Meigen

Weltmeister Christoph Kramer besucht seine alte Schule

Christoph Kramer bereitete den Meigener Grundschülern viel Freude und schonte sich beim gemeinsamen Fußballspiel auch selbst nicht. Foto: Christian Beier
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Christoph Kramer bereitete den Meigener Grundschülern viel Freude und schonte sich beim gemeinsamen Fußballspiel auch selbst nicht.

Christoph Kramer kehrte für zwei Stunden zurück nach Meigen. Fußball steht im Mittelpunkt.

Von Jürgen König

Am Mittwochabend letzter Woche befand sich die Grundschule Meigen gerade auf dem Sankt-Martins-Zug, als der überraschende und erfreuliche Anruf kam. Solingens Sportler des Jahres Christoph Kramer stellte seinen schon länger geplanten Besuch in Aussicht – dort, wo er selber von 1997 bis 2001 die Schulbank gedrückt hatte. Am Montagvormittag war die Überraschung für die Grundschüler perfekt. Zwei Stunden lang trainierte, spielte und redete der Fußball-Weltmeister mit den teilweise 100 Kindern in der Sporthalle. „Super, es macht einfach riesigen Spaß“, sagte der Profi von Borussia Mönchengladbach.

Trotz der kurzen Vorbereitungszeit hatte die Schule intensiv für den nötigen Rahmen gesorgt. Der Stolz auf den prominenten Ex-Schüler war allgegenwärtig. „Es ist doch sehr schön, dass er sich von hier aus auf den Weg gemacht hat“, erinnerte Schulleiterin Petra Ehrenfeld an die Zeit des heute 25-Jährigen. Evangelische Religion fiel ihr wie auch Kramer selbst spontan als bevorzugtes Thema ein. „Mir kommt jetzt alles so klein vor“, meinte der Fußballer zum Schulgebäude. Kontakt dorthin hat es auch nach der Solinger Schulzeit, die 2010 mit dem Abitur am August-Dicke-Gymnasium endete, stets gegeben. Schließlich wohnt in Meigen seine Familie, auch jetzt war er dort. „Wir hatten vier Tage frei, das ist für mich fast schon ein Kurzurlaub“, weiß Christoph Kramer die jüngste Phase zu schätzen. Dass er derzeit nicht im Kader der deutschen Nationalmannschaft steht und so die Audienz des Teams bei Papst Franziskus verpasste, empfindet der Mittelfeldspieler als nicht „stressig“.

Sein Augenmerk galt weniger dem Heiligen Vater als vielmehr den Meigener Grundschülern. Obwohl der WM-Held für einige Jüngere unbekannt war, kannte der Jubel bei seiner Vorstellung durch Sportlehrer Damir Plesnik keine Grenzen. Diejenigen, die in den Genuss des Trainings mit dem Fußball-Ass kamen, fanden es natürlich herausragend. „Es ist eine ganz tolle Überraschung, auch wenn ich nur einmal schießen durfte“, meinte Anton (9), der sonst Handball beim Bergischen HC spielt. Mit technisch anspruchsvollen Übungen und Doppelpässen begann Christoph Kramer die Stunde, dann durften die Kinder ihn als Torhüter testen.

Der Mönchengladbacher wird lautstark gefeiert

Geradezu verdutzt war der Star angesichts der ausgeprägten Schussstärke der Kids: „Da war viel Power dahinter, das hätte ich nicht gedacht.“ Die richtige Herausforderung stand dem Solinger da noch bevor, das Spiel ließ die Herzen der Kinder aus den Meigener Fußball-Teams höher schlagen. „Es lief gut“, resümierte Joel (9) vom Post SV, der mit seinen Dribblings und Toren begeisterte, kurz und knapp. Der Youngster war auch dem 12-fachen Nationalspieler aufgefallen, der selbst mit Technik-Tricks und Traumtor glänzte – lautstark feierten ihn die am Spielfeldrand sitzenden Schüler. Auch sie durften sich nachher mit dem Weltmeister abklatschen und erhielten ein Autogramm.

Weltmeister Christoph Kramer zu Gast an alter Schule

 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier
 © Christian Beier

Es waren zwei schöne Stunden für Christoph Kramer, der noch länger verschnaufen darf oder vielmehr muss. Sperren sorgen sowohl in der Champions League als auch in der Bundesliga für eine Zwangspause. Am Samstag spielen seine „Fohlen“ gegen den 1. FC Köln. „Wir wollen den Bock umstoßen“, hofft Kramer mit Mönchengladbach auf die Rückkehr in die Erfolgsspur. Der Gang zurück in die schulische Vergangenheit hat dem zweifachen Solinger Sportler des Jahres jedenfalls schon mal viel gute Laune beschert.

CHRISTOPH KRAMER

HÖHEPUNKT 2014 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft in Rio Weltmeister. Beim 1:0 nach Verlängerung stand Kramer im Blickpunkt, weil er aufgrund einer Gehirnerschütterung früh ausgewechselt wurde – zweimal habe er den Schiedsrichter gefragt, ob dies das WM-Finalspiel sei. 

VEREINE BV Gräfrath, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, VfL Bochum, Borussia Mönchengladbach.

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