Trasse

Das Waggoncafé ist geschlossen

Die Fuhrgemeinschaft hofft auf neue Perspektiven für das Waggon-Café an der Korkenziehertrasse. Archivfoto: Uli Preuss
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Die Fuhrgemeinschaft hofft auf neue Perspektiven für das Waggon-Café an der Korkenziehertrasse.

Mit großem Bahnhof wurde das Waggon-Café an der Korkenziehertrasse in Wald eröffnet. Drei Jahre ist das her. Jetzt stehen Ausflugsgäste, die eine Pause einlegen wollen, wieder vor verschlossenen Abteiltüren.

Von Kathrin Schüller

„Ich weiß nicht, warum das Angebot nicht angenommen worden ist“, sagt Tanja Isphording. Sie ist Leiterin der Fuhrgemeinschaft und für das Café zuständig. Um mehr über die Gründe zu erfahren, hat das Waggon-Team vor einiger Zeit an der Trasse eine kleine Umfrage durchgeführt. „Da trifft man einmal die, die mit ihren Hunden Gassi gehen.“ Sie ziehe es nicht ins Café, sondern schnell wieder nach Hause. Sportler, die dort liefen, „essen keine Sahnetorte“. Für Radfahrer, die von der Innenstadt kommen, „ist es noch zu früh für eine Pause“.

Auf Gastronomie will die Mannschaft im Moment nicht mehr setzen, sondern Zug um Zug dafür sorgen, dass der umgebaute Waggon zu einem bekannten Veranstaltungsort wird: für Lesungen, Ausstellungen und kleine Konzerte.

Auch privat kann das Trassen-Café für Feiern angemietet werden. „Das Angebot wurde schon öfter genutzt.“ Mit dem anthrazitfarbenen Holzboden, der gewölbten Decke in Weiß und den dunklen Möbeln hat der Waggon viel Charme.

Jetzt wurden Fördermittel für „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (Biwaq)“ beantragt. Dahinter steht ein Programm des europäischen Sozialfonds (ESF). „Bewerben können sich Städte, die bereits durch das Programm ,Soziale Stadt’ unterstützt werden“, teilte Stefanie Mergehenn für die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage des Solinger Tageblatts mit. Unterstützt werden dabei unter anderem Projekte, „die, die lokale Ökonomie stärken, das Wohnquartier aufwerten oder zum wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt beitragen“. Wichtige Ziele könnten umgesetzt werden, ohne den Haushalt der Stadt zu sehr zu belasten.

Frühestens Ende des Monats, sagte Mergehenn, werde über die Vergabe der Mittel entschieden. Tanja Isphording ist sehr zuversichtlich, dass Geld fließt und verspricht sich neue Perspektiven für den Waggon.

„Der Waggon darf auf keinen Fall vor sich hinrotten.“

Tanja Isphording Fuhrgemeinschaft

GESCHICHTE

UMBAU Fünf Jahre hat es gedauert, den alten Waggon zu finden, an den Standort an der Fuhr zu transportieren und umzubauen. „Ohne unseren Bauleiter Peter Holstein, der alle Fäden in der Hand hielt und zusammen mit den Handwerkern Ideen entwickelt hat, wie dieses oder jenes überhaupt hinzukriegen ist, wäre das Projekt nicht zu verwirklichen gewesen“, sagte Tanja Isphording bei der Eröffnung im Januar 2013. www.fuhrgemeinschaft.de

Bisher können alle, die auf Solinger Stadtgebiet auf der Bahntrasse unterwegs sind in Lokalen in Südpark einkehren, am Walder Bahnhof oder auch in Gräfrath im Junkbrunnen. Eine Extra-Beschilderung gibt es auch zum Biergarten im Walder Stadtsaal.

Tanja Isphording schließt nicht aus, dass der Gastronomiebetrieb an der Fuhr noch einmal aufgenommen wird. Sie sei für jede Idee dankbar. „Der Waggon darf auf keinen Fall vor sich hin rotten“, sagt Isphording. Dazu stecke zu viel Herzblut darin und zu viel Geld von Sponsoren.

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