Wertvolles Fechtbuch ist bald als Datei für alle verfügbar

Museumsdirektor Dr. Sixt Wetzler war in Wuppertal vor Ort, als das wertvolle Fechtbuch eingescannt wurde. Foto: Image Access
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Museumsdirektor Dr. Sixt Wetzler war in Wuppertal vor Ort, als das wertvolle Fechtbuch eingescannt wurde.

Deutsches Klingenmuseum bereitet Digitalisierung vor

Von Philipp Müller

Das Deutsche Klingenmuseum hat wieder geöffnet. Für die Macher um das Team von Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler und alle Interessenten ein gutes Signal. Doch im Museum wird längst das neue Museumskonzept zum Zentrum allen Handelns. Dabei spielt auch die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Ein guter, ein umfassender Internetauftritt organisiert zusätzliche Besucher.

Dazu gehört auch, die Sammlung des Klingenmuseums digital zu erfassen. Wie das geht, zeigt ein Beispiel aus der vergangenen Woche. So konnte die Firma Image Access aus Wuppertal ein wertvolles historisches Fechtbuch des Deutschen Klingenmuseums einscannen. Laut Wetzler sei die Firma einer der Marktführer im Bereich Buchscanner. Das zu scannende Buch, der „Thibault“ von 1630, gilt nach Angaben des Museumsleiters „als eines der prachtvollsten Kupferstichbücher überhaupt und stellt einen großen Schatz dar“. Zum Buch erklärt Wetzler. „Wie viele Exemplare heute weltweit noch existieren, ist unklar. Viele von ihnen wurden auseinandergeschnitten, um die großartigen Kupferstiche einzeln zu verkaufen. Der Thibault ist eines der umfangreichsten Fechtbücher überhaupt.“ Und es soll nicht bei diesem einen Buch bleiben, das digitalisiert wird. „Das Klingenmuseum verfügt über eine große Sammlung solcher Musterbücher. Sie waren als Bergische Bibeln bekannt: Die reisenden Bergischen Kaufleute nutzten sie als Kataloge, um Kunden in Europa und Übersee von der Qualität ihrer Waren zu überzeugen“, erklärt Sixt Wetzler.

Historische Bücher werden online zugänglich gemacht

„Das Einscannen der Bücher ist nur der erste, große Schritt. Danach geht es darum, die gewonnenen Daten auch im Internet für alle Interessierten abrufbar zu machen“, sagt Wetzler. Dafür sei eine spezielle, digitale Infrastruktur nötig. Das Klingenmuseum habe dazu bereits mit der Landesbibliothekarischen Arbeitsstelle „Historische Bestände im Rheinland“ in Köln Kontakt aufgenommen. Denn das Ziel ist klar, berichtet Wetzler: „Alle historischen Bücher aus dem Museumsbestand werden online zugänglich gemacht.“

Das neue Museumskonzept, das von den Spezialisten von merz merz aus Berlin erstellt wird, soll noch in diesem Sommer vorgestellt werden. Es wird Grundlage sein, Förderanträge bei Zuschussgebern zu stellen, um die Ideen dann ab dem kommenden Jahr in die Tat umzusetzen.

Doch auch schon jetzt sind Besucher mit Termin (Tel. 2 58 36 10) willkommen im Museum. Die laufende Schau „Historische Bestecke und ihr Formenwandel von der Altsteinzeit bis zur Moderne“ wird das ST in Kürze vorstellen.

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