Hintergrund

Was zu tun ist, wenn man ein totes Tier entdeckt

Entdeckt man einen toten Vogel, ist bei der Entsorgung entscheidend, wo er gefunden wurde. Auf privaten Grundstücke ist der Eigentümer grundsätzlich zuständig, kann sich aber Hilfe holen. Im Öffentlichen Raum spielen Jagdbehörde, Land, Stadt und Feuerwehr zusammen. Foto: Philipp Müller
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Entdeckt man einen toten Vogel, ist bei der Entsorgung entscheidend, wo er gefunden wurde. Auf privaten Grundstücken ist der Eigentümer grundsätzlich zuständig, kann sich aber Hilfe holen. Im öffentlichen Raum spielen Jagdbehörde, Land, Stadt und Feuerwehr zusammen.

Gesetz und Behörden unterscheiden zwischen privatem, bewohntem und unbewohntem Raum

Von Philipp Müller

Solingen. Plötzlich liegt ein toter Vogel auf dem Bürgersteig. Oder am Waldrand ist es ein toter Fuchs. Was muss man tun? Was darf man tun? Wer oder was sind Ansprechpartner? Das ST gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was gilt generell?

Stadtsprecher Thomas Kraft erklärt: „Grundsätzlich liegt die Verpflichtung, fremde oder herrenlose Körper von Vieh, Hunden oder Katzen zu melden und der ordnungsgemäßen Beseitigung zuzuführen, beim jeweiligen Grundstücksbesitzer.“ Das hat dann diese Folgen: Werden Tierkörper auf öffentlichen Straßen oder Plätzen gefunden, obliegt diese Verpflichtung dem Eigentümer der Straße. Das können die Stadt, das Land oder der Bund sein. Aber gesetzlich wird auch geregelt, dass diese Beseitigungspflicht zum Beispiel Sammlung und Transport kann auch auf Dritte übertragen werden kann.

Wie läuft das in Solingen?

„In Solingen werden Meldungen fremder oder herrenloser Tierkörper, die im öffentlichen Straßenraum aufgefunden wurden, von der Feuerwehr Leitstelle unter Tel. 2 20 20 entgegengenommen“, sagt Thomas Kraft. Aber herrenlose, tote Kleintiere und Schädlinge wie Igel, Mäuse, Ratten, Vögel, Schlangen, etc. auf Privatgrund müssen Grundstückseigentümer selbst beseitigen.

Was gilt es beim Entsorgen zu beachten?

Das Stadtsprecher betont: „Generell sollten tote Tierkörper nicht angefasst werden.“ Bei Körpern kleiner Wildtiere, die auf privaten Grundstücken tot aufgefunden werden, gilt folgende Empfehlung der Empfehlung der Stadt Solingen: Mülltüten doppeln, von innen nach außen stülpen, dann mit der ausgestülpten Innenseite den Tierkörper aufnehmen. So kommt man nicht in Kontakt mit dem Kadaver. Generell sollten nach dem Umgang mit toten Tieren anschließend die Hände gewaschen werden. Das gilt selbst dann, wenn Handschuhe getragen wurden. Eine Hilfe bei der Bergung kann erbeten werden. Diese ist dann allerdings bei der Inanspruchnahme auf privaten Grundstücken kostenpflichtig.

Was gilt bei Wildtieren etwa im Wald?

Einen Sonderfall stelle das sogenannte „Fallwild“ dar, erklärt Thomas Kraft. Damit gemeint seien Tierkörper von Wildtieren, die einer Tierart angehören, die in Deutschland grundsätzlich zu den Tierarten gehören, die nach Bundesjagdgesetz als „jagdbares Wild“ definiert sind. „Hier sind der oder die für den Fundort zuständige Jagdausübungsberechtigten zuständig, falls die Beseitigung des Tierkörpers erforderlich ist“, sagt Kraft. Möglichkeiten, einen Kontakt herzustellen, bestehen über die Untere Jagdbehörde (| Kasten). Hintergrund: Die toten Wildtiere müssen eventuell durch das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) untersucht werde. Füchse etwa auf Tollwut. Wildschwein wird auf Afrikanische Schweinepest und Klassische Schweinepest untersucht. Kontakt zu den Jagdberechtigten stellt aber auch die Kreisjägerschaft her. Sie ist „rund um die Uhr“ per E-Mail zu erreichen:

vorstand@kjs-solingen.de

Was gilt bei Katzen und Hunden?

Da gibt es ebenfalls eine Besonderheit, wie Thomas Kraft erklärt: Auf der Internetseite der Stadt wird durch das BVLA für Tierhalter eine regelmäßig aktualisierte Liste von Katzen und Hunden aufgeführt, die im öffentlichen Straßenraum tot aufgefunden worden sind und anhand eines Transponders – „Chip“ – identifiziert werden konnten:

https://t1p.de/q0j4

Ist keine Transponderkennzeichnung vorhanden, kann auch über folgenden Adresse angefragt werden:

veterinaeramt@solingen

Kontakte

Stadt: Wird ein totes Tier im öffentlichen, bewohnten Raum, dem „Straßenraum“, gefunden, die Feuerwehr kontaktieren:  2 20 20

Wild: Bei toten Wildtieren ist die Untere Jagdbehörde zuständig:

Tel. 290 0

Jagd: Kontakte zu Jagdpächtern vermittelt die Kreisjägerschaft über:

vorstand@kjs-solingen.de

Wald: Werden im Wald verletzte Tiere beobachtet, ist die Forstbehörde des Landes mit dem zuständigen Solinger Ansprechpartner zuständig:

Tel. 3 82 15 83

Heinz-Dietmar.Grueter @wald-und-holz.nrw.de

Heimtiere: Tote Heimtiere auf privaten Grundstücken können über die lizenzierte Firma SecAnim entsorgt werden:

Tel. (0 23 06) 92 70-921

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