Warum es immer wärmer wird

„Die Ozonschicht wird sich in 50 Jahren erholt haben“: Dass das Verbot von FCKW greife, stimmt Prof. Dr. Ralf Koppmann optimistischer. Die Wirtschaft solle mit klimafreundlichen Technologien auf den Markt kommen. Foto: Christian Beier

UNI-VORTRAG Den Temperaturanstieg auf der Erde und seine Folgen erforscht Prof. Dr. Ralf Koppmann.

Von Daniela Neumann

„Klimaforschung ist eine internationale, globale Herausforderung“, sagt Prof. Dr. Ralf Koppmann. Da das Wissen über die physikalischen Prozesse in der Gashülle um unsere Erde aber noch unvollständig ist, erforscht der Physiker an der Bergischen Universität Wuppertal - der einzigen Hochschule in NRW mit diesem Schwerpunkt - unsere Atmosphäre. Zum Auftakt der 21. Vortragsreihe seiner Universität mit dem Solinger Tageblatt informierte Koppmann gestern Abend die Besucher, die den Vortragsraum im Gründer- und Technologiezentrum nicht nur mit ihrer Anwesenheit, sondern auch mit interessierten Fragen füllten.

Als Spitzenforscher auf seinem Gebiet stellte der Atmosphärenphysiker zunächst die Grundlagen zur Klimaforschung vor. „Was wir jetzt draußen haben, ist Wetter“, so der 52-Jährige. „Und wenn Sie das über 30 Jahre betrachten, reden Sie über das Klima.“ Es gehe also um Mittelwerte aus langfristigen Beobachtungen und deren Veränderungen. Anhand von Messwerten aus den Atmosphärenschichten habe man Folgendes beobachtet:

„Die Kohlendioxidkonzentration steigt seit 100 Jahren dramatisch an.“ Doch: „Der Treibhauseffekt per se ist nichts Schlechtes“, stellte Ralf Koppmann klar, „denn ohne die Treibhausgase gäbe es uns heute nicht.“ Die Durchschnittstemperatur auf der Erde läge allein durch die Sonneneinstrahlung bei nur -18 Grad Celsius; erst Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan und andere Gase hielten Sonnenstrahlen gefangen und sorgten für durchschnittliche 15 Grad auf der Erde. „Was wir aber nicht brauchen, ist das, was wir noch dazugeben“, erklärte der Forscher weiter: Wenn zu den natürlichen Schwebeteilchen etwa durch den Menschen verursachter Feinstaub aus Autoabgasen oder Kohlebergwerken hinzukomme, verändere diese Luftverschmutzung über die Winde in den Atmosphärenschichten global das Klima.

„Als Folge steigt die Temperatur seit etwa 50 Jahren stetig an.“ Das könne sich regional ganz unterschiedlich zeigen; so seien auch die Auswirkungen unterschiedlich. „Hier werden wir heftigere Niederschläge haben“, folgert Koppmann aus Messungen, Simulationen und Modellrechnungen. Problematisch wären „Kipp-Punkte“, also unumkehrbare Veränderungen wie der Verlust des Regenwaldes, des Polareises oder der Monsunregenfälle - „Dinge, die Sie nicht mehr reparieren können“.

Weitere Satellitenbeobachtungen und Messungen zeigten den Anstieg des Meeresspiegels seit 1970 um zehn Zentimeter und die Verlängerung des Sommers in der Hochatmosphäre um einen Tag pro Jahr. Nachdem Ralf Koppmann erläutert hatte, wie Luftproben genommen, ausgewertet und eingeordnet werden können, fragten die Zuhörer nach Maßnahmen, um den Temperaturanstieg auf wenigstens zwei Grad bis 2050 zu begrenzen. Die Antwort des Experten: Häuser dämmen und Strom aus regenerativen Energien nutzen.

Nächster Vortrag: 22. März, 19 Uhr, Gründer- und Technologiezentrum mit Prof. Dr. Kerstin Schneider zum Thema Steuerpolitik in der Wirtschaftskrise.

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