Corona-Krise

Keine Chance: Weihnachtsfeier für Alleinstehende fällt aus

Gerd König bedauert sehr, dass das Weihnachts-Essen für Alleinstehende und Bedürftige in diesem Jahr nicht realisierbar ist. Foto: Michael Schütz
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Gerd König bedauert sehr, dass das Weihnachts-Essen für Alleinstehende und Bedürftige in diesem Jahr nicht realisierbar ist.

Organisator Gerd König sieht in diesem Jahr keine Möglichkeit, das bewährte Konzept umzusetzen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Gerd König ist spürbar traurig. Lange hat der Ohligser Gastronom und Inhaber des neu eröffneten „Esszimmers“ und Betreiber des Catering-Service „cook.inc“ überlegt, ob es nicht trotz Corona irgendeine Chance geben könnte, die von ihm ins Leben gerufene Veranstaltung „Niemand muss an Heiligabend allein sein“ durchzuführen. „Aber es ist nicht lösbar“, sagt er resigniert. Schließlich gehe es bei seiner Idee, die er vor acht Jahren, ins Leben gerufen hatte, nicht in erster Linie darum, an Bedürftige Essen zu verteilen. „Der Gedanke war, Alleinstehenden am 24. Dezember die Möglichkeit zu geben, in fröhlicher Gesellschaft Weihnachten zu feiern, statt Heiligabend einsam in den eigenen vier Wänden zu sitzen.“

„Die Aktion hat von Jahr zu Jahr mehr Fahrt aufgenommen.“

Gerd König, Gastronom und Organisator der Aktion

Ein Konzept, das von Jahr zu Jahr besser aufging, nicht zuletzt durch die Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Wald und der Katholischen Kirchengemeinde Ohligs. Deshalb sei es ihm sehr schwergefallen zu akzeptieren, „dass das in diesem Jahr nicht zu lösen ist“, wie er erkennen musste. Gedankenspiele wie zum Beispiel, das Ganze ins Freie, auf den Ohligser Marktplatz zu verlegen und mit Abstand Verteilstände aufzustellen, hat er verworfen. „Es hätte mit dem Prinzip des Nicht-Alleineseins nichts zu tun gehabt, wenn jeder sich sein Essen abholt und damit nach Hause geht“.

Beeindruckt hat Gerd König aber, dass er bereits seit Sommer von vielen Gastronomie-Kollegen angesprochen worden war, die ihre Bereitschaft bekundet hatten, wieder mit Mahlzeit-Spenden dabei zu sein. „Das in einer Phase zu hören, in der es den meisten Restaurant-Besitzern selbst nicht gut geht, war schon klasse“, sagt er und denkt durchaus ein bisschen wehmütig an das letzte Jahr zurück.

Bis zu 15 Gastronomen unterstützen den Organisator

Da nämlich konnte er erstmalig „quer durch alle Stadtteile“ rund 15 Gastronomen mit ins Boot holen. Über diese positive Resonanz freut er sich noch heute. „Ich habe denen am 23. Dezember die bei uns üblichen Speisen-Einsätze zum Befüllen gebracht und am 24. Dezember abgeholt, so dass das Ganze für die Kollegen kein großer zusätzlicher Aufwand war im Weihnachtstrubel“, erinnert sich König. „Jeder hatte das zubereitet, was für ihn und seine Planung gut passte – und damit war das gut darstellbar.“ Auf diese Weise sei ein reichhaltiges und sehr vielfältiges Büfett zusammengekommen, an dem sich rund 150 Menschen bedienen konnten. An den Tischen saß niemand abseits. Die Helfer hatten ihre Gäste gut im Blick und mischten Jung mit Alt, Rentner mit Berufstätigen, Verwitwete mit Kinderlosen. „Jeder der Besucher brachte eine andere Geschichte mit und war froh über den schönen Abend“, erzählt König.

Es sei sehr schade, dass das Virus in diesem Jahr alles so radikal ausbremst, „Die Aktion hatte von Jahr zu Jahr mehr Fahrt aufgenommen und wir hatten zuletzt neben dem Weihnachts-Essen auch noch Sponsoren für kleine Kinder-Geschenke gewonnen.“

Sein Blick geht nun nach vorne: „Auch wenn ich mir sicher bin, dass nach dem aktuellen Lockdown im Januar längst nicht alles wieder gut ist, so sicher bin ich auch, dass wir zum nächsten Weihnachtsfest unsere Veranstaltung wieder planen und durchführen können.“ Bis dahin erhofft er sich nämlich durchaus eine weitgehende Rückkehr zur „alten Normalität“. Für die nächste Weihnachtsfeier dieser Art möchte er noch weitere Sponsoren finden, um auch den Gabentisch für die anwesenden Kinder noch stärker zu füllen. „Ich glaube schon, dass sich Firmen finden, die gerne etwas geben.“

Für Bedürftige

Für Bedürftige wird es in diesem Jahr aufgrund der Pandemie und der damit einhergehenden Notwendigkeit, Abstand zueinander zu halten, keine großen Veranstaltungen geben. Einzelne Solinger Gastronomen und Vereine sorgen aber für kleinteilige Angebote wie eine kostenlose Ausgabe von Mahlzeiten.

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