Geburtenstatistik

Weniger Babys in 2022: Das ist die Prognose für die Zukunft

Statistiker gehen weiter von rund 1500 Neugeborenen pro Jahr in Solingen aus.

1252 Geburten wurden 2022 vom Solinger Standesamt gemelde

Von Björn Boch

Solingen. Die Solinger Statistik-Experten gehen weiterhin von jährlich rund 1500 Geburten aus – auch wenn 2022 weniger Kinder zur Welt kamen. „Das ist im Vorjahr in vielen Städten so gewesen. Wir rechnen nicht damit, dass das ein nachhaltiger Trend nach unten ist“, betont Thomas Groos, Abteilungsleiter Statistik bei der Stadt. Genauere Prognosezahlen wird es im Laufe des Jahres geben – derzeit entsteht eine neue Bevölkerungsvorausberechnung.

Zu den rund 1500 Geburten komme jährlich ein Plus von rund 100 Kindern unter sechs Jahren durch Zuzug und Zuwanderung. Macht rund 1600 Kinder pro Einschulungsjahrgang: „Das ist wichtig für die Kita- und für die Schulentwicklungsplanung“, so Groos.

1252 Geburten wurden 2022 vom Solinger Standesamt gemeldet – so wenige wie seit Jahren nicht, schrieb das Tageblatt Anfang Januar. So weit, so richtig – allerdings hatten wir die Zahl fälschlicherweise zu anderen Statistiken ins Verhältnis gesetzt. Geburtenzahlen gibt es nämlich viele. Thomas Groos hilft bei der Einordnung.

Geburten vom Standesamt Solingen beurkundet: Diese Zahl umfasst alle Geburten in der Klingenstadt – sagt aber nichts über den Wohnort der Eltern aus. Fast ausschließlich sind das Geburten im Städtischen Klinikum, das für das Vorjahr 1238 Geburten meldete (von 1252 beurkundeten, in der Grafik rot). Hausgeburten seien ebenso zu vernachlässigen wie die wenigen Geburten, die sich im Ausland ereigneten und vom Solinger Standesamt noch nachträglich beurkundet werden.

Geburten nach Angaben der Statistikstelle Solingen: Grundsätzlich sagt diese Zahl mehr über die Solinger Kinder aus, denn hier wird die Anmeldung bei den Solinger Behörden berücksichtigt. Erfasst werden also auch Solinger Eltern, die ihr Kind in Wuppertal, Köln oder Düsseldorf bekommen haben. Die Statistiker unterscheiden zwischen Verarbeitungs- (orangefarben) und Ereignisdatum (blau).
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Verarbeitungsdatum: Die orangefarbene Kurve berücksichtigt, wann die Behörde eine Geburt verarbeitet. Die Zahl ist also final. In der für 2022 – mit 1415 Geburten – sind Geburten aus Ende 2021 enthalten, von denen die Behörde erst 2022 erfahren hat. Es fehlen aber solche von Ende 2022. „Etwa 100 Geburten sind noch nicht im Melderegister erfasst“, schätzt Thomas Groos. Das habe auch mit Verfahrensänderungen zu tun. So nehmen Geburten von nicht-deutschen Eltern einen Umweg übers Ausländeramt – um zu klären, ob das Kind direkt die deutsche Staatsbürgerschaft erhält oder nicht.

Ereignisdatum: Die blaue Kurve zeigt den tatsächlichen Ereigniszeitpunkt. Sie geht aktuell für 2022 von 1309 Geburten aus. „Diese Zahl wird aber noch nach oben gehen, sobald die Geburten offiziell gemeldet sind.“ Die Krankenhäuser müssen binnen einer Woche die Geburt beim Standesamt anzeigen. Die Eltern bekommen vom Krankenhaus Unterlagen und müssen dem Standesamt vorab Geld für die Urkunde überweisen. Die Standesämter wiederum melden Geburten digital an die Bürgerbüros. Thomas Groos: „Drei Wochen vergehen in der Regel zwischen der Geburt und dem Auftauchen im Melderegister.“

IT NRW: Auch das Statistische Landesamt IT NRW arbeitet mit dem Ereignisdatum. Das Amt wartet drei Monate, bis es die Geburten des Vorjahres meldet. Daher liegt die jüngste Zahl für 2022 (grüne Kurve) noch nicht vor.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul

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