Forum „Klimagerecht wohnen, sanieren und bauen“

Experten: „Wer eine Solaranlage baut, sollte es gleich richtig machen“

Expertenrunde mit (v. l.) Uwe Asbach (Allianz für Wohnen), Norbert Nähr (Wohnbauoffensive Solingen) und Juliane Hilbricht (Leiterin Stadtdienst Wohnen).
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Expertenrunde mit (v. l.) Uwe Asbach (Allianz für Wohnen), Norbert Nähr (Wohnbauoffensive Solingen) und Juliane Hilbricht (Leiterin Stadtdienst Wohnen).

60 Experten diskutierten im Bürgersaal der Stadtkirche über zukunftsorientiertes Bauen.

Von Andreas Römer

Solingen. Neue Wohnformen oder neue Mobilitätskonzepte waren nur zwei von zahlreichen Punkten, die rund 60 Experten am Donnerstag diskutierten. Die Stadt Solingen hatte gemeinsam mit der Allianz für Wohnen zum Forum „Klimagerecht wohnen, sanieren und bauen“ zum Austausch und Dialog mit Vertreter von Wohnungsunternehmen und Baugenossenschaften, Planungsbüros und Projektentwicklern, Haus- und Grundstückseigentümern, sozialen Einrichtungen und Organisationen in den Bürgersaal der Stadtkirche eingeladen.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) dankte allen Teilnehmern für ihr Engagement, das gerade in diesen schwierigen Zeiten so wichtig sei. Aktuell sei man gerade in einem wahren Tsunami an Problemen. „Doch wir können ja nicht den Kopf in den Sand stecken.“ Alle Beteiligten im Bereich Wohnen seien in der Verantwortung, jetzt etwas zu bewegen. „Nur gemeinsam werden wir die Dynamik unserer wachsenden Stadt gestalten können“, sagte Kurzbach. Er erwarte von dem Forum Impulse, wie man gemeinsam die Herausforderung für eine klimaneutrale Stadt der Zukunft anpacken könne.

Mit den Plänen zur Wohnraumoffensive steht Solingen nach Auffassung von Juliane Hilbricht bereits gut da. Doch, so musste die Leiterin des Stadtdienstes Wohnen einräumen, gebe es erheblichen Handlungsbedarf bei der Umsetzung, nicht zuletzt aufgrund fehlender Mittel.

Uwe Asbach, Sprecher der Allianz für Wohnen in Solingen, betonte, man sei sehr froh über den Dialog, denn nur gemeinsam können man die Ziele einer klimaneutralen Stadt erreichen. Und bei allen Ideen zu neuen Wohnformen und Sanierung des vorhandenen Immobilienbestandes, werde es ohne Neubau auch in Zukunft nicht gehen.

Die Dringlichkeit zur besseren Energieeffizienz bei Gebäuden machte Anja Bierwirth deutlich. Die Leiterin des Forschungsbereichs Stadtwandel am Wuppertal-Institut verdeutlichte mit Zahlen, dass die Klimaziele ohne massive Energieeinsparungen bei Gebäuden nicht zu erreichen seien. Sie mahnte mehr Tempo bei der Umsetzung an und forderte schnellere Entscheidungen und effizientes Bauen. „Wer etwa eine Solaranlage baut, sollte zuvor sicher sein, dass man nicht in ein paar Jahren das Dach sanieren muss.“ Man solle es gleich richtig machen, so Bierwirth. Wichtig sei, vor allem altersgerechten Wohnraum zu schaffen, so die Expertin. Viele Ältere fühlten sich in ihren Häusern, die die Kinder längst verlassen hätten, nicht mehr wohl, es fehle aber nicht selten an attraktiven Alternativen.

Jan Gerbitz vom Hamburger Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt stellte in seinem Impulsvortrag die Frage, ob jeder neue Umweltstandard tatsächlich die beste Lösung sei. Wenn nämlich der Ressourcenverbrauch für den Bau oder die Sanierung höher sei, als die in den nächsten 50 Jahren einzusparende Energie, müsse man schon nachdenken, ob das noch sinnvoll sei. Er plädierte für mehr zentrale Projekte zur Wärmeerzeugung, die sich vor allem für Quartiere anbiete. Darüber hinaus wünschte er sich Serienfertigungen im Bereich Dämmung, die einfach zu beschaffen und zu montieren sein müssten.

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