Stadtteile

Im Westen der Stadt leben die meisten Solinger

Solingens „neue Mitte“: der Hofgarten – 2013 wurde er eröffnet (o.l.). Wald: Der Stadtpark ist Treffpunkt für junge und alte Leute (o.re.). Gräfrath: Gastlichkeit wird groß geschrieben im Schmuckkästchen – hier beim Marktfest im Mai (u.li.). Höhscheid: Die Grünewalder Straße ist das Herz von Höhscheid. Eine weitgehend intakte Einzelhandelsstruktur ist noch vorhanden (u.re.). Ohligs: Die Düsseldorfer Straße (Mitte) ist Einkaufsmagnet im Westen Solingens. 

Einwohnerzahlen: Das Tageblatt stellt die Zahlen der Stadtteile von Burg bis Wald vor.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Von außen gesehen mag die Klingenstadt eine homogene Stadt sein, von innen ist sie es nicht. Viele Solinger definieren sich in erster Linie als Bewohner ihres Stadtteils. Zwischen einem Burger und einem Walder können Welten liegen. Das hat historische Gründe: Erst 1929 wurden Alt-Solingen, Ohligs, Wald, Höhscheid und Gräfrath zu einer Stadt vereinigt, 1975 folgte schließlich die Eingemeindung von Burg und Höhrath. Heute sind die acht Stadtteile zu fünf Bezirken zusammengefasst: Mitte, Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid, Wald, Burg/Höhscheid und Gräfrath. Das ST stellt die Eckdaten vor.

162 174 Einwohner hat die Klingenstadt derzeit (Stand Ende September). 53 936 Solinger haben ausländische Wurzeln. 34 636 Bürger sind 65 Jahre und älter. Und es gibt mit 82 975 Solingerinnen einen Frauenüberschuss in der Stadt.

Mitte

41422 Einwohner leben derzeit in Solingen-Mitte, dem Stadtteil, der der Stadt ihren Namen gab. Der Namen „Solonchon“ wurde 1067 erstmals erwähnt. 1856 erhielt Solingen die Stadtrechte. Dorp, das früher eigenständig war, wurde bereits 1899 eingemeindet. Heute ist Mitte für sich allein zwar der bevölkerungsreichste Stadtteil, der Bezirk Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid hat jedoch mehr Einwohner. Im Stadtteil Mitte hat fast die Hälfte der Bürger (19 041) einen Migrationshintergrund Hier wohnen auch vergleichsweise viele junge Menschen, darunter 1320 Kleinkinder unter drei Jahren. 8033 Einwohner im Bezirk sind älter als 65 Jahre.

Mitte hat unter anderem durch die Regionale 2006 an Attraktivität gewonnen. Das Areal um den ehemaligen Hauptbahnhof wurde durch die Güterhallen-Ateliers zur Künstlerkolonie. Die Korkenziehertrasse verbindet den Südpark mit Gräfrath.

Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid

Mit 42 066 Bewohnern leben in den drei Stadtteilen des Bezirks die meisten Solinger. 12 233 Einwohner haben ausländische Wurzeln, in Ohligs wohnen vor allem viele Zuwanderer aus Italien. 8963 Menschen sind 65 Jahre und älter – das sind deutlich mehr als in Mitte, wo die Bevölkerungszahl ja vergleichbar ist. Den ältesten Namen hat übrigens Merscheid, das Anfang des 19. Jahrhunderts aus mehreren Hofschaften gebildet und später in Ohligs umbenannt wurde. In Ohligs liegt mit den Hauptbahnhof der wichtigste Solinger Knotenpunkt für den Nahverkehr. Die Düsseldorfer Straße ist die zweite wichtige Einkaufsmeile der Stadt. Aufderhöhe zieht mit neuen Siedlungen viele Neubürger an. In Merscheid liegt mit dem Industriemuseum eine der großen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Burg/Höhscheid

Die zu einem Bezirk zusammengefassten Stadtteile Burg und Höhscheid sind mit ihren 35 520 Einwohnern bei der Bevölkerungsgröße die Nummer drei in Solingen. 8437 Menschen haben hier einen Migrationshintergrund. Die Zahl der Senioren ist mit 8206 vergleichsweise hoch.

Burg kam 1975 als letzter Stadtteil zu Solingen und hat auch durch seine geografische Lage einen Sonderstatus. Schloss Burg, im 11. Jahrhundert von den Grafen von Berg erbaut, ist die Sehenswürdigkeit, die die meisten Besucher anlockt. Der Müngstener Brückenpark liegt als nächster Anziehungspunkt wenige Kilometer entfernt. Höhscheid zeichnet sich durch die Hofschaften aus – der charakteristischen Solinger Siedlungsform.

Wald

24 487 Einwohner hat Wald. 8560 Walder haben ausländische Wurzeln. 5238 sind Senioren über 65. In der Altersgruppe der 25- bis 65-Jährigen sind 13 234 Einwohner. Die Anfänge Walds gehen vermutlich auf das 10. Jahrhundert zurück. Das Zentrum liegt bis heute im „Wauler Dorp“ genannten Bereich rund um die evangelische Kirche und an der Friedrich-Ebert-Straße. Doch zu Wald gehören ebenso seine Bachtäler.

Gräfrath

Der kleinste Solinger Stadtteil ist Gräfrath, das derzeit 18 679 Einwohner zählt. 5665 Gräfrather haben eine Zuwanderergeschichte. 4196 Frauen und Männer im Stadtteil sind im Rentenalter. Die Ursprünge Gräfraths liegen im Kloster, das 1187 gegründet wurde. An seiner Stelle befindet sich heute das Deutsche Klingenmuseum, eines von zwei großen Museen im Stadtteil. Das zweite ist das Kunstmuseum an der Wuppertaler Straße. Der historische Marktplatz, verkehrsgünstig nahe der A 46 gelegen, zieht viele Gäste von außerhalb an.

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