Mein Hobby

Wein bedeutet für sie Genuss und Geselligkeit

Weinfreundin Sabine Franzen schätzt Rieslinge und schwere Rotweine. Foto: Uli Preuss
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Weinfreundin Sabine Franzen schätzt Rieslinge und schwere Rotweine.

Durch ihren Job als Flugbegleiterin fand Sabine Franzen ihre große Leidenschaft. Die Königsdisziplin ist die Sensorik.

Von Manuel Böhnke

Solingen. 29 Jahre lang war Sabine Franzen in der Welt zu Hause. Als Flugbegleiterin bei der Lufthansa hat sie nicht nur zahlreiche Länder kennengelernt, sondern auch ihre große Leidenschaft gefunden: Wein.

MEIN HOBBY

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Mit einem fast wissenschaftlichen Anspruch beschäftigt sich die 57-Jährige intensiv mit dem Rebensaft. Um den Rausch geht es ihr dabei nicht: „Wein hat immer etwas mit Genuss und Leidenschaft zu tun.“ Vor 15 Jahren entdeckte Franzen ihr Hobby. Ihr Job führte sie häufig nach Südafrika. Die Zeit zwischen Hin- und Rückflug nutzte sie für Weintouren. Allein 44 Güter in Kapstadt hat sie in dieser Zeit kennengelernt.

Berufsbedingt nahm sie auch an ersten Schulungen teil. Erweitert hat sie dieses Wissen bei zahlreichen Seminaren, die sie privat besuchte. Um das zweite Level des renommierten „Wine and Spirit Education Trust“ zu erreichen, nahm sie 2010 sogar an einer einwöchigen Schulung teil. 200 Weine wurden probiert, ehe ein Test anstand.

„Auf diesen international anerkannten Titel bin ich stolz“, sagt Franzen. Sie träumt davon, sich irgendwann einmal Sommelière nennen zu dürfen.

Die Königsdisziplin ist die Sensorik. In einem Dreischritt wird der Wein zunächst in Augenschein genommen, ehe Geruchs- und Geschmackstests folgen. „Das ist nicht einfach. Zunge und Gaumen müssen trainiert werden“, erklärt die 57-Jährige.

Gleiches gelte für den Geruchssinn. Das verwundert kaum, wirft man einen Blick auf die unterschiedlichen Aromen. Sie reichen von Blumenwiese über Ananas bis hin zu Schwefel und werden in Kategorien wie animalisch, Gewürze oder Röstaromen eingeteilt.

„Wenn man Geselligkeit mag, ist Wein immer schön.“
Sabine Franzen über ihr Hobby

„Ich beschäftige mich andauernd mit Wein“, erzählt Franzen. Seit zweieinhalb Jahren arbeitet sie nicht mehr bei der Lufthansa, sondern im Büro eines Physiotherapeuten. In ihrer Freizeit liest sie Fachliteratur oder tauscht sich in Internetforen aus. „Da entdecke ich immer wieder unheimlich viele neue Aspekte.“

Von Franzens Expertise profitieren auch ihre Freunde. Immer wieder lädt sie zu privaten Weinproben ein. Sie liebt solche Abende: „Wenn man Geselligkeit mag, ist Wein immer schön.“

Regelmäßig besucht Sabine Franzen neue Anbaugebiete und Weingüter. Insgesamt hat sie in den vergangenen Jahren schätzungsweise 400 verschiedene Weine probiert. „Bei langen Reisen trinkt man nicht jedes Glas tatsächlich, sondern kostet nur“, erklärt sie. Dennoch komme es vor, dass man im Laufe einer Verkostung übersättigt. „Nach ein paar Stunden Pause geht es dann aber wieder.“

In Zukunft möchte die Solingerin „alle schönen Weingebiete abklappern“. Dabei denkt sie an Neuseeland und Australien – aber auch an Spanien. Der nächste große Trip steht im November an. Dann erkundet sie Argentinien und Chile. Auf dem Programm steht ein Abstecher in die für ihre Weine berühmte Region Mendoza.

Doch was ist der Lieblingswein einer Kennerin wie Sabine Franzen? „Ich mag gerne Rieslinge, aber auch schweren Rotwein.“ Auf den Preis komme es dabei nicht unbedingt an. Die teuerste Flasche Wein, die die 57-Jährige je getrunken hat, war ein Chateau Haut-Brion Jahrgang 1998 für mehr als 300 Euro. Die sei zwar toll gewesen, leckere Alternativen gebe es aber problemlos für unter 10 Euro. Sabine Franzens Grundsatz ist einfach: „Hauptsache, es schmeckt.“

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