Familienzeit

Werdende Eltern schauen sich alles an

Hebamme Bozica Luketic (l.) und Oberärztin Dr. Melanie Benthin (r.) stellten den werdenden Eltern den Kreißsaal vor.
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Hebamme Bozica Luketic (l.) und Oberärztin Dr. Melanie Benthin (r.) stellten den werdenden Eltern den Kreißsaal vor.

Städtisches Klinikum bietet wieder Kreißsaalführungen an.

Von Tanja Alandt

Solingen. Schilder mit Storchen wiesen den werdenden Eltern den Weg zu der Informationsveranstaltung des Städtischen Klinikums. Schon bevor der Kreißsaal und die Mutter-Kind-Station besichtigt wurden, klärte Dr. Melanie Benthin, Oberärztin für Geburtshilfe, Allgemeine und Operative Gynäkologie, die ersten drängenden Fragen. Bei akuten Beschwerden, Wehen, Bauchschmerzen oder geplatzter Fruchtblase könnten Schwangere direkt ins Klinikum kommen, erklärte sie. Auch Themen wie PDA oder Nabelschnurspende interessierten.

Die werdenden Eltern erkundigten sich auch nach den Familienzimmern. Diese können zwar nicht vorab gebucht werden, es sei jedoch selten, dass die fünf Familienzimmer der Geburtsklinik über Tage komplett belegt seien.

Die Pärchen wurden zudem darüber informiert, dass die Geburtsklinik des Städtischen Klinikums als babyfreundliche Perinatalklinik zertifiziert ist. Dies ist eine Initiative von WHO und Unicef. Bindungsförderung zwischen Eltern und Kind, Stillen von Anfang an oder das Anlegen nach dem Kaiserschnitt seien da wichtige Kriterien. Auch für Frühchen oder kranke Babys werde das Stillen ausdrücklich unterstützt.

Kinder, die zehn Tage nach ihrem errechneten Geburtstermin immer noch nicht das Licht der Welt erblicken möchten, benötigten meist „einen kleinen Stupser“, erklärte die Oberärztin. „Doch letztendlich sind Sie der Chef über ihren Körper, wenn Sie nicht einleiten möchten, ist das Ihre Entscheidung“, so Dr. Melanie Benthin.

Auch Fragen zu Corona-Infektionen wurden gestellt. Ist die werdende Mutter infiziert, darf der Vater nicht bei der Geburt dabei sein, einen Mundschutz müsse die Mutter unter der Entbindung aber nicht tragen. „Das Klinikpersonal ist dann jedoch mit Schutzkleidung eingemummt“. Grundsätzlich gilt für den Partner im Krankenhaus und im Kreißsaal Mundschutz-Pflicht.

Die meisten Frauenentbinden im Bett

Die leitende Hebamme Bozica Luketic nahm die Besucher anschließend zu einem Rundgang durch den Kreißsaal mit, klärte hierbei weitere Fragen und zeigte unter anderem die Badewanne für das Entspannungsbad. Sie erzählte, dass sich die Schwangeren zunächst immer so viel vornehmen, was sie alles machen möchten. „Aber wenn sie da sind, möchten viele am liebsten im Bett liegen bleiben und dort entbinden. Manchmal passiert es auch, dass der Partner nach Schmerzmedikamenten für seine Frau fragt, die diese jedoch gar nicht nehmen möchte“, erzählte Luketic mit einem Schmunzeln.

Der Kontakt auf dem Bauch der Mutter direkt nach der Geburt sei für das Baby das Allerwichtigste – noch vor dem Wiegen und Messen. Das habe erstmal Zeit. Der Blick in den Operationssaal für die Kaiserschnitte und in das Wehenzimmer mit dem breiten Bett, auf dem auch der Papa sich dazulegen darf, rundeten den Blick in den Kreißsaal-Bereich ab.

Auf der Eltern-Kind-Station empfing Schwester Eva Gluch die jungen Paare. Vom Blick in die Zimmer bis zur Vorführung von Ultraschall und Wärmebettchen gab es viel zu sehen. „Selbstverständlich sind auch Mütter willkommen, die nicht stillen möchten“, betonte Eva Gluch.

Familie Frewell war froh, an dem Informationsabend teilgenommen zu haben. Sie fühle sich gut aufgehoben, betonte Sabrina Frewell. „Die Kernaussage, dass die Mitarbeitenden da sie und wir beruhigt sein können, kam ganz klar rüber“, sagte sie erleichtert. Auch ihr Mann Michael Frewell fühlte sich gut informiert. Er begrüßte es, dass „die Fachbegriffe nur angerissen wurden“. „Das war selbst für mich als Mann verständlich“, erzählte er lachend.

Infoveranstaltungen im Klinikum

Geburten: Durchschnittlich 1200 Geburten gibt es im Jahr in der Geburtsklinik des Städtischen Klinikums Solingen. Das Gütesiegel „Babyfreundliche Geburtshilfe“ bestätigt die B.E.St.-Kriterien Bindung, Entwicklung und Stillen.

Veranstaltungen: Die Informationsveranstaltungen für werdende Eltern dürfen nun wieder – begrenzt auf fünf Pärchen – stattfinden. Die nächste Veranstaltung „Infoabend für werdende Eltern“ ist am 11. Juli um 17 Uhr. Der nächste „Stillinfoabend“ ist am 20. Juli um 18 Uhr. Telefonische Anmeldungen montags bis freitags zwischen 11 und 15 Uhr unter: Tel: 547-28 88.

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