Die große Nachhaltigkeitsserie im ST

Natürlich nachhaltig: Wenn der Fußabdruck zu groß wird

Der ökologische Fußabdruck unserer drei Volontärinnen Valeria Schulte-Niermann (v. l.), Katharina Birkenbeul und Alexandra Dulinski ist noch zu hoch.
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Der ökologische Fußabdruck unserer drei Volontärinnen Valeria Schulte-Niermann (v. l.), Katharina Birkenbeul und Alexandra Dulinski ist noch zu hoch.

Nachhaltiger Leben? Der ökologische Fußabdruck bietet eine Orientierung, was jeder selbst noch an seinem Lebensstil verändern kann. Wir haben uns unseren einmal angesehen und geben Tipps, wie jeder ein bisschen nachhaltiger leben kann.

Von Katharina Birkenbeul, Alexandra Dulinski und Valeria Schulte-Niermann

Solingen. Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, vegetarisch essen, weniger Plastikmüll produzieren oder in der Region einkaufen gehen – oder kurzum gesagt: Nachhaltig leben. Ein großes Thema, das einem immer häufiger über den Weg läuft.

Nachhaltigkeit bedeutet, die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu schonen und nicht mehr zu verbrauchen, als nachwächst. Was bedeutet das für unseren Alltag? Wie schaffen wir es, nachhaltig zu leben? Wie wird das Thema Nachhaltigkeit bereits jetzt in Solingen umgesetzt? Was können wir in Zukunft noch verbessern? All diese und viele weitere Fragen wird das ST in den kommenden Wochen in der Serie „Natürlich nachhaltig“ beantworten.

Orientierung und Tipps darüber, was jeder selbst noch an seinem Lebensstil verbessern könnte, bieten Fußabdruckrechner im Internet. Diese rechnen aus, wie viele Erden wir bräuchten, wenn jede Person so leben würde wie man selbst. Unsere Volontärinnen haben sich ihren ökologischen Fußabdruck einmal ausgerechnet – mit dem Fußabdruckrechner von Brot für die Welt.

Ökologischer Fußabdruck: Katharina könnte einen Tag mehr auf tierische Produkte verzichten

Katharina: Zwei bis vier Mal in der Woche Fleisch und täglich tierische Produkte lassen meinen Fußabdruck in Sachen Ernährung auf 1,3 globale Hektar (gha) anwachsen. Das macht 28 Prozent des gesamten Fußabdruckes aus. Einen Tag mehr auf Fleisch zu verzichten oder einen Einkauf auf dem Wochenmarkt schlägt der Fußabdruckrechner deshalb beispielsweise vor.

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Beim Wohnen sieht es schon besser aus. Eine geringe Wohnfläche mit 20 Grad Raumtemperatur entsprechen dem deutschen durchschnittlichen ökologischen Fußabdruck in diesem Bereich mit 1 gha.

Mit Bus und Bahn oder gar mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, wäre natürlich optimal. Das ist für Reporter, die täglich Termine wahrnehmen müssen, schlecht möglich. Zum Einkaufen oder zu Freunden gehe ich aber am liebsten zu Fuß. Der Bereich Mobilität liegt bei mir mit 0,7 gha trotzdem noch unter dem deutschen Durchschnitt von 0,8 gha. Ebenso im Bereich Konsum.

Diese Tipps gibt „Brot für die Welt“ für einen niedrigen Fußabdruck

ERNÄHRUNG: Versuchen Sie einen Tag mehr in der Woche auf Fleisch- und Wurst bzw. tierische Produkte in der Woche zu verzichten und experimentieren stattdessen mit Gemüse wie Möhren, Kichererbsen, Linsen und Co.

Achten Sie beim Einkaufen auf Bio-Qualität, Gütesiegel und Herkunft.

MOBILITÄT: Der ÖPNV ist eine gute Alternative für das Auto. Ist das nicht möglich: Gibt es Mitfahrerbänke oder lassen sich Strecken mit Kollegen gemeinsam zurücklegen?

KONSUM: Achten Sie bei Neuanschaffungen von Möbeln, Gegenständen und Kleidung auf Langlebigkeit und Funktionalität.

Statt immer neu zu kaufen, sollte auch überlegt werden, ob es sich lohnt Konsumgüter mit anderen zu teilen oder zu tauschen; ob Dinge repariert werden können, oder ob Selbstmachen eine Option ist.

Vermeiden Sie Müll.

Mit insgesamt 4,6 gha, was gleichbedeutend mit 2,9 Erden ist, bleibe ich sogar knapp unter dem deutschen Durchschnitt, der bei 4,7 gha liegt - immerhin etwas, aber lange nicht genug: Bis zum nachhaltigen Fußabdruck (1,6 gha) ist es noch ein ganzes Stück.

Natürlich nachhaltig: 3,4 Erden bräuchte Alexandra - ein erschreckender Wert für sie

Alexandra: 3,4 Erden bräuchten wir, wenn jeder Mensch so leben würde wie ich. Das ist mein ernüchterndes Ergebnis. Auf einem 5,4 globalen Hektar großen Fußabdruck wandele ich durch die Welt. Ein für mich erschreckender Wert – und ein guter Grund, einmal genauer nachzuschauen.

Denn es ist nicht mein Auto, das diesen großen Wert erzeugt, wenn ich dem Rechner Glauben schenken darf. Auch nicht die Heizung im Winter, wenn es in der Erdgeschosswohnung mal wieder nicht warm werden will. 2,2 der 5,4 gha sind allein auf meine Ernährung zurückzuführen – viele tierische Produkte, wenig bio. Reduzieren heißt hier wohl das Zauberwort.

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Und noch genaueres Planen beim Einkaufen, damit ich nichts wegwerfe – doch leider gibt es Wurst- und Käse-Packungen oft nur im Familienformat.

Valerias Fußabdruck ist ganz passabel - viel mehr ist da nicht zu machen

Valeria: Mein Fußabdruck fällt mit 3,1 gha noch ganz passabel aus. Zwei Erden bräuchte die Menschheit, wenn jeder so leben würde wie ich.

Am Wohnen (0,6 gha), der Mobilität (0,6 gha) und meinem Konsum (0,4 gha) kann ich nicht mehr viel verbessern. Ich bin zwar Vegetarierin, müsste mich jedoch vegan ernähren und noch mehr regional-saisonale Bio-Lebensmittel kaufen, um den Wert auf 2,7 gha zu drücken. Damit bräuchten wir immer noch 1,7 Planeten.

An einem Wert können wir alle kurzfristig nichts ändern: am Fußabdruck der deutschen Infrastruktur. Dieser schlägt mit 0,9 gha zu Buche. Um die zu beeinflussen, müssen sich die Deutschen unter anderem mehr für die Energiewende und die Förderung öffentlicher Verkehrsmittel einsetzen.

www.fussabdruck.de

www.uba.co2-rechner.de

SERIE

In den kommenden Wochen werden wir uns in unserer neuen Serie „Natürlich nachhaltig“ mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Bereichen Ernährung, Mobilität und Konsum beschäftigen.

Sie haben eine Themenidee oder leben selbst so nachhaltig wie es geht? Dann schreiben Sie uns unter dem Stichwort „Natürlich nachhaltig“ per Mail (redaktion@solinger-tageblatt.de), Post (Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen) oder in den sozialen Netzwerken.

Hier findet ihr eine Übersicht über die anderen Teile der großen Nachhaltigkeitsserie „Natürlich nachhaltig“.

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