlich vor. Auch Codera meldet eine fast ausverkaufte Show. Es gebe nur noch sechs Karten, mit denen die Auftritte von Solinger Künstlern bei dem Konzert unterstützt werden könnten.

In der City nahe des Südparks entsteht das Omega-Quartier: Kondor Wessels meldet Vollzug beim Erwerb des Evertz-Geländes.

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