Theater und Konzerthaus

Wenn Kulturmacher selbst Programm machen

Überzeugend: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturmanagements, die normalerweise im Backstage-Bereich die Fäden ziehen, bewiesen auf der Bühne des Pina-Bausch-Saales bisher ungeahnte Talente. Foto: Michael Schütz
+
Überzeugend: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturmanagements, die normalerweise im Backstage-Bereich die Fäden ziehen, bewiesen auf der Bühne des Pina-Bausch-Saales bisher ungeahnte Talente.

Theatermannschaft gab einen ungewöhnlichen und unterhaltsamen Einblick in die Saison 2021/22.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Gut gelaunt, bunt und abwechslungsreich kam am Sonntagnachmittag die Spielzeitshow daher, mit der das Kulturmanagement in diesem Jahr auf außergewöhnliche Weise sein Publikum auf die neue Saison einstimmte. „Nach anderthalb Jahren wieder live zurück auf der Bühne sein zu dürfen, ist ein Grund, besonders zu feiern“, fasste Maik Frömmrich als Moderator zu Beginn den Gedanken der Theater- und Konzerthaus-Crew zusammen.

Mit seinem souverän ins Mikro geschmetterten Song: „There ist no business like show business“ war er zuvor effektvoll aus farbig ausgeleuchtetem Technik-Nebel aufgetaucht. Somit war er der erste der „Backstage-Truppe“ aus Verwaltung, Technik und Co., die sich mit bislang ungekannten Show-Talenten präsentierte und die für die Spielzeitshow Bürostuhl, Schreibtisch und Rechner gegen Bühne, Kostüm und Scheinwerfer tauschte. Sonst zuständig für Vermietungen und Events und vor allem für das neue Programm-Label des „Broadway-Fiebers“, hielt Frömmrich während der Show die Fäden in der Hand und holte nacheinander seine Kollegen ins immer wieder aufs Neue passend inszenierte Rampenlicht.

Lichtkegel, kreisende Spots und überraschende farbige Akzente sorgten dafür, dass Tanz-Choreographien, Trommel-Session, Soul-Gesang mit Klavier-Begleitung oder Lesungen optimal über die Rampe kamen und immer wieder aufs Neue Anlass zu kräftigem Beifall gaben.

Ausdrucksstarkes Stimmvolumen von Miriam Karlstedt aus dem Technik-Team – begleitet von Manuel Kästner mit virtuosen Piano-Spiel etwa – sorgte für Gänsehaut. Samtig und soulig groovte sie mehrere Blues- Songs in den Saal hinunter. Unter Federführung von Manuela Hoor, ansonsten verantwortlich für das Kinderprogramm am Haus, wirbelten 13 Kultur-Teamer rhythmisch in peppigen Tanzformationen über die Bühne. Verwaltungschef Jörg Pauli überraschte mit einer ausdrucksstark vorgetragenen Kurzgeschichte und Fabakary Jobateh (Onkel Jo) trommelte gemeinsam mit fünf Mitstreitern Stimmung in den Saal, die schnell Hände und Füße der Zuhörer zum Klatschen und Mit-Steppen animierte.

Mutz an seiner Gitarre und Lena Hogekamp entführten mit einem gefühlvollen Song in die Welt von Aschenputtel und rissen damit das Theater-Programm der Adventszeit an. Gut 100 Kultur-Freunde hatten am Sonntagnachmittag den Weg in den Pina-Bausch-Saal gefunden und genossen es sichtlich, Unterhaltung in Präsenz erleben zu dürfen.

Video-Einspieler machten Lust auf die neue Spielzeit

Das war vielleicht sogar noch mal ein Stückchen intensiver nach dem zu Beginn der Show gezeigten Erinnerungs-Foto-Zusammenschnitt der vielen im Lockdown gestreamten Konzerte, Theaterstücke und Veranstaltungen, die alle einsam vor der Kamera stattfinden mussten. „Hut ab vor dem, was das Kulturmanagement in dieser Saure-Gurken-Zeit dennoch auf die Beine gestellt und möglich gemacht hat – aber ein echtes Erleben ist eben nicht ersetzbar“, mag wohl so mancher angesichts der Bilder gedacht haben.

So fielen die Video-Einspieler, die die einzelnen Programmnummern voneinander trennten, sicher auf fruchtbaren Boden, denn Kulturamtschefin Sonja Baumhauer präsentierte hier im Schulterschluss mit ihrer Kollegin Anna Frantzen spannende Kultur-Bonbons der nun startenden Spielzeit. Mit Bildern und Worten machten die beiden Lust und fachten Vorfreude an, sich zum Beispiel das Weihnachtsstück des Stadtensembles oder die gebuchten Musicals anzuschauen und sich an der Vielfalt der verschiedenen Konzerte der Bergischen Symphoniker zu erfreuen.

Aber auch das, was die „Backstage Truppe“ zeigte, machte Lust auf mehr. Der herzliche Applaus am Schluss galt aber auch der Licht-Technik, die sich mächtig ins Zeug gelegt hatte, um Equipment und Können vorzustellen.

Tickets

Das Programmheft ist gegen eine Schutzgebühr von 4 Euro an der Theaterkasse erhältlich. Geöffnet: Montags, dienstags, donnerstags und freitags 9.30 - 12.30 Uhr, dienstags 16.30 - 18.30 Uhr, donnerstags 16.30 - 19.30 Uhr sowie jeweils 1 Stunde vor Beginn der Veranstaltungen des Kulturmanagements. Mittwochs geschlossen. Tickets online, an der Theaterkasse – telefonisch,Tel. (02 12) 20 48 20 oder per E-Mail:

theaterkasse@solingen.de

Der Spielplan ist online einzusehen.

www.theater-solingen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Tochter soll tödlichen Unfall verursacht haben - Solinger Ehepaar wird Opfer eines „Schockanrufs“
Tochter soll tödlichen Unfall verursacht haben - Solinger Ehepaar wird Opfer eines „Schockanrufs“
Tochter soll tödlichen Unfall verursacht haben - Solinger Ehepaar wird Opfer eines „Schockanrufs“
41 Quarantäne-Verweigerer wurden bislang zwangsweise in Bethanien isoliert
41 Quarantäne-Verweigerer wurden bislang zwangsweise in Bethanien isoliert
41 Quarantäne-Verweigerer wurden bislang zwangsweise in Bethanien isoliert
Fünffache Kindstötung: Gutachten wirft Fragen auf
Fünffache Kindstötung: Gutachten wirft Fragen auf
Fünffache Kindstötung: Gutachten wirft Fragen auf
Solinger konnte sich nur knapp retten - Gehörlose kritisieren den Katastrophenschutz
Solinger konnte sich nur knapp retten - Gehörlose kritisieren den Katastrophenschutz
Solinger konnte sich nur knapp retten - Gehörlose kritisieren den Katastrophenschutz

Kommentare