Wenn das Geld für Strom und Gas nicht reicht, gibt es Hilfsangebote

Telefonaktion zu steigenden Energiekosten

Von Andreas Tews

Die durch steigende Energiekosten verursachte Not ist groß, und sie wird nach Meinung von Experten noch zunehmen. „Wir steuern bei den Stromkosten auf ein Desaster zu“, ist Peter Scheffczyk vom Stadtdienst Soziales vor allem um die Menschen besorgt, die schon jetzt knapp bei Kasse sind. Bei einer gemeinsamen Telefonaktion von Diakonischem Werk, Stadt, Jobcenter, Verbraucherberatung und Caritasverband wurde aber auch deutlich, dass Betroffene oft aus Scham keine Hilfe in Anspruch nehmen, oder sogar davor zurückscheuen, sich beraten zu lassen.

Vor allem Rentner wollen nach Möglichkeit alles selbst regeln, berichtet Britta Masuch von der Verbraucherberatung. Dabei sei Beratung für diese Personengruppe und für andere Menschen, die durch die hohen Energiekosten in Zahlungsschwierigkeiten geraten können, besonders wichtig. Nach Scheffczyks Einschätzung dürften in naher Zukunft viele zusätzliche Menschen Anspruch auf staatliche Hilfen haben. Die müssen nach seiner Ansicht wissen: „Ihr seid nicht alleine. Wenn das Geld nicht reicht, ist ein Angebot da.“

„Das Sozialamt und das Jobcenter stellen Gutscheine für eine Beratung aus.“

Britta Masuch, Verbraucherzentrale

Danijela Potecin vom Stadtdienst Soziales betonte: „Einen Antrag zu stellen, kostet nichts.“ Zudem sind die Beratungsangebote laut Scheffczyk für Betroffene oft kostenfrei. „Das Sozialamt oder das Jobcenter stellen dafür Gutscheine aus“, ergänzte Masuch.

Die größte Gefahr für finanzschwache Haushalte droht nach Meinung der Experten bei den Stromkosten, die Bedürftige aus ihren Regelsätzen bezahlen müssen. Die Heizkosten übernimmt in der Regel der Staat. Bei den Stromkosten müsse der Staat nachsteuern, forderte Scheffczyk. Doch Personen ohne Anspruch auf solche Hilfen geraten auch durch hohe Gaspreise in Not.

Die Anrufer, die bei der Aktion ihre Einzelfälle schilderten, zeigten die Dramatik der Einzelfälle. So habe ein Rentner nach Angaben von Linda Kästner (Schuldnerberatung der Diakonie) Probleme, weil seine Stromrechnung bei 168 Euro pro Monat liege. Dies sei eine „Wahnsinnsrechnung“, kommentierte Paul-Gerhard Weber (Jobcenter). Hier sei zu prüfen, ob ein Fehler vorliege oder ob der Verbrauch zu hoch sei. Hierbei könne der Stromsparcheck des Caritasverbandes helfen.

Ursula Ring (Diakonie) berichtete von einem anderen Fall: Eine Frau schilderte, dass sie nach einem Wechsel des Gas- und Stromanbieters – ihr bisheriger ist pleite – plötzlich horrende Summen bezahlen musste. Auch hier rieten die Experten zu einer genauen Prüfung. Und noch einen Rat gaben sie den Betroffenen mit: „Legen Sie Geld für Nachzahlungen und steigende Abschlagszahlungen zurück.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Pkw-Fahrer erfasst Radfahrer-Gruppe - Frau in Lebensgefahr
Pkw-Fahrer erfasst Radfahrer-Gruppe - Frau in Lebensgefahr
Pkw-Fahrer erfasst Radfahrer-Gruppe - Frau in Lebensgefahr
Diese Folgen hätte der Ausbau der Veloroute in Solingen für Autofahrer
Diese Folgen hätte der Ausbau der Veloroute in Solingen für Autofahrer
Diese Folgen hätte der Ausbau der Veloroute in Solingen für Autofahrer
Klingenstraße: Brand in Küche
Klingenstraße: Brand in Küche
Klingenstraße: Brand in Küche
S1-Ausfall trifft auf genervte Pendler
S1-Ausfall trifft auf genervte Pendler
S1-Ausfall trifft auf genervte Pendler

Kommentare