Adventszeit

Wie sich Vivaldi mit einer Klarinette ausgedrückt hätte

Marlies Klumpenaar von den Bergischen Symphoniker präsentierte, wie sich Vivaldi mit einer Klarinette ausgedrückt hätte.
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Marlies Klumpenaar von den Bergischen Symphoniker präsentierte, wie sich Vivaldi mit einer Klarinette ausgedrückt hätte.

Ohligser Musikverein stimmte in der Aufderhöher Friedenskirche musikalisch aufs Weihnachtsfest ein.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Festliche Barock-Klänge ertönten am späten Sonntagnachmittag in der Aufderhöher Friedenskirche an der Uhlandstraße. Dorthin hatte der Ohligser Musikverein zu seinem traditionellen vorweihnachtlichen Konzert eingeladen. Gut 60 Musikfreunde fanden trotz klirrender Kälte und parallel stattfindendem WM- Endspiel den Weg in das auf nur 14 Grad geheizte Gotteshaus und genossen mit der Musik von Händel, Vivaldi, Zelenka und Bach den vierten Advent.

Ob die Kirche durch die Musik am Ende tatsächlich um zwei Grad wärmer war und da-mit das von Musikverein-Leiter Christian Leschowski vorgegebene Ziel erreicht wurde, maß niemand nach. In den Herzen und Seelen des Auditoriums war es nach den anderthalb Stunden Lauschen und Genießen mit Sicherheit ein Fünkchen heller und wärmer geworden.

Nach der gefühlvoll getragenen Ouvertüre und der quirligen und fröhlich jauchzenden Hirtenmusik („Pifa“) aus Händels „Messiah“ präsentierte Solistin Marlies Klumpenaar, wie sich Vivaldi mit einer Klarinette ausgedrückt hätte – einem Instrument, das es zu seiner Schaffenszeit noch nicht gab. Die Solo-Klarinettistin der Bergischen Symphoniker und Kollegin von Leschowski, Erster der Oboen-Gruppe, hatte sich für ihren Auftritt beim Musikverein einen langgehegten Wunsch erfüllt.

Mit dem von Martin Förster, einem schwedischen Klarinettisten, geschaffenen Konzert aus Werk-Arien dieses italienischen Meisters stellte sie „ein echtes Bonbon“ vor, wie Leschowski es ankündigte. So ließ sie die Klarinette drei Sätze lang verschiedene Klangfarben malen. Fröhlich und heiter im ersten, nachdenklich und schwermütig im zweiten und leidenschaftlich und temperamentvoll im dritten. Den begeisterten Applaus wechselte sie mit Improvisationen des Songs „Nature Boy“ von Nat King Cole.

Kein Weihnachten ohne Bachs Weihnachtsoratorium

Zelenkas „Hipocondrie“ habe er in erster Line wegen des Titels ausgewählt, verriet Christian Leschowski schmunzelnd im zweiten Teil des Konzerts, nachdem sich die Besucher und Besucherinnen an Glühwein und Spekulatius gelabt hatten.

Er sei durch die Corona-Pandemie selbst beinahe zu einem Hypochonder geworden und hätte dieses Stück einfach ins Programm aufnehmen müssen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer belohnten diese Musikidee mit herzlichem Applaus.

„Kein Weihnachten ohne nicht zumindest ein bisschen aus Bachs Weihnachtsoratorium“ war der Leitgedanke für das finale Stück des Klangnachmittags: Bei der Sinfonia (der Hirtenmusik) übernahm Christian Leschowski mit seiner Oboe gemeinsam mit drei Klarinetten (darunter erneut Marlies Klumpenaar) den Part der Englischhörner.

Mit den Weihnachtsliedern „Tochter Zion“, „Leise rieselt der Schnee“, „Stille Nacht“ und „Macht hoch die Tür“ wurden die Besucherinnen und Besucher schließlich selbst zum Protagonisten: Vorsorglich mit FFP2-Masken geschützt sangen sie innig zur Begleitung durch das Instrumentalensemble und setzten damit einen besonderen Akzent in die musikalische Vorfreude auf die Festtage.

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