Solingen 2020

„Weiche“ Standortfaktoren sind für viele wichtig

Mit modernem Foyer und einem großen Angebot an medizinischem Sachverstand präsentiert sich die neue Praxisklinik seit 2012 im Südpark.
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Mit modernem Foyer und einem großen Angebot an medizinischem Sachverstand präsentiert sich die neue Praxisklinik seit 2012 im Südpark.

In Solingen gilt die Versorgung als sehr gut – von den Praxen bis zu den Krankenhäusern.

Von Anja Kriskofski

Das Können Solinger Ärzte hat sich bis nach Hollywood herumgesprochen. Ende August 2014 ließ sich der Schauspieler George Clooney im Städtischen Klinikum von Neurochirurg Dr. Ralf Buhl behandeln. Die Abteilung ist ein Leuchtturm, der über Solingen hinausstrahlt – und sie ist nicht die einzige. Ähnliche Beispiele gibt es an der St. Lukas Klinik und am Krankenhaus Bethanien. Solingen ist im Gesundheitsbereich sehr gut aufgestellt. Neben drei Krankenhäusern gibt es eine Praxisklinik und eine gute Versorgung mit niedergelassenen Ärzten.

Auch wenn volle Wartezimmer anderes suggerieren: Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) gilt Solingen in allen Fachgruppen als überversorgt. Erst für die Zukunft prognostiziert die KV einen Ärztemangel: 2030 könnten unter anderem 17 Hausärzte fehlen.

Die Krankenhäuser ergänzen sich mit ihren Abteilungen

Mustergültig ist die gute Zusammenarbeit in vielen Bereichen. Seit 2004 gibt es das Solimed-Netzwerk, dem 70 niedergelassene Mediziner (von 250) angehören. Sie haben ihre Software vernetzt, Patientendaten können auf elektronischem Weg ausgetauscht werden. Auch die Krankenhäuser sind beteiligt. Solimed sei mit 28 000 Patienten das größte deutsche EDV-Netzwerk im Gesundheitsbereich, sagt Geschäftsführer Dr. Stephan Kochen.

Kooperation gibt es ebenfalls zwischen den Krankenhäusern, auch wenn sie Konkurrenten sind. Das Klinikum und die St. Lukas Klinik arbeiten im Bereich der Geburtshilfe zusammen: Kinderärzte des Klinikums versorgen ebenso die Neugeborenen in Ohligs. „Kooperation ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Gregor Hellmons, Geschäftsführer der Kplus Gruppe, zu der die Lukas-Klinik gehört.

Die drei Kliniken ergänzten sich mit ihren Spezialabteilungen, sagt Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt im Krankenhaus Bethanien. Die Lungenfachklinik (2014: 5300 Patienten) etwa versorgt Patienten aus dem gesamten Bergischen Land. Sie ist eines der größten deutschen Zentren für die Entwöhnung langzeitbeatmeter Patienten. Die St. Lukas Klinik (27 800 Patienten pro Jahr) hat eine weithin bekannte Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, die Stroke Unit (Schlaganfall-Abteilung) ist so gut ausgelastet, dass sie erweitert werden soll. Auch das Klinikum (2013: 65 900 Patienten) hat mehrere „Leuchttürme“, darunter die HNO-Klinik sowie mehrere zertifizierte Zentren. Man sehe sich vor allem in der Pflicht für die gesamte Bevölkerung Solingens, betont der Ärztliche Direktor Dr. Peter Schmiegelow.

Kommentar von Simone Theyßen-Speich

Steigende Patientenzahlen verzeichnet auch die Praxisklinik im Südpark (2014: 7000 Patienten), in der 54 niedergelassene Ärzte ambulant operieren – von der Augen-OP bis zur Polypenentfernung. Nach dem Eingriff können die Patienten meist wieder nach Hause, es gibt aber auch stationäre Betten.

„Solingen hat ein breit gefächertes Angebot“, sagt Sozialdezernent Robert Krumbein. Auf Verbesserungen hofft er aber für den psychiatrischen Bereich: Die Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde nach Remscheid verlegt. Für Erwachsene gibt es unter anderem die Versorgung durch den Psychosozialen Trägerverein.

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