Pandemie

Wie das Coronavirus Kindheit und Jugend in Solingen belastet

Schüler unterliegen einer Testpflicht. Symbolfoto: Christian Beier
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Schüler und Kindergartenkinder werden wöchentlich mehrfach auf das Virus getestet.

Umfrage unter 300 jungen Menschen zeigt, dass besonders Freizeitaktivitäten fehlen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Wie haben junge Solingerinnen und Solinger die Beschränkungen durch Corona erlebt? Junge Menschen seien wenig wahrgenommen worden, obwohl sie massiv betroffen waren, sagt Isolde Aigner von der Jugendförderung. Im Rahmen einer Kooperation haben Mitarbeiter des Modellprojekts fYOUture, der kommunalen sowie freien Jugendhilfe-Träger, des Stadtjugendrings und der Solinger Sportjugend rund 300 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 6 und 22 Jahren befragt. Als Belastung sei unter anderem das Tragen der Maske genannt worden, berichtete Aigner jetzt im Jugendhilfeausschuss.

Was fehlt ihnen am meisten? Und was wünschen sie sich, wenn die Einschränkungen wegfallen? Diese und andere Fragen seien jungen Solingern und Solingerinnen unter anderem in Schulen und Jugendeinrichtungen gestellt worden, heißt es in dem Bericht der 16 Einrichtungen und Verbände. So vermissten die Befragten, Zeit mit ihren Freunden zu verbringen. Wer im ersten Corona-Jahr auf die weiterführende Schule gekommen sei, habe teilweise noch keine Gelegenheit gehabt, die neuen Mitschüler und Mitschülerinnen kennenzulernen.

Andere Kinder und Jugendliche berichteten, dass Erwachsene ihnen auch ohne Anlass verantwortungsloses Verhalten unterstellt hätten: „Da habe ich mich an der Tischtennisplatte mit vier Freunden verabredet, auf einmal kommt ein Mann aus dem Nichts gestürmt und beschimpft uns, dass wir uns gar nicht treffen dürfen wegen Corona! Dabei bin ich mir sicher, weil ich meine Mutter gefragt habe, dass wir uns zu dem Zeitpunkt wieder zu fünft treffen durften“, zitiert der Bericht aus einem Gespräch.

Auch dass die Freizeitgestaltung so eingeschränkt war, kritisierten die befragten Kinder und Jugendlichen: „Krass. Ich fühle mich wie eingesperrt!“ Die Kontaktbeschränkungen führten auch zu psychischen Belastungen. Genannt worden seien hier das Gefühl von Einsamkeit, Selbstzweifel, Ängsten sowie Depressionen und Essstörungen, schreiben die Initiatoren der Umfrage.

Die Pandemie habe gezeigt, dass Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, aber auch Jugendsozialarbeit und Verbände „einen zentralen Ankerpunkt“ im Leben junger Menschen darstellen und dazu beitragen könnten, die Folgen der Pandemie zu mildern.

Die Befragung und ihre Ergebnisse sollen Thema beim Fachtag Jugend sein, der am 31. März im Haus der Jugend Dorper Straße stattfindet. Dabei geht es auch um die Neuausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit nach der Pandemie.

Bald fällt die Maskenpflicht in Schulen

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