Wenn ein O-Bus in die Werkstatt muss

Vergangene Woche stieß ein O-Bus der Solinger Stadtwerke frontal mit einem Renault Twingo auf der Gräfrather Straße in Wuppertal zusammen. Der 19-jährige Twingo-Fahrer verletzte sich dabei schwer. Foto: Holger Battefeld

WRACK Nach einem Unfall mit einem Twingo in Wuppertal wird der SWS-Bus in Remscheid repariert.

Von Jennifer Preuß

„Dienstfahrt“ leuchtet auf der Linienzielanzeige. Die Schürze fehlt, Teile des Kotflügels hängen nur noch lose an der Karosserie: Noch ist dem „OBUS-MUSEUM“VEREIN Rund 100 Mitglieder hat der Verein „Obus-Museum Solingen“. Er beschäftigt sich mit dem Erhalt historischer O-Busse, vorzugsweise des Solinger O-Bus-Betriebes. Das Vereins-Domizil befindet sich auf dem Betriebshof der Stadtwerke und ist nicht öffentlich zugänglich. Besichtigungen sind jedoch nach Absprache möglich: obus@obus-museum-solingen.de.Oberleitungsbus der Solinger Stadtwerke deutlich anzusehen, was passiert ist. Durch einen Frontalzusammenstoß mit dem Renault Twingo eines Fahranfängers auf der Gräfrather Straße in Wuppertal hatte der O-Bus vergangene Woche Mittwoch einen Sachschaden von rund 25 000 Euro davongetragen. Der 19-jährige Twingo-Fahrer wurde bei dem Unfall schwer verletzt und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, wo er stationär aufgenommen werden musste. Der 51-jährige Busfahrer der Linie 683 erlitt einen Schock und wurde ambulant behandelt.

O-Bus hat einenkleinen Benzinmotor

Gestern wurde der beschädigte Solinger Bus mit einem Abschleppwagen nach Remscheid gebracht. In der dortigen Werkstatt von Klaus und Karl Kuhlen wird er wieder auf Vordermann gebracht. Alles andere als Routine ist die Arbeit an einem O-Bus. Wochen werde es dauern, bis alle Schäden beseitigt sind, schätzt Karl Kuhlen. Bevor die Mechaniker an die Arbeit gehen können, müssen erst die nötigen Ersatzteile für den Bus des Typs „Swiss-trolley 3“ bestellt werden. „Dann werden wir an der Karosserie arbeiten“, erklärt Kuhlen. „Was verbogen ist, wird ersetzt.“

Im letzten Schritt müsse der Bus noch lackiert werden. Besonders wichtig ist der Korrosionsschutz: Ein O-Bus muss besser vor Rost geschützt werden als ein herkömmlicher Dieselbus.

Die Beseitigung von Unfallschäden ist Routine in der Remscheider Werkstatt. Das Besondere: Seit 62 Jahren ist Karl Kuhlen im Geschäft, ein O-Bus stand aber bisher nie in seiner Werkstatt in Hohenhagen. „Das ist das erste Mal“, sagt er und betrachtet staunend die Stangenstromabnehmer. „Der Bus fährt nicht nur mit Strom, er hat auch einen Benzinmotor. Damit kann man kurze Strecken zurücklegen.“

Eben jenen Antrieb machte sich Marcel Bähr vom ADAC-Abschleppdienst zunutze, um den Bus auf dem Werkstatthof zu rangieren. Gemeinsam mit André Wehner holte der 25-jährige Kraftfahrer den O-Bus aus Solingen ab. „Das ist nichts Besonderes und auch nicht der erste O-Bus, den ich fahre“, sagt Bähr. Es sei für ihn ein Kinderspiel, den rund 18 Meter langen Bus durch Remscheid zu manövrieren. „Der Motor läuft ja. Dadurch funktionieren auch die Bremse und die Lenkhilfe.“ Etwas komisch sei es trotzdem, schließlich sehe man ja nicht alle Tage einen O-Bus auf Remscheids Straßen.

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