Erstaufnahmestelle

Weyer: Stadt baut Flüchtlingsdorf

Auf dem Gelände gegenüber Kronprinz an der Monhofer Straße soll ein Flüchtlings-Erstaufnahmelager entstehen. Die Zelte baut ein Unternehmen aus der Region. Später wird das Areal Gewerbefläche. Foto: Christian Beier
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Auf dem Gelände gegenüber Kronprinz an der Monhofer Straße soll ein Flüchtlings-Erstaufnahmelager entstehen. Die Zelte baut ein Unternehmen aus der Region. Später wird das Areal Gewerbefläche.

An der Monhofer Straße entsteht eine Zeltstadt. Dort sollen ab November rund 600 Menschen leben.

Von Thomas Kraft

Es ist so weit: Solingen wird Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge. Bis Anfang November soll an der Monhofer Straße ein Container-Dorf mit mehreren beheizbaren Häusern entstehen. 600 Menschen werden dort einziehen. Die Stadt hat erklärt, sie habe das Gelände am Weyer aus privater Hand gekauft. Details will die Rathausspitze heute bei einer Pressekonferenz mitteilen.

Standpunkt von Thomas Kraft

Nach ST-Informationen wird das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den Betrieb des Flüchtlingsdorfs übernehmen. In der vergangenen Woche ist die Stadt auf den Solinger Kreisverband zugegangen. „Wir wollen diese Aufgabe übernehmen“, bestätigte DRK-Geschäftsführer Jan Welzel am Montag auf ST-Anfrage. Das entspreche dem Grundverständnis seiner Organisation. „Normalerweise helfen wir Menschen bei Krisen im Ausland. Jetzt müssen wir es auch hier unter Beweis stellen.“ Am Freitag beschloss der DRK-Vorstand, die Aufgabe anzunehmen. Die Verhandlungen zwischen DRK, Stadt und Land laufen. Welzel: „Ich hoffe, dass wir sie in dieser Woche abschließen.“

Kommt alles wie erwartet, wird das Rote Kreuz die Flüchtlinge vollständig versorgen, das heißt: verpflegen, sozial betreuen, die sanitären Bedürfnisse bedienen, Sicherheit und Technik organisieren. Womöglich seien auch die Dienste Dritter nötig, um etwa den notwendigen Schutz zu gewährleisten, sagte Welzel. Er rechnet damit, dass bis zu 40 Kräfte für den Betrieb gebraucht werden. „Allein mit Bordmitteln ist das nicht zu schaffen“, weiß er.

Vermutlich muss das DRK befristet Personal einstellen, etwa Honorarkräfte und geringfügig Beschäftigte. Auch auf Freiwillige hofft der DRK-Chef. Sein Verband zählt rund 240 ehrenamtliche Mitglieder. Der finanzielle Aufwand bewege sich im sechsstelligen Bereich, sagte Welzel. „Stemmen können wir das nur, wenn uns die Kosten erstattet werden. Das ist von Beginn an unsere Bedingung gewesen.“

Die Kosten übernimmt zunächst das Land

HINTERGRUND 

ZAHL Derzeit leben nach Auskunft der Stadt 2500 Flüchtlinge in Solingen. Rund 500 davon sind nur vorübergehend auf Bitte des Landes hier untergebracht. SUCHE Einige hundert Angebote hat die Stadt von privaten Grundeigentümern erhalten. Die Stadt prüft, welche in Frage kommen. DISCOUNTER Das Rathaus bestätigt, auch drei leerstehende Aldi-Märkte ins Auge gefasst zu haben.

Wie das ST erfahren hat, ist diese auf jeden Fall für das erste Halbjahr durch das Land garantiert. Danach tritt im Zweifel die Stadt ein. Auch diese bekommt die ersten sechs Monate Aufbau und Miete der Zeltstadt vom Land bezahlt. Ein Unternehmen aus der Region wird die Häuser in Messebauweise in den kommenden Wochen errichten. Es handelt sich um drei Wohnkomplexe, die innen in verschiedene Wohnungen/Zimmer unterteilt sind. Hinzu kommen zwei weitere Häuser, die als Essbereich dienen, sowie mindestens ein Sanitär- und ein Verwaltungsgebäude. Womöglich werde am Weyer dann auch die Kleiderausgabe stattfinden. Sobald alle Vereinbarungen getroffen sind, wollen die Stadt und das DRK den Dialog mit den Anwohnern suchen. Welzel: „Wir müssen die Nachbarn mitnehmen.“ 

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