Fällungen

Warum Solingen nicht vom steigenden Holzpreis profitiert

Natürliche Waldverjüngung: Fichten sterben ab, Buchen wachsen nach. Das beschädigte Fichtenholz bringt nicht viel Geld ein. Foto: Christian Beier
+
Natürliche Waldverjüngung: Fichten sterben ab, Buchen wachsen nach. Das beschädigte Fichtenholz bringt nicht viel Geld ein.

Das Fällen beschädigter Bäume kostet viel und bringt wenig ein.

Solingen. Holz ist so teuer wie schon lange nicht mehr. Wegen der globalen Nachfrage steigen die Holzpreise für sägefähiges Fichtenholz. Einige Unternehmen berichten bereits, dass sie Liefertermine und Kostenvoranschläge nicht mehr einhalten können. Trotz der hohen Zahl an Fällungen im Solinger Stadtgebiet sei für die Klingenstadt aber nicht mit Gewinn zu rechnen, wie Stadtsprecherin Sabine Rische auf Nachfrage bestätigte.

„Bei den Holzpreisen geht es meist um sägefähiges Stammholz. Das führt jedoch zu Verzerrungen, denn es fallen auch viele Produkte an, die nahezu unverkäuflich sind“, skizziert Rische das Problem. Schwierig sei derzeit vor allem, dass der Anteil des sägefähigen Stammholzes an der Gesamtmenge nicht mehr bei rund 70 Prozent liege, sondern nur bei etwa 40 Prozent. Viele der Fichten, die schon gefällt wurden oder zeitnah gefällt werden, sind schon stark beschädigt. „Zudem wird das Holz aktuell schnell entwertet, etwa durch Pilzbefall und Fäule.“ Weitere Nebenprodukte wie Spanholz oder Holz für die energetische Verwertung seien nur zu niedrigsten Preisen zu verkaufen. „Das führt zu einem Absinken des Durchschnittspreises.“

Dazu kommen laut Sabine Rische die hohen Kosten. Bislang seien die toten Fichten vor allem dort entfernt worden, wo kurzfristig eine erhebliche Verkehrsgefahr entstanden wäre – etwa in Müngsten. Wegen der zum Teil steilen Hanglagen sei dort eine Seilkrananlage eingesetzt worden. „Das ist sehr aufwendig. Damit übertreffen die Aufwendungen, die Bäume sicher zu fällen und herauszuziehen, den Verkaufserlös des Holzes um ein Vielfaches.“

Auch dort, wo die Arbeiten noch anstünden, etwa in Widdert, Gräfrath oder am Pfaffenberg, werde der Aufwand sehr groß sein, denn auch dort seien die Hanglagen steil. „In vielen dieser Bestände ist durch die Pflege der vergangenen Jahre bereits Naturverjüngung vorhanden. Sie soll keinen Schaden erleiden. Jedes Bäumchen, das nicht beschädigt wird, muss nachher auch nicht neu gepflanzt werden. So werden Investitionsmittel gespart“, erklärt Rische. Da einige der Bestände schon seit nahezu zwei Jahren abgestorben seien, sei nicht mit Erlösen zu rechnen, die deutlich über den Aufwendungen liegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Explosion in Leverkusen: Drei Mitarbeiter werden noch vermisst - Entwarnung für Solingen
Explosion in Leverkusen: Drei Mitarbeiter werden noch vermisst - Entwarnung für Solingen
Explosion in Leverkusen: Drei Mitarbeiter werden noch vermisst - Entwarnung für Solingen
Viele Freizeitanlagen in Solingen bleiben geschlossen
Viele Freizeitanlagen in Solingen bleiben geschlossen
Viele Freizeitanlagen in Solingen bleiben geschlossen
Verordnung: Es gilt für Solingen wieder die Inzidenzstufe 2
Verordnung: Es gilt für Solingen wieder die Inzidenzstufe 2
Verordnung: Es gilt für Solingen wieder die Inzidenzstufe 2
Stadt kauft die Ohligser Festhalle zurück
Stadt kauft die Ohligser Festhalle zurück
Stadt kauft die Ohligser Festhalle zurück

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare