Verheerende Schäden

Wege in Solingen sind nach den Stürmen geräumt

Die Stürme vor knapp drei Wochen haben vielerorts im Stadtgebiet vor allem in den Wäldern verheerende Schäden angerichtet. Zahlreiche nicht mehr standsichere Bäume mussten gefällt werden wie hier an der Nöhrenhauser Straße. Foto: Christian Beier
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Die Stürme vor knapp drei Wochen haben vielerorts im Stadtgebiet vor allem in den Wäldern verheerende Schäden angerichtet. Zahlreiche nicht mehr standsichere Bäume mussten gefällt werden wie hier an der Nöhrenhauser Straße.

Die Beseitigung der Schäden in den Wäldern dauert an. Die Stadt warnt weiter vor nicht standsicheren Bäumen.

Von Kristin Dowe

Gleich mehrere Stürme hielten Solingen vor knapp drei Wochen in Atem, deren Folgen sich vor allem in den Wäldern noch immer bemerkbar machen. „Wir haben im gesamten Stadtgebiet Schäden an Bäumen“, resümiert Förster Markus Schlösser, der bei der Stadt Solingen die Abteilung Wald und Landschaft im Stadtdienst Natur und Umwelt leitet. Etwa 500 abgebrochene oder komplett entwurzelte Bäume habe sein Team in den vergangenen Tagen beseitigt, nachdem es die zahlreichen Schadensmeldungen gesammelt und abgearbeitet hatte. Inzwischen seien die meisten Wege wieder freigeräumt. Bereiche von Wohnhäusern sowie Zuwege etwa zur Waldschule oder zur Talsperre hätten dabei Priorität gehabt, doch müssten immer noch weitere Bäume abtransportiert werden, so Schlösser.

„Jeder betritt den Wald auf eigene Gefahr.“

Förster Markus Schlösser

„Stellenweise sind auch Bäume umgefallen, die wir eigentlich als gesund eingeschätzt hatten“, sagt Schlösser – in solchen Fällen seien die feinen Wurzeln der betroffenen Bäume im Oberboden wahrscheinlich schon vorher abgestorben gewesen, so dass sie den Stürmen endgültig nicht mehr standhalten konnten. Die nassen und aufgeweichten Böden hätten dazu ihr Übriges beigetragen. Grundsätzlich hätten die drei extrem heißen und trockenen Sommer der Jahre 2018 bis 2020 den Wäldern stark zugesetzt. Zwar sei das vergangene Jahr etwas regenreicher ausgefallen, dies habe das Grundproblem aber nicht geändert. Bei den ohnehin stark angeschlagenen Fichten sei es von Vorteil gewesen, dass die Stürme sie im nicht begrüntem Zustand getroffen hätten, betont der Forstexperte: „Die Windlast war dann nicht so schwer, so dass nicht so viele Fichten umgestürzt sind. Abgestorben sind sie aber größtenteils sowieso.“

Derweil sei bei einem Waldspaziergang zurzeit noch immer erhöhte Achtsamkeit geboten: „Es kann immer noch zu gefährlichen Situationen in den Wäldern kommen, da viele Bäume es nur knapp geschafft haben, aber dennoch nicht standsicher sind“, warnt Schlösser. „Grundsätzlich betritt jeder den Wald auf eigene Gefahr.“

Bäume sollen auf natürlichem Wege ansamen können

Angesichts der Schäden arbeite sein Team umso intensiver weiter daran, „einen artenreichen und stabilen Mischwald“ zu formen. „Genau da müssen wir mit den bisherigen Pflegemaßnahmen weitermachen.“ Anstatt in der Fläche zu arbeiten, gehöre dazu heute vielmehr, den Schwerpunkt auf einzelne Bäume zu legen. „Die frühere Kahlschlagwirtschaft haben wir schon vor mehr als 30 Jahren ad acta gelegt und bewirtschaften den Wald heute naturgemäß“, erläutert Schlösser. Eine wichtige Pflegemaßnahme sei etwa, einzelne gesunde Bäume mit guten Wachstumsbedingungen von „Bedrängern“ freizuschneiden. Der gewünschte Effekt dabei ist, dass mehr Licht auf den Waldboden fällt und weitere Bäume auf natürlichem Wege ansamen können. Die Waldsanierung bleibt für Schlössers Abteilung auch für die kommenden Jahre eine Herausforderung.

Waldpflege ist aktiver Klimaschutz

Hintergrund

Noch immer sind nicht alle Schäden infolge der Stürme vollständig erfasst. Bürgerinnen und Bürger können weiterhin nicht standsichere Bäume oder womöglich blockierte Wege online über den Mängelmelder der Stadt melden.

Weitere Infos dazu gibt es auf der Homepage der Stadt.

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